
Das absolute Highlight des 24. Spieltags der Bezirksliga-Ost stieg in Künzing, wo die Süß/Burnberger-Elf die SpVgg Ruhmannsfelden zum Verfolgerduell lud. Nach 70 Minuten sah alles nach einer Machtdemonstration der Gäste aus, die bereits komfortabel mit 4:0 führten. Doch in der Schlussphase startete Künzing eine furiose Aufholjagd - und kam mit drei Treffern innerhalb von zwanzig Minuten noch einmal heran. Am Ende zitterte die Freidhofer-Truppe den 4:3-Sieg über die Zeit und bleibt mit Deggendorf punktgleich an der Tabellenspitze.
Jenes Deggendorf ließ auf heimischem Kunstrasen gegen den Vorletzten SV Hofkirchen nichts anbrennen. Matchwinner beim souveränen 2:0-Erfolg war Matthias Schäfer, der per Doppelpack beide Treffer beisteuerte. Während Grün-Weiß seine Dominanz untermauert, verschärft sich die Lage für Hofkirchen nach der fünften Niederlage in Folge.
Besondere Brisanz bot das Wiedersehen von Anton Autengruber mit seinem Ex-Club: Als Trainer des TSV-DJK Oberdiendorf schickte er den TSV Waldkirchen mit einer 4:0-Packung nach Hause. Überragender Akteur war Fabian Schwarz, dem ein Dreierpack gelang. Auch der SV Grainet bestätigte seine Topform: Gegen die Reserve des SV Schalding-Heining feierte das Gastinger-Team einen verdienten 5:2-Kantersieg.
Im Tabellenkeller schöpfte das Schlusslicht SV Oberpolling neue Hoffnung. Dank eines frühen Tores von Nico Koller gelang ein überraschender 1:0-Sieg gegen den SV Garham – und das trotz einer roten Karte für Michael Ellinger eine gute halbe Stunde vor Schluss. Im direkten Kellerduell zwischen der SpVgg Niederalteich und dem SV Hutthurm gab es hingegen keinen Sieger; Maxi Mutz rettete der Kesten-Elf in der 89. Minute das 2:2-Remis.
Der TSV Grafenau feierte einen wichtigen 3:0-Erfolg beim FC Obernzell-Erlau, wobei Spielertrainer Sebastian Raml doppelt traf. Torlos blieb es lediglich beim TSV Mauth, der sich gegen einen starken Keeper des SV Bischofsmais mit einem 0:0 begnügen musste.
Das Spiel aus Sicht von Jochen Freidhofer (Trainer SpVgg Ruhmannsfelden): "Wir mussten in den ersten fünf Minuten zwei sehr enge Situationen überstehen, haben dann aber den Spielverlauf voll ausgenutzt und bis zum 4:0 hervorragenden Fußball präsentiert. Was sich dann am Schluss abgespielt hat, ist typisch Künzing, das niemals aufgibt - und ich bin sehr froh, dass wir - trotz massiver Fehler unsererseits - den Platz am Ende als Sieger verlassen haben. Wir werden das wie immer in Ruhe analysieren - jetzt genießen wir das erfolgreiche Wochenende."
Das Spiel aus Sicht von Künzings Spielertrainer Fabian Burmberger: "Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen, hatten die Führung auf dem Fuß, sind aber dann durch Unachtsamkeiten und individuelle Fehler mit 0:4 in Rückstand geraten. Der Gegner hat's recht einfach gehalten, was auch zum Erfolg geführt hat. Wir hingegen haben's leider gar nicht geschafft, Emotionen, Leidenschaft und Intensität in unser Spiel zu packen. In den letzten zehn Minuten sind wir nochmal auf 3:4 herangekommen, aber die Aufholjagd kam viel zu spät. Dementsprechend geknickt ist unsere Mannschaft nun - wir schauen, wie's weitergeht!"
Das Spiel aus Sicht von Deggendorfs Sportkoordinator Andreas Schäfer: "In einem kampfbetonten Spiel am Kunstrasen verteidigte Hofkirchen leidenschaftlich. Wir waren über das gesamte Spiel hinweg spielerisch überlegen und haben am Ende verdient gewonnen. Hofkirchen hatte zwei gute Chancen in der zweiten Halbzeit."
Das Spiel aus Sicht von Thomas Hidringer (Spielertrainer SV Hofkirchen): "Grundsätzlich hätten wir uns heute auf dem Kunstrasen einen Punkt verdient gehabt, wir haben mit unserer ersatzgeschwächten Mannschaft jedoch eine gute Leistung gezeigt. Mit etwas Spielglück hätten wir zwischenzeitlich das 1:1 machen können. Die individuelle Klasse von Deggendorf hat freilich ausgereicht, um das 2:0 zu erzielen. Wir müssen weiter an uns arbeiten und hoffen auf die nächsten Spiele, um etwas Zählbares zu holen - weil's für uns ja um alles geht."
