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Spielvorbericht

Lenggrieser SC empfängt Unterpfaffenhofen zum ersten Relegationsmatch

Relegation zur Bezirksliga

von Nick Scheder · 02.06.2026, 09:00 Uhr · 0 Leser
Eine neue, aufregende Situation für die jungen Spieler wie Georg Müller (re.): Der Lenggrieser SC startet in die Aufstiegsrelegation. Erste Station: Heimspiel gegen Unterpfaffenhofen.
Eine neue, aufregende Situation für die jungen Spieler wie Georg Müller (re.): Der Lenggrieser SC startet in die Aufstiegsrelegation. Erste Station: Heimspiel gegen Unterpfaffenhofen. – Foto: Archiv

Der Lenggrieser SC verpasste die Meisterschaft knapp und muss nun in die Relegation. Trainer Georg Simon rechnet am Dienstag mit mehreren Hundert Zuschauern im Isarstadion.

Ein paar Minuten lang wähnten sich die Fußballer des Lenggrieser SC am Samstag doch noch als Meister, als sie kurz vor Schluss den Sieg gegen Peiting holten. Dann schoss der TuS Gerestried II im Fernduell den Ausgleich, der den LSC auf Rang zwei zurückwarf und damit in die Relegation. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist immer noch möglich, doch müssen sich die Lenggrieser zunächst in der Summe zweier Duelle (Dienstag, 18.30 Uhr, Lenggries/Freitag, 18 Uhr, auswärts) gegen den SC Unterpfaffenhofen, Zweiter der Kreisliga 2, durchsetzen. Anschließend stehen zwei Duelle gegen den Gewinner aus dem Kreis München (SV Lohhof, SV München-West, TSV Trudering) an. Erst der Sieger aus Hin- und Rückspiel steigt auf.

Und zunächst stand für Trainer Georg Simon viel Arbeit an, seine Mannschaft wieder aufzurichten. „Klar ist es im ersten Moment schwierig, wenn man nachsitzen muss, wenn man weiß, man hätte es auch anders haben können“, sagt der Lenggrieser Trainer. Aber er versuchte, den Spielern das Positive mitzugeben. „Die Relegation ist etwas Unvergessliches“, sagt Simon, der einst selbst mit dem SC Gaißach eine langwierige, aufreibende Abstiegsrunde miterlebte, die ihm nie in Vergessenheit geraten wird. „Relegation ist etwas Besonderes.“ Und die Vorfreude überwiegt nicht nur beim Team, nachdem die Enttäuschung überwunden war. Auch die Zuschauer fiebern wohl den Entscheidungs-Spielen entgegen. „Da werden schon ein paar Hundert auflaufen“, glaubt Simon. Da bietet es sich an, mit Muskelkraft zum Isarstadion zu kommen oder zumindest die Parkplätze am Festplatz zu nutzen.

Natürlich ist es im Heimspiel erneut eine gewisse Drucksituation für die zumeist jungen Lenggrieser Spieler. „Vor so vielen Zuschauern, mit der Anspannung ist bestimmt ein wenig Nervosität da. Die Situation ist ja alles andere als alltäglich“, sagt Simon. Doch er glaubt, dass seine Spieler spätestens nach ein paar Minuten im Spiel sind und hoffentlich zu einer gewissen Lockerheit finden: „Außerdem haben wir ja auch ein paar Routiniers in der Mannschaft, die kommen schon zurecht.“

Der Gegner ist ähnlich strukturiert wie Lenggries. Hat in erster Linie selbst ausgebildete Spieler in seinen Reihen, keine Legionäre wie manch anderer Münchner Verein. Auf Meister TSV Moorenweis fehlten dem SCU sechs Punkte. Am letzten Spieltag verteidigte die Mannschaft den Relegationsplatz erfolgreich gegen Verfolger SC Weßling. Für einen Großteil der Unterpfaffenhofener Tore ist vor allem ein Mann verantwortlich: Khareem Zelmat (34), der bereits 16-mal getroffen hat und den Simon noch aus seiner aktiven Zeit kennt: „Ein groß gewachsener, ausgebuffter Stürmer, der gut den Ball behaupten, sich gut durchsetzen kann.“ Sorgen bereitet ihm das nicht: „Wir werden ihn alle miteinander in den Griff bekommen.“ Eine Aufgabe für einen wie Maximilian Angermeier, der an solchen Herausforderungen wächst. „Der freut sich drauf, der wächst sicher über sich hinaus“, glaubt sein Coach.

Möglicherweise fehlt Zelmat aber sogar, weil er wohl im Urlaub ist. Doch die Gäste haben noch weitere Spieler, die für Tore gut sind. Aber auf seine Abwehr kann sich der LSC meist verlassen. 25 Treffer in 26 Spielen sind Bestwert der Kreisliga 1, alle Konkurrenten bis auf den TuS II haben mehr Tore kassiert. Und auch die Lenggrieser Offensive ist gefährlich, stellt mit 68 Treffern den besten Angriff der Spielklasse. Auch wenn zuweilen Ladehemmungen während der Saison den einen oder anderen Punkt kosteten, ist Simon nicht bange: „Wir haben in der Saison dazugelernt, sind taktisch flexibler geworden. Und nach vorne geht bei uns immer was, die Torabschlüsse ergeben sich von selbst, wenn wir stabil spielen, ab und zu mal das Tempo rausnehmen und verschnaufen.“ Fußball spielen und kämpfen, „das ist in Lenggries irgendwie ohnehin selbstverständlich“.

Allzu viele Chancen werden sich allerdings nicht ergeben, vermutet Simon, weil auch Unterpfaffenhofen recht kompakt spielt. Fehlen wird nur Martin Wasensteiner, der erst am Freitag wieder einsatzbereit ist. Alle sind hochmotiviert. Allerdings auch angespannt. Aber eher in positivem Sinne. Simon: „Das wird jetzt eine richtig coole Zeit.“