Ein Coup, der alle zum Strahlen bringt: Vereinsvorsitzender Georg Müller (Mi.) stellte der Mannschaft am Dienstagabend Cheftrainer Stefan Simon (re.) und dessen Assistenten (und Bruder) Georg Simon vor.
Ein Coup, der alle zum Strahlen bringt: Vereinsvorsitzender Georg Müller (Mi.) stellte der Mannschaft am Dienstagabend Cheftrainer Stefan Simon (re.) und dessen Assistenten (und Bruder) Georg Simon vor. – Foto: Ewald Scheitterer

Lenggrieser SC: Stefan Simon wird neuer Trainer - Mathias Gerg kehrt zurück

Bruder Georg wird Co-Trainer

Beim Lenggrieser SC herrscht Aufbruchsstimmung. Stefan Simon wurde als neuer Cheftrainer vorgestellt und Mathias Gerg kommt vom TuS Holzkirchen zurück.

Lenggries – Ebenso wie bei allen anderen Fußballvereinen im Landkreis wusste man beim Lenggrieser SC über Monate nicht, wie und ob es weitergehen würde mit der unseligen und sich endlos wie ein Strudelteig ziehende Corona-Saison 2019/21. Eine weitere große Baustelle tat sich Ende vergangenen Oktober nach dem berufsbedingten Rücktritt von Trainer Martin Lindner auf.

Bei Interimstrainer Andi Riesch war von vorneherein klar, dass er den Posten nur kurzzeitig bis zum Ende einer möglichen Saison übernehmen würde. Eifrig klapperten deshalb Spartenleiter Peter Nar und Karl Murböck das Oberland auf mögliche Kandidaten ab. „Ein gutes Dutzend haben wir auf der Liste gehabt“, berichtet Nar, „aber nur Trainer ohne Vertrag. Bei anderen Vereinen wildern, das kam für uns nicht in Frage.“

Lenggrieser SC: Stefan Simon wird neuer Cheftrainer

Nun sind die Lenggrieser in nächster Nähe fündig geworden: Stefan Simon vom SC Gaißach hat zugesagt. „Da war nicht viel Überzeugungsarbeit vonnöten“, sagt Nar. Fachlich ist der 37-jährige Gaißacher ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Schließlich war er zwei Jahre lang zusammen mit Daniel Heidemann Nachwuchstrainer beim FC Bayern München und bei seinem Heimatverein Trainer in Bezirks-, Kreisliga und Kreisklasse. „Außerdem ist er ehrgeizig. Von so einem Mann an der Seitenlinie kann man nur träumen“, schwärmt Fußball-Chef Nar, der den Coup zusammen mit LSC-Urgestein Karl Murböck eingefädelt hat.

Auch Stefan Simon hatte in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal mit einem Engagement beim LSC geliebäugelt. „Aber aus verschiedenen Gründen hat sich das nie ergeben“, so Simon. Nun passt alles zusammen. Was Simon vor allem reizt, ist die sportliche Perspektive. Denn Kreisliga ist eine Hausnummer – und wohl nicht das Ende der Fahnenstange. „Seit Jahrzehnten ist der LSC führend in der Nachwuchsarbeit“, hat Simon beobachtet. Die A-Junioren spielen in der kommenden Saison eventuell sogar in der Bezirksoberliga. „Es wird spannend“, freut sich der künftige Coach.

Stefan Simon nimmt Bruder Georg als Co-Trainer gleich mit

Und: Ein Simon kommt selten allein; Stefan bringt seinen Bruder Georg als Assistenten gleich mit. Auch der 30-Jährige hat Erfahrung als Trainer. Während seiner Knieverletzung coachte er die Gaißacher Erste; im Nachwuchs ist er seit zehn Jahren in allen Altersstufen tätig. Zuletzt trainierte das Duo die Gaißacher A-Junioren. „Bei uns weiß jeder, wie der andere tickt, da herrscht blindes Verständnis und Vertrauen“, sagt Georg Simon. „Außerdem kann ich als Co-Trainer von Stefan lernen. Irgendwann will ich ja selbst mal den Trainerschein machen.“

Ein weiterer Vorteil der Zusammenarbeit: Stefan Simon, der als Geschäftsführer und Meister des Gaißacher Betriebs „Simon Kältetechnik“ des Öfteren auf auswärtigen Baustellen unterwegs ist, kann von Bruder Georg, seines Zeichens kaufmännischer Leiter, vorort jederzeit vertreten werden.

„Das wird eine sau-interessante Gschicht beim LSC“

Georg Simon freut sich auf seine neue Aufgabe

Vom Lenggrieser SC sind die Gebrüder Simon total begeistert. Der Verein hat eine talentierte Kreisliga-Mannschaft, eine passable Reserve und einen breit aufgestellt Nachwuchs mit insgesamt 15 Juniorenteams. „Neun oder zehn A-Junioren kommen in den Erwachsenenbereich“, hat Simon in Erfahrung gebracht. „Das wird eine sau-interessante Gschicht beim LSC“, freut sich Georg Simon. Interessant auch deshalb, weil ein Umbruch ansteht. „In den nächsten zwei, drei Jahren wird das Gros unserer einstigen Bezirksligaspieler aufhören. Da müssen wir eine junge, schlagkräftige Mannschaft neu aufbauen“, blickt Abteilungsleiter Peter Nar in die Zukunft.

Einer, der voraussichtlich ein paar Jahre länger spielen wird, ist soeben zum LSC zurückgekehrt: Mathias Gerg. Der 26-jährige Mittelfeldspieler – vermutlich der beschlagenste Techniker im Team – war im Sommer 2019 zum Landesligisten TuS Holzkirchen gewechselt und auf Anhieb zum Stammspieler avanciert. 20 der 25 Begegnungen hat er beim TuS bestritten, allerdings als rechter Verteidiger. „Das ist nicht unbedingt meine Lieblingsposition, und Tore habe ich auch nicht erzielt“, räumt Gerg ein. Unter dem neuen Trainer hofft er wieder auf eine zentralere Rolle. Die Fahrerei von seinem Arbeitsplatz in Fleck nach Holzkirchen sei ihm zu aufwendig geworden. „Außerdem wird’s jetzt eine spannende Umbruchzeit beim LSC. Da möchte ich unbedingt dabei sein.“

(Wolfgang Stauner)

Aufrufe: 017.6.2021, 06:46 Uhr
Wolfgang StaunerAutor

Verlinkte Inhalte