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„Leidenschaftlich verteidigt“: Hansa Rostock dreht Abendspiel in Verl

Nach Rückstand dreht der F.C. Hansa Rostock die Partie beim direkten Aufstiegskonkurrenten SC Verl in einem echten Pflichtsieg, um im Rennen um die vorderen Plätze der 3. Liga zu bleiben.

von fue · 08.04.2026, 23:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

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Am 32. Spieltag der 3. Liga hat der F.C. Hansa Rostock einen enorm wichtigen Auswärtssieg beim SC Verl errungen und die Partie nach einem Rückstand in ein 2:1 (0:1) gedreht. Während Berkan Taz (45.) die Gastgeber in Führung brachte, sicherten Christian Kinsombi (53.) und Emil Holten (57.) mit ihren Treffern den Rostockern drei essenzielle Punkte im Kampf um den Aufstieg. Mit diesem Sieg zieht die Kogge in der Tabelle an Verl vorbei auf den fünften Platz.

Veränderte Startelf nach Fehlstart in die englische Woche

Nach der bitteren 2:3-Niederlage gegen den FC Viktoria Köln am vergangenen Samstag stand Hansa Rostock im Auswärtsspiel unter Zugzwang. Trainer Daniel Brinkmann brachte seinen Kapitän Franz Pfanne von Beginn an, dessen erster Startelfeinsatz im Jahr 2026 nach auskurierter Verletzung. Zudem begannen Jan Mejdr, Lukas Kunze und David Hummel anstelle von Spielern wie Lukas Wallner und Maximilian Krauß.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erklärte Brinkmann den Auftakt: „Ja, ich freue mich natürlich unheimlich, dass wir das Spiel heute gewonnen haben und dass wir es vor allem auch drehen konnten. Ich denke, dass wir ganz ordentlich ins Spiel reinkommen, da waren wir dann doch so ein paar Minuten in der Hälfte von Verl.“

Ein Traumtor bestraft den fehlenden Mut

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigten die Gastgeber zunehmend ihre Spielfreude und verlagerten das Geschehen immer weiter in die Rostocker Hälfte. Zunächst hatte die Kogge noch Glück, als Joshua Eze aus rund 20 Metern abzog, Schuster den Ball abfälschte und das Leder an den Pfosten knallte (32.).

Verl ließ den Ball laufen, bis kurz vor dem Pausenpfiff Taz gefoult wurde. Der Gefoulte trat den direkten Freistoß selbst und schlenzte ihn traumhaft in den Winkel, Keeper Benjamin Uphoff war absolut machtlos (45.).

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel kritisierte Brinkmann diese Phase deutlich: „Danach haben sie das Spiel klar übernommen und da hat es mir nicht gefallen, wie wir das Spiel bestritten haben. Da waren wir zu weit weg vom Gegenspieler, wir waren nicht mutig mit Ball.“

Risiko, Taktikwechsel und der ersehnte Doppelschlag

Nach dem Seitenwechsel versuchte Rostock sofort, mehr nach vorne zu spielen, brachte den letzten Pass zunächst aber nicht an den Mann (49.). Das Trainerteam hatte zur Pause dreifach gewechselt: Adrien Lebeau, Hummel und Kunze machten Platz für Daniel Kinsombi, Jonas Dirkner und Krauß.

Hansa erhöhte das Risiko, und als Krauß bei einem langen Ball im Abseits stand (52.), deutete sich die Wende bereits an. Im Zuge eines Konters verlor Eze den Ball, Dirkner bediente Kinsombi mit einem wunderbaren Pass, und dieser blieb vor Verls Schlussmann Philipp Schulze eiskalt, das 1:1 (53.).

Nur kurz darauf gewann Mejdr ein wichtiges Kopfballduell. Bergh stürmte an die Grundlinie und legte quer, woraufhin Holten den Ball im Getümmel über die Linie drückte (57.). Der Coach zeigte sich via Pressekonferenz hochzufrieden mit seiner Umstellung: „Wir haben dann reagiert und gewechselt. Ich glaube, die Wechsel haben ganz gut gefruchtet, haben auf Dreierkette umgestellt. Und ich bin der Meinung, dass wir in der zweiten Halbzeit das Spiel insgesamt etwas ausgeglichener gestalten konnten.“

Emotionale Abwehrschlacht trotzt Unterbrechung

Was folgte, war eine Zerreißprobe für die Nerven. Weil Hansa-Banner über einem Fluchttor hingen und im Gästeblock ein Feuer entzündet wurde, schaltete sich die Polizei ein. Die Sicherheit war vorübergehend nicht gewährleistet, weshalb Schiedsrichter Bacher die Partie für fünf Minuten unterbrach und mit einem Abbruch drohte.

Nach der Fortsetzung stand Hansa wieder tiefer, während bemühte, aber ideenlos wirkende Verler alles nach vorne warfen. Rostock verteidigte in der 15-minütigen Nachspielzeit mit Mann und Maus.

Brinkmann resümierte auf der Pressekonferenz treffend: „Wir spielen ein paar Konter nicht sauber zu Ende, haben in ein paar Situationen etwas Glück, wo der Ball das Außennetz trifft. Es erfordert sehr viel Konzentration, um dem dann immer standzuhalten. Das ist uns in letzter Konsequenz gelungen, weil wir es zum Teil wirklich gut gemacht haben, zum Teil aber auch dann leidenschaftlich verteidigt haben, ähnlich wie wir das in den letzten Minuten gegen den SV Wehen Wiesbaden gemacht haben.“

Ausblick auf den Abschluss der englischen Woche

Mit diesem Kraftakt sicherten sich die Rostocker einen eminent wichtigen Pflichtsieg gegen einen direkten Aufstiegskonkurrenten. Hansa zieht in der Tabelle am SC Verl vorbei auf Platz fünf. Wieder einmal bewies die Mannschaft, dass sie gerade gegen die besten Teams der Liga ihre absolute Bestleistung abrufen kann.

Im Anschluss gilt es jetzt, genau an diese Leistung anzuknüpfen: Am 33. Spieltag (Samstag, 11.04.2026, 16:30 Uhr) empfängt der F.C. Hansa Rostock den SSV Ulm 1846. Die Ulmer stehen zwar derzeit auf einem Abstiegsplatz, konnten aber am vergangenen Wochenende eben jenen SC Verl schlagen, eine Warnung zur rechten Zeit.