
Nach sieben Ligaspielen stehen die Vaihinger auf dem achten Tabellenplatz, nur vier Punkte hinter der Tabellenspitze in einer hart umkämpften Runde. Besonders schmerzlich war die Derbyniederlage in Möhringen, umso erfreulicher war der gestrige Erfolg gegen Degerloch. Hier die letzten vier Partien – inklusive des Pokalerfolgs – im Schnelldurchlauf.
Schon früh lag der SVV im Derby bei Möhringen hinten. Möhringens Flügelspieler setzte sich rechts durch und brachte eine Flanke genau vor das Vaihinger Tor, wo Malchow ohne Probleme einschieben konnte (2'). Vaihingen kam schnell zurück und erzielte durch einen traumhaften Distanzschuss von Innenverteidiger Tom Irion den Ausgleich (5'). In der ersten Halbzeit war Vaihingen die dominantere Mannschaft, erzielte aber keinen weiteren Treffer – auch dank starker Paraden des Möhringener Keepers Ben Bartsch.
Auch in Halbzeit zwei starteten die Gastgeber schnell. Braun behauptete sich links nach einem langen Ball, legte sich im Strafraum den Ball zurecht und spielte auf den erneut einschiebenden Malchow (50'). Trotz Vaihingens Bemühungen war an jenem Tag nichts zu holen. Möhringen legte eine kompakte und disziplinierte Abwehrleistung hin und vollendete zum Schluss einen Konter zum 3:1-Endstand (89').
Auch das Pokalspiel zwei Tage später begann furios – allerdings umgekehrt. Ein Rückpass von Omar Azzam erwischte den Keeper von Zuffenhausen II auf dem falschen Fuß, sodass der SVV ohne eigene Mühen zur Führung kam (2'). Die leidenschaftlich und teils hitzig spielenden Zuffenhausener reagierten schnell und erzielten per Strafstoß den Ausgleich (4'). Unklar ist, ob das Foul, das zum Elfmeter führte, auf der Strafraumlinie oder außerhalb geschehen war.
Dennoch blieb Vaihingen konzentriert. Das Team zeigte der Heimmannschaft konditionell ihre Grenzen auf, kam durch hohes Pressing zu mehreren Torchancen und erzielte durch Sep Heydari kurz darauf das 1:2 (22'). Hervorzuheben ist hierbei die Vorlage Marcel Kousols; dieser überrannte nach einem Kopfballpass von Heringhaus die Abwehr und legte an der Grundlinie auf Heydari zurück. Gegen Ende der Halbzeit nutzte Nilson Jemixe einen chaotischen Moment im Strafraum und baute Vaihingens Führung aus (41').
In Hälfte zwei wurden die Chancen rarer. Bis auf eine Szene, in der Knödler mit einer Fußparade bei einem 1-gegen-1 glänzen konnte, ließ Vaihingen hinten wenig anbrennen. Ein Foul an Heydari führte schlussendlich zu einem Elfmeter, den Irion sicher verwandelte (73').
Vaihingen II trifft am 23.10. (Do.) in Runde 4 des Bezirkspokals auf den SV Tuna Spor in Echterdingen.
In der Summe spielte Vaihingen zu Hause gegen Waldebene Ost die schlechteste Halbzeit seiner Saison. Individuelle Fehler in der Hintermannschaft, im Gegenpressing und in der Rückwärtsbewegung führten nach 31 Minuten zu einem 0:3-Rückstand. Trotz einiger Wechsel setzte sich die Misere in Halbzeit zwei fort; so erzielte Pasquale Barbato mit einem schönen Fernschuss das vierte Tor (61'). Spiel entschieden...oder doch nicht?
Die wunderbare Kopfballtechnik von Tolu Dreher-Adenuga, der nach einem Eckball von Fuchs zum 1:4 einköpfte (69'), war der Weckruf für die Schwarzbacher, die ab da an mehr Energie und Selbstbewusstsein ausstrahlten. Weiter ging es mit einer meisterlichen Flanke vom eingewechselten Klöpper, diese traf Irion, der den Ball ins Tor lenkte (82').
Kurz darauf zeigte sich wiederholt Dreher-Adenugas Kopfballstärke: er schraubte sich "wie ein Adonis" hoch und traf zum 3:4. Den Assist verbuchte Simon Straub – seinen ersten im Vaihinger Dress. Trotz der starken Druckphase, in der Waldebene die Kontrolle über das Spiel völlig verlor, kam Vaihingen nicht mehr zur Ausgleichschance.
Zu guter Letzt traf Vaihingen auf den FV Degerloch. Zwar schlichen sich im ersten Drittel der Partie einige Chancen für Degerloch ein – einmal klärte Fuchs vor der Torlinie, einmal reagierte Studenkov schnell nach einem Eckball – doch in der Summe spielte der SVV besser. Hohes und intensives Pressing blieb unbelohnt, aber eine Ecke von Fuchs fand bei Irion ihren gewohnten Abnehmer zum 0:1 (27').
Sekunden nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit fiel dann das 0:2 (46'): eine Fehlkommunikation zwischen Keeper und Verteidiger führte zu einer misslungenen Klärungsaktion des Verteidigers. Degerlochs Torwart war an die Strafraumgrenze gelaufen und hinterließ ein leeres Tor. Den geklärten Ball nahm Fuchs aus 25 Metern direkt und versenkte ihn im Degerlocher Gehäuse.
Sauber blieb jedoch nicht alles, denn Vaihingen verlor zunehmend an Fokus. Degerloch konterte – und traf durch Lott, nachdem Marvin Kuhn einen präzisen Ball an den Vaihinger Verteidigern vorbeispielte (58'). Wenige Minuten später fand sich Lott nach einem Konter selbst vor dem Vaihinger Tor, scheiterte aber an Studenkov.
In der 72. leitete ein langer Ball von Ebongue dann das 1:3 ein: die aufrückenden Degerlocher wurden von der Schnelligkeit Barics überrascht. Der legte quer auf den eingewechselten David Dietrich, der mit seinem ersten Ballkontakt in dieser Saison direkt traf.
Während der Schlussminuten schwappte der Ball von Seite zu Seite. Neben einem Abseitstor schoss Degerloch auch ein Gültiges: Vaihingen klärte den Ball nicht entscheidend, Moquet leitete ihn artistisch mit der Hacke über die Abwehrkette und Hofmann hob den Ball über den Keeper ins Tor (90'). Nach zwei Zitterminuten beendete der Schiedsrichter die Partie – ein verdienter, unnötig knapper, aber sehr gern gesehener Sieg für Vaihingen.