2026-02-09T08:36:21.830Z

Spielbericht

Last-Minute-Sieg in Köpenick

Mit einem Tor weit in der Nachspielzeit durch Neuzugang Alcaide gewinnt der FCC mit 2:1 (0:0) an der Alten Försterei und sichert sich damit drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

von PM FCC · Gestern, 12:21 Uhr · 0 Leser
– Foto: Andre Peters

Nach 50 Tagen ohne Pflichtspiel startete das Fußballjahr 2026 mit dem Bundesligaspiel der FCC-Frauen beim 1. FC Union Berlin. Und die Erwartungen waren trotz komplizierter Rückrundenvorbereitung durchaus von Optimismus geprägt. Zwar musste sich der FCC im Hinspiel in Jena knapp mit 1:2 geschlagen geben, doch es folgte der FCC-Sieg im Pokal in der Berliner Wuhlheide im November. Eine Niederlage, die bei den Köpenickerinnen vor der Partie noch nachgehallt haben dürfte.

BERICHT des FC Carl Zeiss Jena

Der FCC kam gut in die Partie, die in der Anfangsphase eine auf Augenhöhe war. Bis auf einen Distanzschuss nach fünf Minuten durch die hoch aufgerückte Unioner Innenverteidigerin Steuerwald gab es nichts zu notieren. Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis Unions Keeperin Bösl einen langen Ball nicht sauber aus dem Strafraum faustete und somit fast der allerdings deutlich überraschten Haering die erste Chance des FCC ermöglichte (18.). Die Unionerinnen agierten insgesamt gefälliger, ließen den Ball besser laufen, während der FCC vornehmlich über Standards zu offensiven Aktionen kam. Doch insgesamt blieb es in der ersten Hälfte des ersten Durchgangs eine Begegnung, die sich vor allen Dingen zwischen den Strafräumen abspielte. Nach 25 Minuten fasste sich Unions Kamber ein Herz und prüfte aus gut 20 Metern Torentfernung die Festigkeit des Jenaer Querbalkens, der für die bereits geschlagene Janning im Jenaer Kasten rettete - die bis dato größte Chance im Spiel. Keine zwei Minuten später fand eine Flanke der Ex-Jenaerin Weiß den Kopf von Campbell, die am ersten Pfosten lauerte (27.). Die Partie kippte nun deutlich auf die Seite der Gastgeberinnen, die die Jenaer Ungenauigkeiten mehr und mehr ausnutzten und den FCC offensiv kaum zur Entfaltung kommen ließen. Zu sehr in der eigenen Hälfte gebunden war der FCC mit Defensivaufgaben, vor die sie die Unionerinnen immer wieder stellten. Jena hatte wenig Entlastungsmomente, ohne dabei jedoch durch viel zu harmlose Unionerinnen groß unter Druck zu geraten. Kurz vor Ende der ersten Hälfte musste Janning noch einen Kopfball nach einem Freistoß der Berlinerinnen parieren und Kamber hatte noch in der Nachspielzeit die Führung auf dem Fuß, traf aber nur das Außennetz. Das änderte aber nichts daran, dass es insgesamt in der ersten Halbzeit bis auf den Lattentreffer ein Spiel ohne große Höhepunkte war. Folgerichtig ging es torlos in die Halbzeitpause - gemessen am Aufwand der Gastgeberinnen ein Zwischenstand, der dem FCC deutlich mehr zupasskam.

Die zweite Halbzeit begann spektakulär. Ein Fehler von Union-Keeperin Bösl landete direkt in den Füßen der sie anlaufenden Jaron, die von der Torauslinie zurück ins Zentrum spielte, wo zunächst zwei Jenaerinnen verpassten und dann Haering zum Schuss kam und den Balll an den Querbalken zwirbelte (47.). Jena war nun insgesamt mutiger, was das Spiel nun deutlich beatmete. Kurz darauf leitete ein Unioner Standard die nächste Chance ein. Doch Orschmanns Abschluss aus aussichtsreicher Position war nicht platziert genug und somit kein Problem für Jenas Janning (52.). Orschmann versuchte es nach Campbell-Vorarbeit fünf Minuten später - doch ebenfalls zu zentral. Union hatte deutlich mehr vom Spiel, aber war insgesamt dennoch nicht zwingend genug. Nach einer Stunde Spielzeit war es dann Jenas Reuter, die nach schöner Einzelaktion abschloss (60.), aber Unions Keeperin nicht in Verlegenheit bringen konnte. Doch in der 61. Spielminute konterte Jena blitzsauber: Ein schlimmer Querpass Eurlings wurde von Reuter antizipiert, die Haering mitnahm, die dann zurücklegte auf Reuter - und die ließ Bösl im Unioner Kasten keine Chance und vollendete eiskalt zum 1:0 für den FCC! Doch die Freude der mehr als 50 mitgereisten FCC-Fans im Köpenicker Gästeblock währte nicht lang. In der 66. Spielminute, nur fünf Minuten nach der Führung, war es ein langer Freistoß, der in den Jenaer Strafraum segelte und eigentlich harmlos wirkte. Doch Ihlenburg ließ den von Union-Kapitänin Heiseler getretenen Ball durch, da sie diesen bei Janning oder bereits ins Aus gehen sah, während Jenas Keeperin überrascht wurde und zu spät ins lange Eck tauchte - 1:1. Ein bitteres, weil vermeidbares Gegentor nach einem Missverständnis. Bezeichnenderweise brauchten die Unionerinnen, die gefühlt 20-mal aufs FCC-Tor schossen und dabei meist harmlos blieben, die Jenaer Mithilfe, um zum Torerfolg zu kommen. In Sachen Effektivität hatte der FCC die Nase vorn. Nach einem langen Jenaer Freistoß von Gora war Tietz mit dem Kopf zur Stelle, die jedoch den Ball knapp am langen Pfosten vorbeisetzte (82.). In der 87. Minute erklang dann wieder Metall. Dieses Mal war es die kurz zuvor eingewechselte Hipp, die aus der Distanz den Querbalken des Jenaer Tores traf. Union machte Druck und war dem 2:1 näher als der FCC. Fünf Minuten oben drauf gab es noch als Nachspielzeit. Und in dieser bot sich zunächst eine Kopfballchance für Union, die Jena jedoch noch verteidigt bekam. Union war am Drücker - doch der FCC traf! In der vierten Minute der Nachspielzeit war es Debütantin Alcaide, die nach einem langen Ball Goras ein Missverständnis zwischen Keeperin Bösl und Unions Verteidigerin ausnutzte und den Ball an Bösl vorbeilegte, um dann ins leere Tor zum vielumjubelten 2:1 für den FCC zu vollenden! Der zweite Sieg dieser Saison bringt die FCC-Frauen mit Wucht zurück ins Geschäft im Kampf um den Klassenerhalt.

Bereits am Mittwoch (11. Februar) geht es für den FCC dann mit dem Nachholer gegen den FC Bayern München weiter. Anstoß in der ad hoc arena im Ernst-Abbe-Sportfeld ist 18 Uhr.