
In der NOFV-Oberliga Nord sorgt derzeit ein junger Mann für Schlagzeilen, der im Alltag für Recht und Ordnung sorgt und am Wochenende die gegnerischen Abwehrreihen zur Verzweiflung bringt. Leon Walter hat mit seinem Doppelpack beim fulminanten 5:1-Auswärtssieg beim FC Viktoria Berlin ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Doch hinter dem Erfolg steckt weit mehr als nur sportliches Talent – es ist die Geschichte eines Mannes, der mit Disziplin, Herzblut und einer Prise brasilianischer Magie seinen Weg geht. Der 25-Jährige ist der FuPa-Spieler der Woche in Brandenburg.
Obwohl er maßgeblich am jüngsten Erfolg beteiligt war, blieb der 25-Jährige nach der Nachricht seiner Auszeichnung bescheiden. Die Wahl zum FuPa-Spieler der Woche in Brandenburg traf ihn unvorbereitet, rührte ihn. „Nein, ehrlich gesagt habe ich nicht wirklich damit gerechnet. Umso mehr freut und ehrt mich diese Wahl natürlich“, gesteht Leon Walter ein.
Der 5:1-Sieg beim FC Viktoria Berlin war ein Befreiungsschlag, ein Spiel wie aus einem Guss. Walter blickt voller Stolz auf die Minuten zurück, in denen alles zusammenpasste: „Gerade in der ersten Halbzeit war unsere Chancenverwertung sehr effizient. Nach dem 1:0 haben wir uns in einen richtigen Spielfluss gespielt und viel Selbstvertrauen entwickelt.“ Besonders die harte Arbeit auf dem Trainingsplatz zahlte sich in den entscheidenden Momenten aus. „Zudem waren wir bei Standardsituationen – insbesondere bei Ecken – sehr gefährlich. Das haben wir in den Trainingswochen zuvor intensiv vorbereitet, und es war schön zu sehen, dass sich diese Arbeit direkt ausgezahlt hat.“
Ob als eiskalter Vollstrecker im Zentrum oder als wirbelnder Flügelspieler – Walter ist die personifizierte Gefahr für jede Defensive. „Am liebsten spiele ich im Sturm oder auf den Außenbahnen. Links oder rechts ist eigentlich egal. Ich habe dort bereits in der Vergangenheit sowie in dieser Saison gespielt. Im Offensivbereich bin ich insgesamt flexibel einsetzbar“, beschreibt er seine Rolle auf dem Feld. Dabei ist ihm die Art des Tores zweitrangig, solange es dem Kollektiv dient: „Ich habe da keine bevorzugte Variante. Ob mit dem Kopf, mit links oder rechts – jedes Tor ist etwas Besonderes. Entscheidend ist für mich, der Mannschaft zu helfen und meinen Beitrag zum Erfolg zu leisten.“
Was die SG Union Klosterfelde so einzigartig macht, ist für Walter nicht allein der sportliche Erfolg auf dem vierten Tabellenplatz der NOFV-Oberliga Nord. Es ist das tiefe Gefühl von Zugehörigkeit und familiärer Wärme. „Der Zusammenhalt im Team und im gesamten Verein ist etwas Besonderes. Hier kennt jeder jeden, und man spürt einfach, dass alle an einem Strang ziehen“, sagt er mit einer Wärme, die zeigt, dass dieser Verein für ihn weit mehr als nur ein Verein auf Zeit ist.
Seine spielerische Leichtigkeit und sein Drang zur Kreativität haben eine klare Inspirationsquelle. „Mein Idol war und ist Neymar Jr. Für mich hat Fußball immer auch etwas mit Freude und Kreativität zu tun, und genau das verkörpert er. Es hat mir immer großen Spaß gemacht, ihm zuzuschauen“, schwärmt der Angreifer. „Er verfügt über Fähigkeiten, die auf diesem Niveau nur ganz wenige Spieler haben, und das hat mich schon früh beeindruckt. Ich glaube, im Jugendfußball wollten damals alle so spielen können wie er.“
Trotz des aktuellen Höhenflugs bleibt der 25-Jährige ein Mann der klaren Worte und der harten Arbeit. Die Ziele für den Rest der Saison sind trotz des vierten Platzes bodenständig: „Unser oberstes Ziel bleibt der Klassenerhalt. Gleichzeitig wollen wir weiterhin konstant punkten. Wenn wir unsere Leistungen kontinuierlich abrufen, ist mit dem aktuellen Kader sicherlich noch einiges möglich.“ Für seine eigene Laufbahn setzt er auf stetiges Wachstum: „Ich möchte mich mit jeder Saison weiterentwickeln und dem Team bestmöglich helfen, seine Ziele zu erreichen. Alles Weitere wird sich Schritt für Schritt ergeben – wichtig ist für mich, konstant an mir zu arbeiten und sportlich voranzukommen.“
Wenn er den Fußballplatz verlässt, tauscht Leon Walter das Trikot gegen die Uniform. Er ist Polizist in Berlin – ein Beruf, der höchste Konzentration und Verantwortung fordert. Den Ausgleich zu diesem fordernden Alltag findet er im Kreise seiner Liebsten: „Neben dem Fußball treibe ich gerne auch andere Sportarten und verbringe viel Zeit mit Freunden und Familie.“ Und wenn es einmal ganz anders soll, greift der Torjäger zur Konsole: „Wenn die Zeit es zulässt, dann spiele ich außerdem hin und wieder ein paar Spiele auf der Playstation, einfach um mal abzuschalten.“