
Germania Lich-Steinstraß hat sich in der Landesliga behauptet. Trainer Michael Hermanns zieht ein positives Fazit zur Aufstiegssaison und will mit einem gewachsenen Kader die nächste Stufe nehmen.
Mit Stabilität und Gemeinschaft: Germania Lich-Steinstraß peilt Etablierung an
Michael Hermanns, Trainer von Germania Lich-Steinstraß, blickt auf eine erfolgreiche Rückkehr in die Landesliga zurück – und richtet den Fokus bereits klar auf die kommenden Herausforderungen. Nach dem direkten Wiederaufstieg belegte seine Mannschaft einen soliden neunten Platz, 20 Punkte vor dem ersten Abstiegsrang. „Wenn man als Aufsteiger Neunter wird, kann man total zufrieden sein“, fasst Hermanns die abgelaufene Spielzeit nüchtern zusammen.
Dabei musste das Team Rückschläge verkraften: Leistungsträger wie Yannick Kuhnke (Kreuzbandriss) und Moritz Borell (Bänderverletzung) fielen über weite Strecken aus. „Das war schon bitter. Trotzdem war unser Platz absolut gerechtfertigt“, sagt Hermanns. Das Ziel, nach dem sportlich enttäuschenden Abstieg zwei Jahre zuvor, war klar: den Beweis antreten, dass man in diese Liga gehört. Diesen Nachweis sieht der Trainer mit dem Klassenerhalt klar erbracht.
Seit dem 13. Juli bereitet sich die Mannschaft auf die neue Saison vor – inklusive Teilnahme an mehreren Turnieren. Den Turniersieg in Barmen gegen Bezirksligist Birkesdorf nennt Hermanns ein starkes Signal. Die Niederlage im Elfmeterschießen gegen Welldorf im Sommercup bewertet er als „kleinen Dämpfer zur richtigen Zeit“.
Im Kern vertraut der Trainer weiter auf das große Plus der Vorsaison: den Teamgeist. „Was uns ausgezeichnet hat in den letzten zwei Jahren, war einfach der Zusammenhalt. Nach dem Abstieg sind wir als Gruppe noch enger zusammengerückt. Einzelne Spieler hervorzuheben, passt da nicht – es zählt nur das Kollektiv.“
Dementsprechend liegt der Fokus in der aktuellen Vorbereitung auf der Integration der acht Neuzugänge. Der Kader ist mit 24 Spielern so groß wie nie. Doch mit der Quantität steigen auch die Herausforderungen. „Wir haben keine zweite Mannschaft. Das heißt: Einige werden auf der Bank sitzen, es wird lange Gesichter geben. Aber das gehört zum Wettbewerb. Jeder muss sich einordnen“, so Hermanns.
Das Ziel ist klar: ein schneller Klassenerhalt. Hermanns nennt „40 Punkte“ als Wunschmarke – auch im Wissen um die oft zitierte Schwierigkeit des „zweiten Jahres“. Die Liga schätzt er als noch ausgeglichener ein als im Vorjahr. „Ich glaube, wir haben eine klar definierte Spitze – Verlautenheide, Kurdistan Düren, Breinig – und dahinter wird es eng. Es wird Überraschungen geben, aber auch Enttäuschungen.“ Den eigenen Kader sieht er im Vergleich zur Vorsaison „in der Breite klar verbessert“. Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern stimme, und vor allem sei man gewappnet für mögliche Ausfälle.
Strukturelle Probleme im Verband? Fehlanzeige. Hermanns bleibt sachlich. „Im Großen und Ganzen passt alles. Klar war das Spiel um Platz drei im Pokal nach der Saison grenzwertig – aber auch das gehört dazu.“
Lich-Steinstraß startet mit ruhiger Hand und klarer Marschroute in die neue Spielzeit. Ob der nächste Schritt gelingen kann, wird sich zeigen. Doch mit dem gewachsenen Fundament aus Gemeinschaft, Erfahrung und sportlicher Substanz ist der Kurs Richtung Etablierung eingeschlagen.
