
Manchmal erzählt ein Fußballnachmittag mehr als das nackte Ergebnis. Am Sonntag, 19. April 2026, musste sich Türk Spor Rosenheim in der Kreisklasse 2 zuhause der SpVgg Pittenhart mit 1:2 geschlagen geben. Der Anpfiff wurde wetterbedingt um 30 Minuten verschoben, doch auch mit Verspätung entwickelte sich eine intensive Partie, in der ein Unentschieden am Ende wohl das gerechtere Ergebnis gewesen wäre. Fakt ist aber auch: Nach dem 20. Spieltag steht Türk Spor mit 19 Punkten auf Rang 13 und damit auf einem Abstiegsplatz.
Türk Spor kam ordentlich ins Spiel und machte vor allem in der ersten Halbzeit Druck. Pittenhart verteidigte allerdings diszipliniert, lauerte auf Umschaltsituationen und zeigte genau das, was man von einer auswärtsstarken Mannschaft erwartet: kompakt stehen, Wege zustellen und bei Ballgewinn schnell nach vorne spielen. Dazu erwischte der Gäste-Keeper schon früh einen echten Sahnetag und hielt seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden im Spiel.
Trainer Flamur reagierte früh und brachte mit Deniz im Sturm sowie Mehmet Bolat schon im ersten Durchgang frischen Wind. Türk Spor blieb dran, suchte die Lücken und arbeitete sich Möglichkeiten heraus doch entweder fehlte im Abschluss das letzte Quäntchen Präzision oder der Torwart der Gäste hatte wieder seine Hände im Spiel.
Auch in der zweiten Halbzeit blieb das Spiel lange ausgeglichen, allerdings mit mehr Fehlern auf beiden Seiten und vielen Szenen im Mittelfeld. Pittenhart machte es clever, verteidigte weiterhin in klassischer Auswärtsmanier und setzte immer wieder auf sein starkes Konterspiel.
Für mehr Stabilität kamen später Hamza und Emircan Diker ins Spiel. Türk Spor investierte weiter viel, hatte dann die Riesenchance auf den Treffer doch erneut war der Pittenharter Schlussmann zur Stelle und packte sogar eine starke Doppelparade aus. Als Fatih Eminoglu schließlich eine gefährliche Hereingabe in den Strafraum brachte, wurde der Einsatz der Rosenheimer doch noch belohnt: Die Gäste lenkten den Ball unglücklich ins eigene Tor 1:1, endlich der verdiente Ausgleich.
Umso bitterer, dass die Freude nicht bis zum Schluss hielt. In der letzten Minute kassierte Türk Spor noch den entscheidenden Treffer zum 1:2. Ein Nackenschlag, der besonders weh tut, weil die Mannschaft über weite Strecken dagegengehalten und sich mindestens einen Punkt verdient hatte.
Unterm Strich war es ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Pittenhart war vor dem Tor eiskalt und in der Spielanlage sehr clever, Türk Spor dagegen hatte vor allem mit der Chancenverwertung zu kämpfen. Und wie es im Fußball leider oft ist: Wenn du deine Möglichkeiten nicht nutzt, wird’s eben schwer, ein solches Spiel auf deine Seite zu ziehen.
Lob gab es auch für den Schiedsrichter, der die Partie trotz schwieriger Wetterbedingungen und spürbarem Abstiegskampf-Charakter souverän leitete.
So ungern man das aus Rosenheimer Sicht schreibt: Der Gäste-Keeper war der Unterschiedsspieler. Schon in der ersten Halbzeit hielt er die Null fest, später entschärfte er weitere Hochkaräter und krönte seine Leistung mit einer starken Doppelparade. Ein Auftritt der Kategorie „heute kommt hier eigentlich nichts rein“.
Die Lage ist ernst, aber entschieden ist noch gar nichts. Türk Spor steckt mitten im Abstiegskampf und braucht jetzt mehr denn je Zusammenhalt, Nervenstärke – und Punkte. Die Leistung war nicht die eines Teams, das sich aufgibt. Was fehlt, ist die Belohnung in Form von Zählbarem. Schon im nächsten Spiel muss genau daran angeknüpft werden. Das nächste Ligaspiel ist am Sonntag, 26. April 2026, auswärts bei NK Croatia Rosenheim.
Und noch ein kleiner Funfact zum Schluss: Der Käfig war selbst nach drei Stunden Dauerregen trockener als mancher gegnerische Strafraum nach unseren Abschlüssen vielleicht hat der Platz einfach genauso viel Durst nach drei Punkten wie wir.
Oder anders gesagt: Unser alter Platz hält mehr Wasser fern als unsere Tabellensituation vielleicht wäre ein neuer Untergrund langsam nicht die schlechteste Idee.