
Listrup drückt - nicht auf Toilette, sondern auf dem Feld

Freitagabend im Listruper Waldstadion: Flutlicht, gute Stimmung, und der SV Listrup empfängt den VfL Rütenbrock. Die Gastgeber starten druckvoll und zeigen von Beginn an, dass sie den Abend gestalten wollen. Schon in der 5. Minute belohnt sich das Team, Paco Blömers schiebt nach einem feinen Steckpass überlegt zum 1:0 ein.
Danach entwickelt sich ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Rütenbrock trifft den Pfosten, Listrup vergibt mehrmals aussichtsreich. Vor allem Torwart Edi Berger hält die Null mit starken Paraden fest.
Nach der Pause legt Listrup wieder engagiert los. Die Mannschaft wirkt konzentriert, angefeuert von einem lautstarken Publikum, das seine Freude am Spiel kaum verstecken kann. In der 57. Minute fällt die Entscheidung: Nach einem Freistoß von halblinks steigt Christoph Schwis am höchsten und köpft zum 2:0 ein. Sein fünftes Saisontor und der Schlusspunkt eines umkämpften, aber fairen Spiels.
Die Schlussphase bringt noch einige Gelbe Karten, kleine Rangeleien und den ein oder anderen humorvollen Moment im Liveticker („Listrup drückt - nicht auf Toilette, sondern auf dem Feld“). Trotz aller Emotionen bleibt Listrup souverän und bringt den verdienten Sieg über die Zeit.
Am Ende stehen drei Punkte, ein zufriedenes Publikum und ein Liveticker, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Kurz gesagt: ein typischer Fußballabend in Listrup, mit allem, was dazugehört.
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Bokeloh zieht cool ins Viertelfinale und bleibt dabei ganz Bokeloh

Ein Mittwochabend, Flutlicht, Kreispokal. Der SV Bokeloh trat in Altenlingen an, wo der Rasen ein bisschen kürzer, die Linien etwas schiefer und die Motivation traditionell doppelt so hoch ist. Der Gegner: die zweite Mannschaft des ASV Altenlingen, Pokalfinalist von 2022 - also kein Fallobst, sondern ehrlicher Fußball mit Gras an den Stutzen.
Doch Bokeloh machte schnell klar, wer hier die Hosen anhat. Schon in der 7. Minute nahm Niels Alsmeier einen langen Ball so lässig an, dass man kurz annehmen konnte, er hätte ihn schon seit Jahren im Blick. Ein Haken, ein Schuss, ein Tor - 0:1. Ein Treffer, der so früh kam, dass manche Zuschauer noch an der Bratwurstschlange standen.
Niklas Hermes erhöhte in der 19. Minute per Distanzschuss auf 0:2 – ein Schuss, der aus rund 18 Metern kam, aber sich anfühlte, als käme er von weiter her. Altenlingen versuchte, sich über die Außen in die Partie zu kämpfen, doch Bokeloh blieb ruhig, als hätten sie sich vorgenommen, an diesem Abend keine Hektik zuzulassen.
Nach dem Seitenwechsel drückten die Gastgeber mehr, ohne jedoch wirklich durchzubrechen. Bokeloh verteidigte, als stünde ein ganzer Ort hinter ihnen, was vermutlich gar nicht so weit hergeholt ist. Und als Altenlingen in der Schlussphase alles nach vorne warf, nutzte Felix Linde die Gelegenheit zum Kontern: Flanke, Abschluss, 0:3 (87.), der berühmte Deckel, stilvoll draufgesetzt.
Zwei Minuten später traf Altenlingens Lennert Krämer noch sehenswert in den Giebel, der Ehrentreffer, schön genug, um in Erinnerung zu bleiben, aber zu spät, um was zu ändern.
Fazit:
Bokeloh war an diesem Abend das erwachsenere Team. Keine Zauberei, keine großen Sprüche, einfach konzentriert, effizient, souverän. Ein Auftritt, der nach Viertelfinale roch. Und nach einem kühlen Getränk danach.
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Listrup gewinnt im Schlammballett gegen Surwold

Es war kein Spiel für Feingeister. Der Rasen in Listrup erinnerte eher an ein Kartoffelfeld nach der Ernte, und so entwickelte sich genau das, was man erwarten durfte: ein kampfbetontes Duell mit mehr Grätschen als Torchancen. Das 0:0 zur Pause war folgerichtig, wer hier Schönheit suchte, musste schon sehr genau hinschauen.
Nach dem Seitenwechsel wurde es kurzzeitig turbulent. In der 63. Minute durfte Surwold per Elfmeter jubeln - 0:1. Doch bevor sich der Jubel ganz entfalten konnte, hatte Cedric Lölfing im Gegenzug bereits ausgeglichen. Eine Minute zwischen Frust und Freude, das Spiel war wieder da, wo es hingehörte: mitten im Chaos.
Danach wurde wieder geackert, geschoben, gefoult - klassisches Emsland-Wetter, klassischer Emsland-Fußball. Erst in der Schlussphase kippte das Spiel. Ein Freistoß von Jonas Berger fand über Umwege Silas Stein, der die Kugel kunstvoll per Hacke ins Netz beförderte. Das 2:1, ein Treffer, der in diesem Match fast zu schön war, um wahr zu sein.
Und weil es dann doch noch ein bisschen Dramatik brauchte, holte Christoph Schwis kurz darauf einen Elfmeter heraus, den Marcel Knoop souverän zum 3:1-Endstand verwandelte. Clever, effektiv, abgezockt - drei Adjektive, die man in Listrup gerne hört.
Am Ende stand ein verdienter Sieg, ein stabiler Auftritt in der Defensive und das gute Gefühl, den Absteiger Surwold auf matschigem Untergrund ordentlich bearbeitet zu haben.
Schön war’s nicht immer, aber erfolgreich. Und manchmal reicht das völlig aus.
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Kaffee, Kuchen, Kunstrasen - Herzlake hat’s gebacken bekommen

