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Leon Robinson imponiert durch Fleiß beim 1.FC Kaiserslautern

Gegen Ulm gab der Alzeyer sein Startelf-Debüt beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern

von Claus Rosenberg · 29.01.2025, 08:00 Uhr · 0 Leser
Leon Robinson (rechts, hier im Sommer gegen den SSV Ulm) hat sich unter anderem über den TSV Gau-Odernheim in den Kader des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern gespielt.	Foto: nordphoto GmbH / Hafner
Leon Robinson (rechts, hier im Sommer gegen den SSV Ulm) hat sich unter anderem über den TSV Gau-Odernheim in den Kader des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern gespielt. Foto: nordphoto GmbH / Hafner

Alzey. Gegen den SSV Ulm 1846 hat Leon Robinson einen weiteren Meilenstein in seiner Laufbahn geschafft. Vor 45.000 Zuschauern gab der 23 Jahre alte Alzeyer im Fritz-Walter-Stadion beim 2:1-Erfolg gegen Ulm sein Start-Elf-Debüt beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Viele seiner Weggefährten freuten sich mit ihm. Alle würdigten den Mittelfeldspieler als „bodenständig, der trotz seiner Karriere im Profifußball einer von ihnen geblieben ist“.

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Polizeiausbildung bremste Robinson beim TSV Schott

Hinter dem gebürtigen Wormser Leon Robinson liegt eine interessante Sportlaufbahn. Sein Talent führte ihn in der Jugend ans Leistungszentrum von Mainz 05, sein erstes Aktiven-Spiel bestritt er in der Bezirksliga Rheinhessen beim TSV Schott Mainz II. Dort stand dem hochgewachsenen Fußballer, der schon als Jugendspieler am Erstmannschafts-Training teilnahm, die Tür zur Regionalliga offen. Allerdings gab es einen Haken: Wegen seiner Polizei-Ausbildung in Bamberg konnte er bei Schott nicht so häufig trainieren, wie das verlangt wurde.

Zwischenstation bei den Freunden des FC Wörrstadt

Statt im höherklassigen Fußball strandete Robinson, dessen Vater US-Amerikaner ist, im ersten Corona-Jahr beim FC Wörrstadt. Mit Freunden wollte er kicken, hieß es. B-Klasse, Kunstrasen, Spielausfälle - unter diesen Voraussetzungen das sportliche Niveau zu halten, glich einer Herkules-Aufgabe. Robinson schaffte es und wechselte 2021 zum Verbandsligisten TSV Gau-Odernheim. Als wäre es gestern gewesen, erinnert sich Luca Gerhardt: "Gleich bei der ersten Begegnung hinterließ er den Eindruck eines Führungsspielers", so der damalige Mitspieler. Eingefädelt hatte diesen Wechsel Gau-Odernheims damaliger Trainer Christoph Hartmüller. "Ich glaube, Leon war bei unserem ersten Gespräch überrascht, dass wir ihm trotz des eingeschränkten Trainings mit der Mannschaft die Möglichkeit offerierten, dass er sonntags Verbandsliga spielen kann", skizziert der Coach, der – wie viele andere auch – weiterhin Kontakt mit Leon Robinson hat. Diese Bodenständigkeit wird von vielen genauso geschätzt wie Athletik, die der heutige FCKler mitbrachte.

Ausgerechnet gegen den FCK II macht er auf sich aufmerksam

Der TSV Gau-Odernheim und Robinson feierten viele Siege. Der für den Alzeyer wichtigste war der vor zwei Jahren, als die Petersberger überraschend in einem Testspiel den 1. FC Kaiserslautern II schlugen. Da entdeckten die Lauterer den Beamten, unterbreiteten ihm ein Angebot für die Zweite. Der TSV erteilte die Freigabe, obwohl Robinson bereits für die folgende Saison am Petersberg zugesagt hatte. Ihm aber einen Stein in Weg zu legen, das sei überhaupt keine Option gewesen, erinnert sich Hartmüller. 2023, die Trainingseinschränkungen wegen der Ausbildung sind längst Geschichte, schlüpfte Robinson ins FCK-Trikot und avancierte auf Anhieb zum Kapitän des Oberliga-Teams. 2024 erarbeitete er sich seinen Profivertrag und absolvierte am ersten Spieltag sein erstes Pflichtspiel für den FCK – ausgerechnet gegen den SSV Ulm.

"Der war immer on fire"

Luca Gerhardt wunderte es nicht: "Leon ist ein absolutes Vorbild in Sachen Einstellung und Fleiß." Genauso charakterisiert ihn Lukas Knell, der ebenfalls mit Leon Robinson beim TSV Gau-Odernheim spielte. "Leon kam meist ja nur einmal wöchentlich ins Training. Da war er dann hoch motiviert, gab immer 110 Prozent. Der war immer on fire", schildert der Stürmer aus dem Winterurlaub.

Beim TSV wird die Karriere sehr genau verfolgt

„Sensationell“ nannte Daniel Diel die sportliche Entwicklung seines ehemaligen Teamgefährten. Aus dem Urlaub in New York meldete sich der Torhüter des TSV Gau-Odernheim zu Wort. Sogar dort hatte er mitbekommen, dass Robinson nach sechs Einwechslungen ins Zweitliga-Team nun gegen den SSV Ulm von Anfang an auf dem Platz stand. Diel: "Wir vom TSV verfolgen ihn sehr genau, schauen immer, ob er Einsatzzeiten hatte. Und freuen uns mit ihm, erst recht, wenn ihm, wie in Darmstadt, sogar eine Vorlage glückt."

Hartmüller sah immer großes Potenzial bei Robinson. "Für die Verbandsliga war er überqualifiziert.2 Von der Dynamik, dem Engagement und der Zweikampfstärke her habe er den Twen wenigstens in der Oberliga gesehen. Damit es höher hinaus geht, so die Einschätzung des A-Trainers, braucht es auch ein bisschen Zufallsglück. Das hatte Robinson auch dergestalt, dass Hartmüller Anfang der 20er eine Trainer-Hospitanz bei Schott Mainz absolvierte. Dort erwähnte der damalige Trainer Sascha Meeth Robinsons Zwickmühle.