
Walldorf. Im Januar 2025 gab der SV Rot-Weiß Walldorf noch bekannt, die Zusammenarbeit mit Artur Lemm vorzeitig um zwei weitere Jahre zu verlängern. Der Cheftrainer des Fußball-Hessenligisten sagte dazu: „Ich möchte aus voller Überzeugung und von Herzen in Walldorf bleiben.“ Nun erklärt der RWW-Vorstand in einer Presseerklärung, sich zum Saisonende von Lemm zu trennen. Dies sei das Ergebnis „offener und vertrauensvoller Gespräche“. Ein neues Trainerteam werde in den nächsten Tagen vorgestellt.
Dass Lemm, RWW-Coach seit November 2021, die Rot-Weißen bis 30. Juni 2027 anleitet – das sei als Ziel gedacht gewesen, erklärt Vorsitzender Manfred Knacker. Der Trainer indes sieht eine mündliche, aber doch verbindliche Vereinbarung.
Die Gründe, warum man ab 1. Juli 2026 getrennte Wege gehen möchte, sind laut Vorstand „vielfältig“. Ausdrücklich genannt wird der Wunsch Lemms, sich „neuen sportlichen Herausforderungen stellen und seine Laufbahn in einem anderen Umfeld fortsetzen“ zu wollen. Der 50 Jahre alte Bischofsheimer indes bedauert, dass seine Zeit bei Rot-Weiß im Sommer endet. Lemms Wille sei keineswegs die „vorzeitige Vertragsauflösung“ gewesen. Zumal er die sportliche Entwicklung der Mannschaft unter seiner Leitung noch nicht vollendet sieht, wie er deutlich macht: „Ich hätte gerne mit Walldorf einen maximalen sportlichen Erfolg erreicht, wie wir es fast im letzten Jahr geschafft haben.“ Lemm meint die vergangene Saison, in der die Mannschaft lange Tabellenführer war und letztlich auf Platz vier landete.
Beim SV Rot-Weiß stieg Lemm im Sommer 2021 als Sportlicher Leiter ein. Nach dem Rücktritt von Trainer Max Martin Ende Oktober desselben Jahres sprang er zunächst als Interimscoach ein, ehe er einige Wochen später unbefristet die Cheftrainerrolle übernahm. „In den folgenden Jahren prägte Lemm mit seinem Trainerteam die Entwicklung des Vereins maßgeblich“, so der Vorstand: „Unter seiner Führung entwickelte sich die Mannschaft kontinuierlich weiter und kämpfte sich Schritt für Schritt bis an die Spitze der Hessenliga.“
Dabei habe das Team nicht nur durch konstant gute Ergebnisse, sondern auch durch eine „klare Spielidee“ und „große mannschaftliche Geschlossenheit“ überzeugt. Dass der Coach besonderen Wert auf die Integration von Talenten aus dem RWW-Nachwuchs gelegt hat, würdigt der Vorstand ebenfalls. Obendrein habe er sich intensiv für die Entwicklung der U23 eingesetzt: In der Saison 2021/22 noch Kreisoberligist, ist die zweite Mannschaft zweimal in Folge aufgestiegen und hat sich in der Verbandsliga etabliert.
„Der Verein bedankt sich bei Artur Lemm herzlich für seine engagierte Arbeit, seine Professionalität und seinen unermüdlichen Einsatz, mit denen er die Mannschaft über die Jahre maßgeblich geprägt hat“, heißt es in der Vorstandsmitteilung weiter: „Die Zusammenarbeit war stets konstruktiv, vertrauensvoll und von gegenseitigem Respekt geprägt.“
Und jetzt? Artur Lemm betont: „Ich bin total motiviert, die Rückrunde bestmöglich zu Ende zu bringen.“ Und diesen Antrieb habe auch die Mannschaft, wie ihm alle Führungsspieler versichert hätten: „Wir wollen in die Top-Fünf der Liga kommen, möglichst die Platzierung der vergangenen Saison wiederholen.“ Sogar der dritte Rang, von dem das Team lediglich drei Punkte entfernt ist, und damit der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist, möglich.
Angesichts der Trennung von Trainer Artur Lemm, die im Sommer bevorsteht, ist das bisher Erreichte in den Hintergrund gerückt. Zumindest für den Moment. In die neue Saison gestartet waren die Rot-Weißen mit dem Willen, das Geleistete zu bestätigen. Erreicht die Mannschaft dennoch die Saisonziele? Mehr dazu lest ihr im plus-Artikel auf Echo online.