2026-04-23T13:43:33.969Z

Allgemeines

Letzte Patrone für Jan Wellem – Kellergipfel in Zündorf

Schönenbach mit Härtetest gegen Jan Wellem – Deutz-Torjäger fällt wohl bis zum Saisonende aus.

von Andreas Santner · Heute, 14:54 Uhr · 0 Leser
– Foto: Sandro Henßchen

Mit dem SV Schönenbach hat der SSV Jan Wellem nun das letzte Team aus der Top-Region vor der Brust – und damit seine wohl letzte realistische Chance im Aufstiegsrennen einzugreifen. Nackte Existenzangst herrscht dagegen im Tabellenkeller. Das direkte Duell zwischen Germania Zündorf und Ford Niehl verspricht Abstiegskampf in seiner reinsten Form, wobei die Gäste nach einer bisher sieglosen Rückrunde mit dem Rücken zur Wand stehen. Gleichzeitig muss Spitzenreiter Deutz 05 den schmerzhaften Saisonausfall seines Top-Knipsers kompensieren.

Form-Giganten unter sich: Ungerschlagene Rheindörfer treffen auf SW-Serie

Zwar trifft beim Duell zwischen der SpVg Rheindörfer SC Schwarz-Weiß Köln der Rangvierte und dem Zwölften, doch die nackten Zahlen täuschen gewaltig. Hier prallen die derzeit formstärksten Teams der Bezirksliga aufeinander: Während die Rheindörfer im gesamten Kalenderjahr 2026 noch ungeschlagen sind, hat sich Schwarz-Weiß Köln mit einer beeindruckenden Serie von vier Siegen in Folge aus dem Tabellenkeller katapultiert.

Für die Gastgeber geht es darum, den Anschluss an das Spitzentrio Deutz, Schönenbach und Südwest zu sichern. Für die Gäste bietet sich die goldene Chance, den „Riesenschritt“ Richtung Klassenerhalt zu machen, da sich die direkte Konkurrenz im Keller im Duell Zündorf gegen Niehl gegenseitig die Punkte wegnimmt.

Sebastian Tillmann: „SW Köln ist eigentlich zu stark für da unten“

Rheindörfer-Coach Sebastian Tillmann hat trotz der eigenen Erfolgsserie eine hohe Meinung vom kommenden Gegner. Er weiß, dass das deutliche 4:1 aus dem Hinspiel am Sonntag keine Rolle mehr spielen wird.

„Wir haben die ersten beiden Spiele im April gewonnen und damit unsere Pflichtaufgaben erledigt, um im Rennen um die Tabellenspitze überhaupt noch dabei zu sein. Genau deshalb ist das Spiel gegen SW Köln jetzt extrem wichtig, weil wir mit einem weiteren Sieg endgültig oben mitmischen und mit einem guten Gefühl in die entscheidende Phase gehen wollen. Uns ist aber auch klar, dass mit SW Köln ein richtig unangenehmer Gegner auf uns wartet. Für mich war immer klar, dass sie eigentlich zu stark sind, um unten drin zu stehen. Dort wird seit Jahren sehr gute Arbeit geleistet, sie haben eine klare Spielidee und bringen viel Intensität und Leidenschaft mit. Das macht sie schwer zu bespielen. Wir kennen aber auch unsere eigenen Stärken, gerade zu Hause. Darauf vertrauen wir und wollen den dritten Sieg im April unbedingt holen.“

Sven Müller: „Werden uns vor niemandem verstecken“

Auf der Gegenseite herrscht nach dem 3:0-Erfolg gegen Niehl Euphorie. Trainer Sven Müller kündigt an, dass sein Team auch gegen den Aufstiegsaspiranten die mutige Spielweise der letzten Wochen beibehalten wird. „Wir sind heiß und wollen so gut wie möglich an unseren Erfolg anknüpfen. Wir wissen natürlich, was auf uns zukommt, gerade wenn wir an das Hinspiel denken. Aber wir werden uns vor niemandem verstecken. Wir spielen gegen jeden Gegner auf Sieg und werden uns niemals hinten reinstellen – das ist es auch, was uns auszeichnet", gibt sich Müller kämfperisch. Man wolle den Schwung der letzten Wochen mitnehmen und im entscheidenden Moment zur Stelle sein. "Es wird eine schwere Aufgabe – für die Rheindörfer könnte es sogar noch nach oben gehen. Es wird ein hartes Spiel, aber wir werden versuchen, etwas Zählbares mitzunehmen, gerade weil unsere Konkurrenten direkt gegeneinander spielen. Wenn wir unser Spiel gewinnen, könnte das ein riesengroßer Schritt in die richtige Richtung sein“, erklärt Müller abschließend.

