
Der deutsche Fußball trauert um Christoph Daum. Der ehemalige Bundesliga-Trainer erlag am Samstag im Alter von 70 Jahren seiner schweren Krebserkrankung, wie seine Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Daum, der in Zwickau geboren wurde, war eine der schillerndsten Figuren des deutschen Fußballs. Er war bekannt für seinen Kampfgeist, seine Motivationskünste und seine markigen Sprüche.
Daum begann seine Trainerkarriere 1981 bei den Amateuren des 1. FC Köln. 1986 übernahm er den Cheftrainerposten beim FC und führte den Verein zu zwei Vizemeisterschaften. Es folgte eine erfolgreiche Zeit beim VfB Stuttgart, mit dem er 1992 die deutsche Meisterschaft und den Supercup gewann.

Nach einem Intermezzo bei Besiktas Istanbul in der Türkei, wo er den türkischen Pokal und die Meisterschaft holte, übernahm Daum 1996 Bayer 04 Leverkusen. Mit Leverkusen wurde er dreimal Vizemeister, verpasste aber in der Saison 1999/2000 am letzten Spieltag auf tragische Weise die Meisterschaft.
Im Herbst 2022 wurde bei Daum Lungenkrebs diagnostiziert. Nach anfänglichem Rückzug aus der Öffentlichkeit zeigte er sich kämpferisch und wollte anderen Menschen Mut machen. "Der Krebs hat sich den falschen Körper ausgesucht", lautete seine Botschaft.
Neben seinen Erfolgen war Daums Karriere auch von Tiefschlägen geprägt. Im Jahr 2000 verhinderte eine Kokain-Affäre seine bereits sichere Ernennung zum Bundestrainer. Daum bestritt zunächst die Vorwürfe, räumte den Kokainkonsum aber später ein.
Trotz dieses Rückschlags feierte Daum weitere Erfolge im Ausland. Mit Austria Wien gewann er 2003 das Double, Fenerbahce Istanbul führte er 2004 und 2005 zur türkischen Meisterschaft.
Christoph Daum war bis zuletzt als Fußballexperte aktiv. Er hinterlässt seine Frau Angelica und vier Kinder. Mit Christoph Daum verliert der deutsche Fußball eine seiner prägendsten Persönlichkeiten.