2025-12-03T05:51:34.672Z

Spielbericht
– Foto: René Diebel

Leo lässt flutschen - Emmeln gewinnt den Sommerkrimi von Berßen

Samstag, 26 Grad, Sonne satt - perfektes Wetter, um das erste Mal in Berßen auf dem Fußballplatz aufzuschlagen. Ja, ich gestehe: Ich war vorher noch nie da. Und das, obwohl der Platz aussieht, als hätte er kurz vor Anpfiff noch eine Wellnessbehandlung bekommen - Rasenkante frisch frisiert, Linien gezogen wie mit dem Zirkel. Da musste ich mich innerlich gleich bei allen Berßenern entschuldigen, dass ich es so lange versäumt habe.

Saisonstart in der 1. Kreisklasse Mitte: SG Berßen/Eisten-Hüven gegen SV Eintracht Emmeln. Handgezählte 60 Zuschauer, bestes Wetter, und diese besondere Ruhe vor dem Anpfiff, bei der man noch nicht ahnt, welche Geschichten der Nachmittag schreiben wird.

Das Spiel lief, als hätte jemand den „Scouting“-Schalter umgelegt. An der Seitenlinie kritzelten die Trainer der SG Geeste/Osterbrock so eifrig in ihre Notizblöcke, dass man meinen konnte, sie skizzierten den nächsten Bestseller. Und sie waren nicht die einzigen, die mit Argusaugen hinsahen.
Das Spiel lief, als hätte jemand den „Scouting“-Schalter umgelegt. An der Seitenlinie kritzelten die Trainer der SG Geeste/Osterbrock so eifrig in ihre Notizblöcke, dass man meinen konnte, sie skizzierten den nächsten Bestseller. Und sie waren nicht die einzigen, die mit Argusaugen hinsahen.

Das Spiel begann mit einem „Leo“-Moment, der in die Dorfplatz-Geschichtsbücher eingehen könnte: Emmelns Keeper ruft laut, klar und deutlich - und lässt den Ball dann einfach durch die Hände rutschen. 1:0 für Berßen (14‘, Thorben Jansen) und die Tribüne johlt. Ab da war klar: Das wird kein Nachmittag für die Taktiktafel, das wird einer für die Anekdotensammlung.

– Foto: René Diebel

Emmeln aber reagierte schnell. Erst lupfte Simon Klas den Ball um den Keeper herum ins Tor (26‘, 1:1, Vorarbeit Steffen Deymann), dann knallte Deymann selbst nach perfekter Annahme das Leder ins Netz (29‘, 1:2, Vorarbeit Jan-Henrik Schepers). Kurz vor der Pause blieb es dabei.

Nach dem Seitenwechsel schlug Emmeln zu wie beim Kopfball-Trainingslager: Erst Matthis Müller nach Ecke (48‘, 1:3, Vorarbeit Schepers), dann erneut Klas nach Freistoßflanke (50‘, 1:4, Vorarbeit Schepers). Spiel durch? Pustekuchen!

Berßen bekam einen Elfmeter zugesprochen, den Jonas Kubiaczyk eiskalt verwandelte (58‘, 2:4), und legte per Standard nach, Philipp Deermann traf nach Freistoß in den Strafraum (75‘, 3:4). In dieser Phase half Berßen nicht nur mit Toren, sondern auch mit kleinen Fouls, die den Rhythmus der Emmelner komplett zerstörten.

– Foto: René Diebel

Doch Emmeln bekam noch einmal die Kurve: 90‘+2, Simon Klas zum Dritten – aus 18 Metern, links unten rein, nach Vorarbeit von Jan-Henrik Schepers. Endstand 3:5.

– Foto: René Diebel

Was bleibt? Ein gepflegter Rasen, ein „Leo“-Patzer zum Einrahmen und die Gewissheit, dass Kreisklasse manchmal mehr Drama bietet als jede Bundesliga-Konferenz.

Und ich? Ich komme wieder nach Berßen. Vielleicht nicht wegen der Punkte, aber garantiert wegen der Geschichten.

– Foto: René Diebel

Aufrufe: 010.8.2025, 08:30 Uhr
René DiebelAutor