„Stolperstein“ Brühl umgehen

In der Theorie könnte die Ausgangslage kaum klarer sein, wenn am Sonntag der Tabellendritte DJK Südwest Köln beim Schlusslicht SC Brühl gastiert. Die Kölner brauchen nach dem intensiven 2:2-Unentschieden gegen Jan Wellem den Pflichtsieg, um das punktgleiche Führungsduo Deutz und Schönenbach nicht aus den Augen zu verlieren.

Für Südwest-Trainer Daniel Errens ist die Marschroute daher eindeutig: Absolute Professionalität ist gefragt, um im Schlosspark keine böse Überraschung zu erleben und den Anschluss an die absolute Spitze zu halten.

Daniel Errens: „Wir werden dieses Spiel auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen“

Südwest-Coach Daniel Errens lässt keine Zweifel aufkommen, dass sein Team die Aufgabe gegen den Tabellenletzten mit dem nötigen Ernst angeht. Er erstickt jegliche Gedanken an einen „Spaziergang“ bereits im Keim.

„Wir fahren zum Auswärtsspiel nach Brühl, was auf dem Papier vielleicht nach einer völlig klaren Angelegenheit aussieht, aber abgerechnet wird eben erst am Sonntag auf dem Platz. Deshalb haben wir schon direkt zu Wochenbeginn unmissverständlich klargestellt, dass wir dieses Spiel auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen werden. Auch wenn es wie eine abgedroschene Floskel klingt: Wir starten bei Null, und im Fußball gibt es immer wieder diese verrückten Tage, an denen Favoriten stolpern", warnt Errens sein Team.

Wer glaube, man könne im Vorbeigehen Punkte einsammel, der irre sich. Deshalb bereite man sich auch gegen Brühl akribisch vor. "Es wird gegen Brühl keine Experimente geben. Wir werden mit unserer stärksten Elf antreten, weil es mir extrem wichtig ist, dass erst gar nicht das Gefühl aufkommt, wir könnten uns dort einen gemütlichen Spaziergang erlauben. Wir müssen erst einmal unsere eigene Leistung abrufen, denn die Aufgabe wird eine ganz andere als zuletzt gegen Jan Wellem. Das Spiel wird ein völlig anderes Gesicht haben: Brühl wird wahrscheinlich versuchen, so lange wie möglich die Null zu halten, und für uns wird es darauf ankommen, geduldig zu bleiben, bis wir die Lücke für das erste Tor finden. Geschenkt bekommen wir dort sicher nichts“, erwartet der 38-Jährige eine harte Nuss.

Deutz 05 ohne Top-Torjäger im Titel-Endspurt

Der Kampf um die Aufstiegsplätze wird Woche für Woche spannender. Der Primus Deutz 05 muss am Sonntag gegen den Heiligenhauser SV nicht nur beweisen, dass er mit dem Druck des Fernduells gegen Schönenbach umgehen kann, sondern auch den schmerzhaften Ausfall seines treffsichersten Schützen kompensieren.

Das Hinspiel dient dabei als mahnendes Beispiel: Damals kam Deutz gegen den HSV nicht über ein 1:1 hinaus – ein Ergebnis, das sich der Tabellenführer im Endspurt um die Meisterschaft diesmal kaum leisten kann. Die Gastgeber aus Heiligenhaus hingegen wollen nach der 0:2-Niederlage bei den Rheindörfern wieder zu ihrer Form finden und dem Favoriten ein Bein stellen.

