
Der SV Lauterhofen aus dem Oberpfälzer Landkreis Neumarkt überwintert in der Landesliga Nordost zwar auf einem Abstiegs-Relegationsplatz, sieht seine Situation aber keineswegs aussichtslos. Trotz eines kleinen Kaders und hoher Belastung zeigt sich der Verein kämpferisch und überzeugt davon, den Klassenerhalt erneut realisieren zu können. Eine intensive Wintervorbereitung mit individuellem Lauftraining, mehreren Testspielen und einem Trainingslager in Italien soll die Basis für eine erfolgreiche Rückrunde legen. Positiv stimmen vor allem die Entwicklung unter dem neuen Trainerteam sowie die gelungene Integration mehrerer junger Spieler. Mit großem Zusammenhalt, klarer Vereinsphilosophie und viel ehrenamtlichem Engagement will Lauterhofen im Abstiegskampf bis zum Saisonende konkurrenzfähig bleiben.
Sportlicher Leiter Achim Meyer zieht im FuPa-Wintercheck des SV Lauterhofen ein differenziertes Fazit zur bisherigen Landesliga-Saison und blickt zugleich auf die anstehende Rückrunde.
Die Wintervorbereitung beginnt offiziell am 25. Januar mit dem Mannschaftstraining. Bereits seit dem 29. Dezember arbeiten die Spieler jedoch individuell an ihrer Fitness. „Die Laufpläne wurden vom Trainerteam erstellt und über vier Wochen hinweg dreimal pro Woche absolviert“, erklärt Meyer. Ergänzt wird die Vorbereitung durch lockere Gaudi-Kicks, um auch den Teamgeist hochzuhalten. Das erste Testspiel steht am 28. Januar gegen den ASV Burglengenfeld an, weitere Begegnungen gegen den Lauf SV, den SC Eltersdorf, den ASV Neumarkt und den TSV Kornburg sind geplant. Ein besonderes Highlight bildet das Trainingslager vom 14. bis 17. Februar in Italien.
Zudem kann der SV Lauterhofen seit Dezember auf eine deutlich erweiterte Infrastruktur zurückgreifen. Neben einem vereinseigenen Fitnessstudio und einer modernen vereinseigenen Fitnesshalle steht dem Team nun auch ein Fußballkäfig mit Kunstrasen zur Verfügung. Infrastrukturell habe sich der Verein damit spürbar weiterentwickelt, diesen Weg wolle man auch in Zukunft konsequent weiterverfolgen.
Sportlich überwintert Lauterhofen aktuell auf Rang 16. Mit der bisherigen Punktausbeute zeigt sich Meyer zwar nicht zufrieden, die Situation sei jedoch keineswegs aussichtslos. „Der Abstand nach vorne ist noch machbar“, betont er. Grundsätzlich blickt der Verein dennoch positiv auf das Jahr zurück. Der direkte Klassenerhalt im Sommer sei ein „Wahnsinnserfolg“ gewesen, auch wenn klar war, dass das zweite Jahr in der Landesliga eine große Herausforderung werden würde. Entscheidend sei nun, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. „Mit Zusammenhalt, Ehrgeiz und Kampfgeist können wir es erneut schaffen, auch nächste Saison in der Landesliga zu spielen.“
Besonders positiv bewertet Meyer die Entwicklung nach dem Trainerwechsel im Sommer. Nach drei erfolgreichen Jahren unter Thomas Brunner übernahm das Trainerteam um Gerd und Jörg Klaus eine Mannschaft, die vom intensiven Saisonendspurt gezeichnet war. „Es gab Verletzungen und eine hohe körperliche Belastung“, so Meyer. Umso bemerkenswerter sei es, wie das neue Trainerteam die Situation angenommen habe. Die sportliche Entwicklung sei klar erkennbar, auch wenn sie sich nicht immer sofort in Ergebnissen widerspiegele.
Ein wichtiger Baustein für die Zukunft ist zudem die Integration junger Spieler. Mit Nils Henke, Bastian Lößl, Bastian Meyer, Christoph Ortner und Janik Biller wurden gleich fünf 18-Jährige erfolgreich an das Landesliga-Team herangeführt.
Als größte Herausforderung nennt Meyer den kleinen Kader. Durch 34 Saisonspiele in kurzer Zeit und den sehr intensiven Spielstil sei die Belastung enorm. „Das führt zwangsläufig zu Verletzungen, die wir auf diesem Niveau kaum kompensieren können“, erklärt er. Während andere Vereine auf größere Kader zurückgreifen können, verfolgt Lauterhofen bewusst einen anderen Weg. „Wir bezahlen keine Spieler“, stellt Meyer klar. Zudem passe es nicht zur Vereinsphilosophie, Akteure von weiter weg zu holen, die ohne finanzielle Mittel kaum zu realisieren seien.
Für die Rückrunde lautet das Ziel, so lange wie möglich den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu halten und regelmäßig zu punkten. Besonders wichtig sei es, defensiv stabiler zu werden, ohne die offensive Durchschlagskraft zu verlieren. Dass die Mannschaft über großes Potenzial verfügt, habe sie zuletzt eindrucksvoll gezeigt. „Die vier Heimsiege in Folge zum Jahresende waren enorm wichtig“, sagt Meyer. Sie hätten bewiesen, dass man trotz schwieriger Ausgangslage konkurrenzfähig sei.
Personell wird es im Winter nur wenige Veränderungen geben. Johannes Gottschalk verlässt den Verein und kehrt zur DJK Lengenfeld zurück. Dafür kann Lauterhofen auf wichtige Rückkehrer hoffen. Fabian Schmid steht nach seiner Kreuzbandverletzung wieder zur Verfügung, ebenso Andreas Wastl nach monatelanger Verletzungspause. Zudem sollen weitere Spieler kleinere Blessuren überwunden haben, was die personellen Optionen deutlich erweitert.
Im Meisterrennen sieht Meyer die DJK Ammerthal vorne. Im Abstiegskampf rechnet er mit einem engen Duell mehrerer Mannschaften, darunter Röslau, Buch, Weißenburg, Burgebrach und Neudettelsau.
Auf einzelne persönliche Hervorhebungen verzichtet der Sportliche Leiter bewusst. „Wir sind ein rein ehrenamtlich geführter Verein“, betont Meyer. Sein Dank gelte allen Engagierten – vom Platzwart über Physios und Betreuer bis hin zum Jugendtrainerteam. Ohne diesen Einsatz sei nachhaltige Vereinsarbeit nicht möglich.