Das Spiel aus Sicht von Gundolf Hain (Sportlicher Leiter des TSV Waldkirchen): "Wenn man nach einer guten halben Stunde den ersten halbwegs vernünftigen Torschuss zustande bringt, sagt das schon vieles aus über unsere Partie heute. Chapeau, Oberdiendorf! Kämpferisch, läuferisch - sie waren uns in allen Belangen überlegen. Wir haben nur reagiert, nie agiert. Wir konnten keinen Druck aufbauen - eine wirklich unterirdische Leistung! Ich hoffe, dass die Mannschaft bis zum Spiel in der nächsten Wochen kapiert, um was es in solchen Duellen geht."
Das Spiel aus Sicht von Sebastian Raml (Spielertrainer TSV Grafenau): "Wir sind gut ins Spiel gekommen, das insgesamt sehr intensiv und zweikampflastig geführt wurde. Wir sind verdient nach zwei Standardsituationen mit 2:0 in Führung und in die Halbzeitpause gegangen. Die zweite Hälfte verlief etwas zerfahren, Obernzell hatte mehr Spielanteile und einige Szenen in unserem 16er. Wir haben's aber dann geschafft mit einem langen Ball zum 3:0 den Deckel draufzumachen. Unterm Strich ein verdienter Sieg!"
Das Spiel aus Sicht von Uli Köberl (Sportlicher Leiter des TSV Mauth): "Wir haben heute defensiv sehr wenig zugelassen, waren aber gleichzeitig in der Offensive nicht so zielstrebig wie zuletzt. Bei konsequenterer Spielweise und mehr Genauigkeit im Torabschluss wäre heute deutlich mehr drin gewesen."
Das Spiel aus Sicht von Holger Stemplinger (Trainer SV Garham): "Oberpolling hat relativ früh mit einer von wenigen Chancen das 1:0 gemacht. Wir haben es in der Folge trotz gefühlter 80 Prozent Ballbesitz und Überzahl nicht geschafft, ein Tor zu erzielen. Keeper Busch war mit drei, vier sehr guten Paraden überragend - er hat die Punkte für Oberpolling letztlich festgehalten. Kurzum: Wir waren drückend überlegen, aber vorne nicht effektiv gegen einen tiefstehenden Gegner."
Das Spiel aus Sicht von Grainets Trainer Johannes Gastinger: "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und haben durch zwei schön herausgespielte Tore folgerichtig verdient geführt. Man hat aber auch in der ersten Halbzeit schon gemerkt, dass wir es mit einem sehr guten Gegner zu tun haben, der jederzeit in der Lage ist, Tore zu schießen.
Das hat sich dann in der zweiten Halbzeit auch bestätigt, als wir die Schaldinger nach einem Fehler im Spielaufbau zurück ins Spiel gebracht haben. Nach dem Ausgleichstreffer hätte das Spiel auch kippen können, aber Sebastian Kapfer hat mit einem sensationellen Weitschusstor das Spiel wieder auf unsere Seite gedreht. Im Anschluss haben wir dann das Spiel wieder besser in den Griff bekommen und konnten es durch einen schönen Freistoß von Andi Fürst sowie einen Handelfmeter von Julian Sammer endgültig für uns entschieden. Unterm Strich ein hart erkämpfter, aber verdienter Sieg gegen einen guten Gegner."
Das Spiel aus Sicht von Manuel Mörtlbauer (Spielertrainer Schalding II): "Im Großen und Ganzen ein verdienter Sieg für Grainet. Wir haben in Hälfte eins etwas zu nachlässig in der Konterabsicherung agiert und sind daher auch verdient mit 0:2 in Rückstand geraten. Doch mit einer sehr guten Moral und Einstellung konnten wir uns zurück in die Partie kämpfen und das zwischenzeitliche 2:2 erzielen. Wir waren sogar dran und drauf, das 3:2 nachlegen zu können, haben uns aber durch einen Fehler wieder in Rückstand gebracht. Grainet hat in der Folge durch einen Foulelfmeter und einen Traumfreistoß auf 5:2 erhöht - am Ende, wie gesagt, ein verdienter Sieg für den Gegner, der vielleicht ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen ist."
Das Spiel aus Sicht von Niederalteichs Trainer Manuel Kesten: "Dieses 2:2 bringt vermutlich kein Team so recht weiter. Wir müssen uns ankreiden lassen, dass wir in Hälfte eins vier maustote Chancen nicht verwerten können bzw. diese kläglichst vergeben haben. Wir haben Nerven gezeigt, waren nicht kaltschnäuzig genug. Hutthurm hatte zwei Möglichkeiten, wovon wir eine klären können und eine per Standard zum 1:0 kurz vor der Pause verwandelt. Trotz klarer Überlegenheit gehen wir mit einem Rückstand in die Kabine.
In Hälfte zwei machen wir den Ausgleich, haben wieder mehr vom Spiel, Hutthurm geht wieder durch einen Standard aus dem Halbfeld in Front. In der Folge haben wir alles nach vorne geworfen, machen wieder den Ausgleich zum 2:2. In den letzten 20 Minuten war's ein offener, wilder Kampf auf beiden Seiten. Am Ende sind wir enttäuscht und trauern den vergebenen Chancen nach."