Andy Esins: „Gegner permanent stressen“

HSV-Coach Andy Esins erkennt beim Spitzenreiter eine Weiterentwicklung im Vergleich zur Hinrunde. Für ihn ist der Schlüssel zum Erfolg eine Mischung aus taktischer Disziplin und purer Leidenschaft. „Wir wissen genau, was auf uns zukommt: Ein Gegner, der taktisch flexibel ist, eine gute Breite im Kader hat und sich durch hohe Qualität auf allen Positionen auszeichnet. Deutz spielt mittlerweile offensiver als noch in der Hinrunde und ist im Umschaltspiel in beide Richtungen richtig gut. Um etwas Zählbares mitzunehmen, müssen wir im Vergleich zu den letzten beiden Spielen unsere Überzeugung sowohl defensiv als auch offensiv unbedingt wiederfinden. Wir werden versuchen, den Gegner permanent zu stressen und ihm keine Ruhe zu lassen, wobei Zweikämpfe und Fleiß eine große Rolle spielen werden. Wir freuen uns auf das Duell gegen den Tabellenführer.“

Hannes Diekamp: Hiobsbotschaft im Saisonendspurt

Auf Seiten der Deutzer ist die Stimmung trotz der Tabellenführung gedrückt. Trainer Hannes Diekamp muss verkraften, dass ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase sein bester Torjäger wegbricht. Dennoch fordert er von seiner Mannschaft, den Fokus nicht zu verlieren.

„Das Hinspielergebnis ist für mich nicht entscheidend. Wir müssen einfach in jedes Spiel mit der absolut richtigen Einstellung gehen und das Selbstvertrauen nutzen, das wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben. Wir vertrauen auf unsere eigene spielerische Stärke und wollen aus den verbleibenden sieben Partien so viele Punkte wie möglich holen – da ist es fast egal, wie der Gegner heißt. Was uns allerdings extrem wehtut, ist die Verletzung von Volkan Sevinc aus dem letzten Spiel. Er hat sich vermutlich einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Stand jetzt fällt er für den Rest der Saison aus. Da er aktuell unser bester Torjäger ist, trifft uns das natürlich sehr hart. Es tut mir wahnsinnig leid für den Jungen, aber wir müssen jetzt damit umgehen und gemeinschaftlich eine andere Lösung finden.“

Abstiegskracher: Zündorf lauert auf das rettende Ufer – Niehl unter Siegzwang

Mehr „Abstiegskampf pur“ geht nicht! Der FC Germania Zündorf empfängt den nur zwei Punkte besser gestellten CfB Ford Köln. Gewinnt Zündorf das direkte Duell, ziehen sie an Niehl vorbei und verlassen erstmals seit Wochen die Abstiegsränge.

Für Ford Niehl hingegen fühlt sich das Jahr 2026 bisher wie ein einziger Albtraum an. Aus acht Partien in der Rückrunde holten die Niehler noch keinen einzigen Sieg, während die Konkurrenz im Keller – allen voran Zündorf und Schwarz-Weiß Köln – beständig punktet. Das 0:3 gegen SW Köln am vergangenen Wochenende war der vorläufige Tiefpunkt eines gefährlichen Negativtrends.

Yannick Zierden: „Das Momentum auf unsere Seite holen“

Niehls Trainer Yannick Zierden ist sich der Schwere der Aufgabe in Zündorf bewusst. Trotz der Sieglos-Serie vertraut er darauf, dass seine Mannschaft die Wende aus eigener Kraft herbeiführen kann. „Mit Zündorf erwartet uns eine Mannschaft mit einem guten Mix aus Qualität und Erfahrung auf einzelnen Positionen. Im direkten Duell dort auswärts zu spielen, wird alles andere als einfach. Auch wenn wir phasenweise gute Spiele machen, stecken wir aktuell in einem Negativtrend. Man muss die Situation trotzdem nüchtern betrachten: Wir haben einen minimalen Punktevorsprung und somit den Saisonverlauf in der eigenen Hand, ohne auf die Tabelle schauen zu müssen", erklärt der 24-Jährige und fügt hinzu: "Unser Ziel ist klar: Wir wollen und brauchen drei Punkte, damit wir die Kontrolle behalten. Ich glaube an die Qualitäten unserer Jungs und bin davon überzeugt, dass wir das Momentum auf unsere Seite holen und die Kehrtwende einleiten.“

Während Niehl dem ersten Dreier des Jahres hinterherläuft, hat sich Zündorf zuletzt stabilisiert. Das 1:1 in Hoffnungsthal oder der 7:2-Erfolg gegen Hürth II zeugt von einer neuen Widerstandsfähigkeit. Mit dem Heimvorteil will die Germania nun den entscheidenden Schlag gegen einen direkten Konkurrenten setzen.

