
Der MTSV Selsingen fing sich im fünften und letzten Jahr unter Trainer Daniel Ariens noch. Nach der Hinrunde standen die Selsinger nur einen Platz vor der Abstiegszone, am Ende der Serie kam jedoch noch der sechste Platz der Kreisliga heraus.
„Die Hinrunde war eine Katastrophe, die Rückrunde hingegen lief sehr gut“, fasst der scheidende Trainer die Saison 2023/24 präzise zusammen. Dabei lief es am Anfang der Saison noch richtig gut. Nach Siegen gegen Bothel und Alfstedt/Ebersdorf stand der MTSV auf Rang zwei der Tabelle. „Die Spiele danach waren von der Leistung her auch noch okay“, sagt Ariens in der Rückschau zur ZEVENER ZEITUNG.
Dennoch folgte eine Niederlagenserie, nach dem zehnten Spieltag stand Selsingen auf einem Abstiegsplatz wieder. „Die Spiele gegen Nordheide und den MTV Hesedorf haben uns das Genick gebrochen“, so Ariens.
„Das Spiel gegen Nordheide war unser schlechtestes Saisonspiel und gegen Hesedorf müssen wir eigentlich 5:2 führen, verlieren das Spiel aber am Ende. Diese beiden Niederlagen schlugen auf die Moral.“
Nach diesen Partien gab es kaum noch Punkte. Erst im Jahr 2024 wurde es wieder besser. Auch wenn es im ersten Punktspiel beim späteren Meister Bremervörde zunächst eine Niederlage gab.
„Aber auch da war die Leistung schon in Ordnung. Da haben wir uns aber in den zehn Minuten vor der Halbzeit drei Dinger eingefangen“, so Ariens. Doch mit dem folgenden 4:0-Sieg gegen Bothel begann eine Siegesserie von sechs Spielen.
„Der Erfolg in Bothel war eine Befreiung. Da haben einige gemerkt, dass es doch noch geht“, erklärt der MTSV-Coach. Das darauffolgende Spiel gegen Scheeßel drehten die Selsinger nach einem Rückstand. Ariens: „Das war der Brustlöser. Da kam das Selbstvertrauen wieder.“
Anschließend bezwangen die Selsinger sogar die Top-Teams Bremervörde und Rotenburg II. Nach dieser Serie etablierte sich der MTSV im Mittelfeld der Liga und kletterte am Ende bis auf den sechsten Platz nach oben.
Dabei musste Ariens gerade in der Rückrunde verletzungsbedingt auf einige absolute Leistungsträger verzichten. Kapitän Hanke Wehber fiel nahezu die komplette Rückserie aus, Matthias Augustin war in den letzten sieben Spielen nicht dabei, und Tanis Metscher konnte nur dreimal auflaufen.
„Hätte man mir vorher gesagt, dass die ausfallen, hätte ich keinen Cent auf die Rückrunde gesetzt. Aber andere sind in die Bresche gesprungen.“
Der Trainer hob dabei Marek Schotmann und Finn Demmer hervor. „Marek ist mit seinen gerade einmal 25 Jahren als Kapitän vorweg gegangen und hat, egal auf welcher Position er spielen musste, die Mannschaft mitgezogen, und Finn war in seiner ersten Herren-Saison schon ein absoluter Leistungsträger.“
Also konnte Daniel Ariens nach fünf Jahren als Trainer der ersten Mannschaft des MTSV Selsingen einen erfolgreichen Abschluss finden. Er wird zwar weiterhin die Geschicke der S40 des MTSV leiten, aber ansonsten, was Fußball angeht, etwas kürzertreten.
Aber von einem Abschied für immer möchte er nicht sprechen. „Vielleicht wird mir in einem halben Jahr schon wieder langweilig und mal sehen, was dann kommt“, so Ariens. „Aber erst einmal freue ich mich auf die Pause.“
In der nächsten Saison wird beim MTSV Rainer Duray an der Seitenlinie stehen, der in der vergangenen Saison mit dem TSV Oerel-Barchel in die 1. Kreisklasse aufgestiegen ist. Duray gibt nach zehn Jahren, als er von Alfstedt/Ebersdorf nach Byhusen gewechselt ist, sein Comeback als Kreisliga-Coach.