
Fußballspiele werden oft nicht durch spielerische Überlegenheit, sondern durch die Summe der individuellen Fehler entschieden. Diese schmerzhafte Erfahrung musste die Elf von Trainer Andreas Laurer am Sonntagnachmittag machen. Vor heimischer Kulisse entwickelte sich zunächst genau das Spiel, das viele erwartet hatten: Ein taktisches Belauern, bei dem das Risiko zugunsten der defensiven Absicherung minimiert wurde.
„Eigentlich war es ein Spiel von zwei tief stehenden Abwehrreihen, die sich quasi neutralisiert haben“, analysierte Laurer nach dem Schlusspfiff nüchtern. In der Tat blieben spielerische Höhepunkte im ersten Durchgang Mangelware, da beide Teams genau darauf bedacht waren, dem Gegner keine Räume im letzten Drittel zu bieten. Das torlose Remis zur Pause spiegelte das Geschehen auf dem Platz treffend wider. Laut Laurer hätte die Begegnung „durchaus 0:0 enden können“, wäre da nicht die mangelnde Konsequenz in der Defensive nach dem Seitenwechsel gewesen.
Nach gut einer Stunde kippte die Statik des Spiels. Ein Moment der Unachtsamkeit in der Hintermannschaft des TSV ermöglichte David Knigge in der 62. Minute den Führungstreffer für den FC Wenden. Wipshausen versuchte zu reagieren, doch die nötige Energie im Zweikampfverhalten fehlte an diesem Nachmittag. „Wir haben in der zweiten Halbzeit bei den Toren zum 0:1 und 0:2 nicht energisch genug verteidigt“, konstatierte der Trainer. So war es Dennis Deka, der in der 75. Minute auf 0:2 erhöhte und die Vorentscheidung herbeiführte.
In der Schlussminute sorgte ein berechtigter Foulelfmeter durch Noah Raoul Kübler für den 0:3-Endstand. Ein Ergebnis, das die tabellarische Situation für Wipshausen verschärft: Während Wenden an den Gastgebern vorbeizieht, rutscht der TSV auf den zehnten Tabellenplatz ab.
Andreas Laurer ordnete die bittere Pleite dennoch gefasst ein: „Insgesamt ist das Ergebnis zu hoch ausgefallen, aber am Ende war es ein verdienter Sieg für den FC Wenden.“ Trotz der verpassten Chance, sich im gesicherten Mittelfeld festzusetzen, bewahrt man im Lager des TSV die Ruhe. „Natürlich hatten wir uns mehr vorgenommen, dennoch wird uns diese Niederlage nicht aus der Bahn werfen“, so der Trainer abschließend. In Wipshausen weiß man: Der Kampf um den Klassenerhalt ist ein Marathon, kein Sprint.