Rheinsüd und Hoffnungsthal im Mittelfeld-Duell

Jenseits von Gut und Böse stehen der FC Rheinsüd Köln (Platz 9, 32 Punkte) und der TV Hoffnungsthal in der Tabelle. Während Rheinsüd nach einer Durststrecke durch den 4:1-Erfolg gegen Hürth II endlich den Befreiungsschlag landete, stolperte Hoffnungsthal zuletzt beim 1:1 gegen das Kellerkind Zündorf über die eigene Chancenverwertung.

Das Hinspiel endete mit einem 2:2-Unentschieden – ein Resultat, das die Augenhöhe beider Kontrahenten widerspiegelt. Für Rheinsüd bietet sich nun die Chance, mit einem Heimsieg punktetechnisch gleichzuziehen, während der TVH den Vorsprung auf sechs Zähler ausbauen und sich im oberen Mittelfeld etablieren möchte.

Krämer warnt vor hitziger Atmosphäre

Rheinsüd-Trainer Stefan Krämer atmet nach dem Auswärtssieg der Vorwoche tief durch. Für ihn geht es am Sonntag vor allem darum, die wiedergewonnene Leichtigkeit abzufrufen, ohne dabei die defensiven Basics zu vernachlässigen. Er stellt sein Team auf eine hitzige Atmosphäre ein. „Letztendlich wollen wir an das letzte Wochenende anknüpfen. Es wird wieder darauf ankommen, die Basics auf den Platz zu bekommen und hoffentlich mit einem größeren Selbstvertrauen jetzt auch in die nächsten Wochen reingehen zu können. Wir wissen aber, dass wir mit Hoffnungsthal immer einen sehr unangenehmen Gegner haben. Es sind immer enge, hitzige Duelle und darauf stellen wir uns auch jetzt für Sonntag wieder ein. Dementsprechend sind wir auch gefordert, genau das wieder abzurufen. Dann können wir darauf aufbauen und schauen, ob wir wieder ein positives Ergebnis erzielen können. Die Marschrichtung bleibt sehr, sehr gleich zu dem, wie wir es letzte Woche angegangen sind“, so Krämer mit Blick auf die Heimaufgabe.

Gawlik: „Haben schon kuriose Spielverläufe erlebt“

Auf Seiten der Hoffnungsthaler sieht man dem Gastspiel im Kölner Süden mit einer Mischung aus Respekt und Skepsis entgegen. Maciek Gawlik, der sportliche Leiter des TVH, erinnert sich an kuriose. Zudem sorgt die prekäre Lage der zweiten und dritten Mannschaft im Verein für personelle Kopfschmerzen, da der Kader der ersten Elf möglicherweise Unterstützung nach unten leisten muss.

„Rheinsüd spielt eine ähnliche Saison wie wir; sie stecken im Mittelfeld fest, liefern mal starke Ergebnisse ab und dann wieder Partien, die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Besonders auswärts haben wir dort schon kuriose Spielverläufe erlebt, in denen es kaum Torchancen gab, aber am Ende trotzdem die Tore gefallen sind. Nichtsdestotrotz wollen wir wie immer gewinnen. Die drei Punkte würden den Abstand auf Rheinsüd vergrößern, was uns tabellarisch natürlich sehr gut tun würde. Wir müssen allerdings auch ein Auge auf unsere zweite und dritte Mannschaft haben, da beide Unterstützung benötigen. Wir müssen also abwarten, wie unser Kader am Sonntag letztlich aussieht – aber völlig egal, in welcher Besetzung wir auflaufen: Unser Ziel bleibt der Sieg“, betont Gawlik die Entschlossenheit der Gäste.