Wenn der Regen quer über den Herzlaker Kunstrasen zieht und die „Mantaplatte mal anders“ schon vor Anpfiff dampft, weiß man: Es ist Derbyzeit im Emsland. Rund 340 Zuschauer, bewaffnet mit Schirm, Schal und Kaffeebecher, sahen einen VfL Herzlake, der von Beginn an keinen Zweifel ließ, wem das Revier gehört.
Nach nicht einmal elf Minuten hatte Eugen Freier den Ball schon zweimal im Netz versenkt, eiskalt wie der Nieselregen, der über die Tribüne zog. Haselünne wirkte da noch im Sonntagsmodus und tauchte nur selten gefährlich vor dem Herzlaker Tor auf.
Zur Pause durfte man sich also bei Kaffee und Kuchen entspannt zurücklehnen: 2:0, alles im Griff, und die Zuschauer zufrieden.
Nach dem Wechsel dasselbe Bild: Herzlake kontrollierte Ball und Gegner, Jonas Abeln machte in der 57. Minute das 3:0 und das in einer Phase, in der Haselünne kurzzeitig in Unterzahl war. Spätestens da war klar: Die rote Laterne würde heute weitergereicht.
Zwar nutzte HSV-Torjäger Leo Döbber eine kleine Unachtsamkeit, um in der 71. Minute auf 3:1 zu verkürzen, doch das änderte wenig am Kräfteverhältnis. Herzlake spielte sich weiter in Rage oder besser gesagt: in Richtung Möhlenkamp, dem überragenden Haselünner Keeper, der mit seinen Paraden Schlimmeres verhinderte.
Einzig die Chancenverwertung blieb das kleine Haar in der Suppe, aber wer nach 90 Minuten und drei Toren zufrieden in die Kabine gehen kann, dem sei verziehen.
Fazit:
Ein hochverdienter Sieg für den VfL Herzlake, der mit Einsatz, Zusammenhalt und einem Schuss Spielfreude das Derby klar für sich entschied. Der Lohn: drei Punkte, ein Stück Kuchen, und die rote Laterne ist erstmal Geschichte.
Max Robben, danke für das Bild und den Liveticker!
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Wenn keiner verlieren will und irgendwie auch keiner kann.

Ein Sonntagabend, 18 Uhr, Flutlicht an, Kaffee lauwarm: Willkommen in Bawinkel, wo sich am langen Wochenende das Fußball-Märchen vom "Licht und Schatten" abspielte. Wobei, Märchen trifft es nicht ganz. Eher ein leicht chaotisches Drama mit zehn Toren, einer Gelb-Roten Karte und dem Gefühl, dass hier alle Beteiligten hinterher erstmal durchatmen mussten.
Die Gastgeber begannen furios. Nach nicht mal zwei Minuten rauschte Leon Looschen links durch, und ehe sich Eltern sortieren konnte, stand’s 1:0. Ein Start nach Maß für Bawinkel, aber das Spiel hatte gerade erst seinen ersten Espresso getrunken. Der SV Eltern, noch mit schwerem Gepäck vom 0:12 in Surwold, zeigte plötzlich genau das, was man nach so einem Debakel sehen will: Charakter.
Thomas Tzimas zirkelte in der 15. Minute einen Freistoß traumhaft in den Winkel - 1:1, und die mitgereisten Eltern-Fans (und wohl auch einige Spieler) rieben sich ungläubig die Augen. Zwei Minuten später köpfte Simon Luc nach einer Ecke zur 2:1-Führung. Auf einmal war alles wieder möglich, und Bawinkel blickte kurz so, als hätte jemand den falschen Film eingelegt.
Doch noch vor der Pause kippte das Spiel wieder, gleich dreimal. Erst traf Joshua Prijs per Elfmeter (24.), dann Lukas Ahlers nach schöner Vorarbeit (31.), und schließlich Jannek Reicksmann mit dem 4:2 (42.). Eltern wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ein Boxer, der gerade noch auf den Beinen bleibt, aber schon in die Ecke taumelt.
Nach der Pause beruhigte sich das Spektakel etwas, kurz zumindest. Als Kai Brinkhaus in der 77. Minute nach einem Torwartfehler den Ball fein über den Keeper hob, keimte beim SV Eltern wieder Hoffnung auf. Die wischte Bawinkels Timo Wintels nur sieben Minuten später mit dem 5:3 jedoch resolut vom Tisch.
Aber Eltern wäre nicht Eltern, wenn sie nicht noch einen letzten Trick im Ärmel gehabt hätten. Felix Suhl staubte in der 85. Minute zum 5:4 ab, Bawinkel bekam weiche Knie und dann verlor Reicksmann kurz die Nerven: erst Foul, dann Ball weggeschlagen, zweimal Gelb, einmal runter.
Die Nachspielzeit wurde zur Comedy mit Herz. Fünf Minuten oben drauf, ein wilder Freistoß in den Strafraum, der Ball fällt Kapitän Michel Rolfers vor die Füße - Peng! - 5:5. Eltern jubelte, Bawinkel starrte fassungslos in die Nacht.
Was bleibt? Ein Spiel, das niemand so schnell vergisst. Eltern mit einem moralischen Sieg, Bawinkel mit einem Déjà-vu, und alle zusammen mit der Erkenntnis: Im Emsland wird sonntags nicht nur der Rasen umgepflügt, sondern manchmal auch die Dramaturgie des Fußballs neu geschrieben.