
Der SV Bruckmühl unterlag zum Bezirksliga-Restart am Samstag dem SB DJK Rosenheim. Den zwischenzeitlichen Führungstreffer für den SVB im Derby erzielte Lukas Steidl.
Bruckmühl – Wie eng Freud und Leid zusammenliegen können, mussten die Spieler, Verantwortlichen und Fans des SV Bruckmühl am Samstagnachmittag mal wieder auf höchst dramatische Art und Weise in Erfahrung bringen.
Das Team aus der Marktgemeinde musste im richtungsweisenden Sechs-Punkte-Derby beim SB DJK Rosenheim eine wahrliche Last-Minute-Niederlage hinnehmen. Dabei hatten die Bruckmühler zur Pause noch geführt und in der Folge eine Reihe an Hochkarätern auf eine vorzeitige Entscheidung vergeben. Damit erlitt der Landesliga-Absteiger direkt zum Pflichtspielauftakt des Jahres 2026 einen Dämpfer um den Klassenerhalt in der Bezirksliga Ost.
„Es sind ohne Wenn und Aber drei verlorene Punkte“ ärgerte sich Trainer Mike Probst nach der Partie nicht über die Leistung seiner Mannschaft, sondern einzig über die – mal wieder – mangelnde Chancenauswertung. „Verlieren dürfen wir das Spiel zu keinem Zeitpunkt. Es ist die bitterste Niederlage, die man sich ausmalen kann.“
Im ersten Durchgang entwickelte sich eine chancenarme Partie, die vor allem vom Kampf lebte. Die Hausherren waren immer wieder in der Nähe des Bruckmühler Strafraums ohne jedoch so richtig gefährlich zu werden. Auf der Gegenseite hatte der SVB nach etwa rund einer halben Stunde eine Doppelchance auf die Führung.
Maximilian Gürtler scheiterte aus spitzem Winkel an SB-Schlussmann Arian Hadzija. Die nachfolgende Ecke köpfte Gerhard Stannek knapp drüber. Kurze Zeit später ging der SVB dann in Front. Lukas Steidl eroberte hoch den Ball, setzte sich gegen einen weiteren Verteidiger durch und traf anschließend flach ins Eck.
Nach der Pause agierten dann beide Teams auf dem kleinen Kunstrasen mit offenem Visier. Beide Offensivreihen hatten nun eine Vielzahl an Möglichkeiten, die deutlich zwingenderen jedoch hatte der SVB auf dem Fuß. „Klare Chancen habe ich weitaus weniger bei Rosenheim gesehen, als bei uns“, stimmte auch Probst zu.
Nur Sekunden nach Wiederanpfiff scheiterte Michele Cosentino im Eins-gegen-Eins an Hadzija. Alleine Steidl verpasste im Nachgang dreimal freistehend die Chance auf seinen Treffer an diesem Nachmittag. Wenig später lief Gürtler alleine auf den Sportbund-Keeper zu, netzte jedoch ebenfalls nicht ein. Doch damit nicht genug: Stannek und Luca Piga trafen zudem jeweils Aluminium. „Das Spiel kann nach 50 Minuten entschieden sein – kann“, ärgerte sich Probst.
Auf der Gegenseite wurde auch der Sportbund immer wieder gefährlich, setzte seine Abschlüsse aber zu zentral oder zu unplatziert. Die beste Chance hatte Omer Jahic. Der Mittelfeld-Akteur war frei durch. Sein Volley ging über das Tor. Dennoch kam das Heimteam nach 67 Minuten zum Ausgleich. Thomas Mühlhamer verlängerte einen langen Ball über Mitspieler Johannes Wagener hinweg genau in den Lauf von Sanel Sehric. Der Stürmer hob den Ball über Maximilian Gröbmeyer.
In der Folge ging das Chancenfestival auf beiden Seiten weiter. Das letzte Wort sprach tief in der Nachspielzeit der Sportbund. Wagener klärte einen weiten Stoß in die Mitte. Mühlhamer musste das Foul ziehen. Der nachfolgende Freistoß an der Strafraumlinie von Jahic, der wohl vorbeigegangen wäre, wurde von Michael Kraxenberger entscheidend abgefälscht, dass er doch noch im Tor landete. „So ein Gegentor passt dann ins Bild“, zeigte sich Probst sichtlich frustriert.
Trotz des Rückschlags im Abstiegskampf im Duell mit einem direkten Abstiegskandidaten war der SVB-Trainer mit dem Auftritt seiner Mannschaft insgesamt zufrieden: „Immerhin hatten wir Torchancen. Daran setzen wir an. Wenn wir sang- und klanglos untergegangen wären, wäre es ein schlimmerer Auftakt gewesen.“
Am meisten ärgerte sich Probst über die Entstehung der beiden entscheidenden Gegentreffer: „Beide Tore waren vermeidbar und haben wir durch zwei hohe Bälle kassiert, die wir nicht konsequent klären können.“ Die erste Chance auf Wiedergutmachung gibt es bereits am Freitag gegen den TuS Holzkirchen.