„Wochen der Wahrheit“ für den TFC

Es bricht die Zeit der Entscheidungen an. Das Selbstbewusstsein beim Türkische FC Köln ist nach dem beachtlichen 2:2 beim Rückrunden-Primus Bergfried Leverkusen zurück und nun wittert man im Abstiegskampf Morgenluft. Nur drei Zähler fehlen zum rettenden Ufer – ein Sieg gegen Hürth könnte die Kölner, begünstigt durch das direkte Duell der Konkurrenten Zündorf und Niehl, nach vorne katapultieren.

Anders ist die Stimmungslage beim FC Hürth II. Nach zwei herben Pleiten – dem 1:4 gegen Rheinsüd und dem 2:7 gegen Zündorf – ist die defensive Stabilität abhandengekommen. Für Trainer Thomas Frohn geht es am Sonntag primär darum, den Trend zu stoppen. Das Hinspiel entschied der TFC knapp mit 1:0 für sich, was den Gastgebern zusätzlichen psychologischen Rückenwind geben dürfte.

Thomas Frohn: „Erwarte eine deutliche Reaktion“

Für Hürths Coach Thomas Frohn steht die Einstellung seiner Mannschaft im Fokus. Nach elf Gegentoren in nur zwei Partien fordert er von seinen Spielern die Rückkehr zu den Grundtugenden, um im Hexenkessel des TFC zu bestehen. „Wir fahren am Sonntag zum TFC Köln und erwarten aufgrund der Tabellensituation ein sehr schwieriges Spiel. Wir möchten unsere letzten Niederlagen wieder ausgleichen und in die Erfolgsspur zurückfinden. Dafür erwarte ich von der Mannschaft eine deutliche Reaktion auf die letzten beiden Spiele von uns, die nicht gut waren.“

Hasan Ramadani: Jedes Spiel ein Endspiel

TFC-Trainer Hasan Ramadani hat den Abstiegskampf zur mentalen Reifeprüfung erklärt. Für ihn zählt gegen Hürth nur die bedingungslose Leidenschaft, um den Traum vom Klassenerhalt greifbar zu machen.

„Die Wochen der Wahrheit liegen vor uns, es sind gefühlt nur noch Endspiele. Mit Hürth II erwarten wir einen sehr schwierigen Gegner. Nichtsdestotrotz wollen wir die drei Punkte bei uns behalten. Wir brauchen die drei Punkte, und das muss man ganz klar von außen erkennen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen – in jeder Situation und in jedem Zweikampf. Deswegen freuen wir uns auf Sonntag, und ich bin guter Dinge, dass wir die drei Punkte bei uns behalten.“

Duell zweier Ex-Kollegen: Frielingsdorf fordert dezimiertes Bergfried

Zu einem Wiedersehen der besonderen Art kommt es zwischen dem SV Frielingsdorf und Bergfried Leverkusen. Dann stehen sich mit Andreas Dreiner und Stefan Müller zwei alte Weggefährten an der Seitenlinie gegenüber. Die gemeinsame Zeit beim SV Bergisch Gladbach 09, wo Dreiner als Co-Trainer unter Müller fungierte, schwingt bei diesem Aufeinandertreffen unweigerlich mit – doch Geschenke sind auf dem Platz am Sonntag sicher nicht zu erwarten.

Während die Frielingsdorfer nach ihrem Husarenstreich gegen Südwest und der denkbar knappen Niederlage beim Tabellenzweiten Schönenbach bewiesen haben, dass sie derzeit jeden „Dicken Fisch“ der Liga ärgern können, reist Bergfried als das ungeschlagene Phänomen der Rückrunde an. Trotz des jüngsten Dämpfers gegen den TFC Köln ist die Truppe von Stefan Müller im Kalenderjahr 2026 noch ohne Niederlage. Der „Winterschlaf“, den Dreiner treffend ansprach, ist längst einer beeindruckenden Erfolgsserie gewichen, die Bergfried bis in die obere Tabellenregion katapultiert hat.

Andreas Dreiner: „Werden uns sicher nicht verstecken“

Frielingsdorf-Coach Andreas Dreiner begegnet dem Rückrunden-Primus mit einer gesunden Mischung aus Respekt und Kampfansage. Für ihn ist der Aufschwung seines ehemaligen Kollegen keine Überraschung.

„Mir war klar, dass die Truppe von Stefan irgendwann aus dem Winterschlaf erwacht und reichlich Punkte holt. Wir haben eine sehr schwere Aufgabe vor uns, denn in meinen Augen gehört Bergfried zu den Top-Teams der Liga – das bestätigen sie seit dem Rückrundenstart eindrucksvoll. Wir erwarten eine Mannschaft, die mit einer entsprechend breiten Brust nach Frielingsdorf kommt. Wir haben in den letzten Wochen aber auch gezeigt, was selbst gegen solche Gegner in uns steckt, und werden uns am Wochenende sicher nicht verstecken.“

Stefan Müller: Zwischen Wiedersehensfreude und Lazarett-Frust

Die Vorfreude bei Müller auf das Duell mit seinem „alten Kumpel“ wird massiv durch eine Personalsituation getrübt. Mit einem dezimierten Kader muss Bergfried versuchen, den Nimbus zu wahren.

„Ich freue mich persönlich sehr auf das Wiedersehen mit meinem alten Weggefährten Andi Dreiner. Sportlich gesehen ist die Aufgabe allerdings alles andere als ein Freundschaftsdienst, denn in Frielingsdorf zu spielen, ist derzeit extrem undankbar. Die Ergebnisse der letzten Wochen sprechen eine deutliche Sprache. Unser großes Ziel bleibt es, in der Rückrunde weiterhin ungeschlagen zu bleiben, auch wenn die Früchte diesmal besonders hoch hängen werden", so Müller, dem die personelle Situation Sorgen bereitet: "Die Liste der fehlenden Spieler ist mittlerweile so lang, dass wir mit einem Minimalkader anreisen. Doch genau darin liegt die sportliche Chance für den Rest der Truppe, sich zu beweisen und über sich hinauszuwachsen.“

Jan Wellems letzte Patrone gegen den Zweitplatzierten

Das „Top-Spiel-Abonnement“ des SSV Jan Wellem erreicht am kommenden Sonntag seinen Höhepunkt. Nach den Kräftemessen mit den Rheindörfern, Deutz 05 und Südwest Köln empfängt die Gsella-Elf nun mit dem SV Schönenbach das vierte Schwergewicht der Liga in Folge. Für Jan Wellem ist die Rechnung simpel wie brutal: Nur ein Heimsieg hält die leise Hoffnung auf den Aufstieg am Leben.

Schönenbach hingegen reist mit dem Rückenwind eines 2:1-Sieges gegen Frielingsdorf an und darf sich im Fernduell mit Deutz 05 keinen Ausrutscher erlauben. Das Hinspiel war eine enge Kiste, die Schönenbach knapp mit 1:0 für sich entscheiden konnte – ein Ergebnis, das Jan Wellem am Sonntag unbedingt korrigieren will.

David Gsella: „Brauchen eine Leistung über die vollen 90 Minuten“

Jan-Wellem-Coach David Gsella weiß genau, woran es in den vergangenen Wochen krankte. Trotz starker Phasen in den Top-Spielen reichte es am Ende nie für den ganz großen Wurf. Vor dem Duell gegen den Tabellenzweiten fordert er daher absolute Konstanz. „Nach einer Niederlage und zwei Unentschieden in Spitzenspielen steht nun unser viertes Top-Spiel an. Wir wollen endlich den ersten Dreier in diesen Vergleichen einfahren. Damit das klappt, brauchen wir einfach eine Leistung, die über die vollen 90 Minuten gut ist. Es darf nicht wie gegen Deutz nur eine Halbzeit oder wie gegen Südwest etwa 70 Minuten sein, sondern die Leistung muss von Anfang an top sein. Wenn uns das gelingt, bin ich sehr optimistisch, dass wir am Sonntag den Dreier holen. Personell muss man wie immer schauen, was zur Verfügung steht, aber wir werden wie in jedem Spiel eine gute Elf auf dem Platz haben und versuchen, am Sonntag zu gewinnen.“

Kann Jan Wellem den „Fluch der Top-Spiele“ endlich brechen und den Aufstiegskampf noch einmal auf den Kopf stellen? Oder beweist Schönenbach erneut die Kaltschnäuzigkeit eines echten Titelfavoriten?