
Wiesbaden. Egal wen man beim Langholz-Cup in der Wiesbadener Brita-Arena fragte – bei einer Sache waren sich alle einig: Gespielt wurde für den guten Zweck. Sämtliche Einnahmen der Veranstaltung gingen an den Verein „Krebskranke Kinder Mainz“. Seit 2022 kamen so bereits 136.000 Euro zusammen. Rund 1000 Zuschauer fanden am Samstag den Weg in das Stadion des SV Wehen Wiesbaden – deutlich weniger als erhofft, wie Organisator Daniel Ritzel später offen einräumte. Auf dem Grün glich das Event einem großen Klassentreffen prominenter Persönlichkeiten.
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Allen voran Weltmeister Lukas Podolski, der knapp eine Woche zuvor seine Fußballschuhe endgültig an den Nagel gehangen hatte. Mit Erik Durm und Kevin Großkreutz kamen zwei weitere Weltmeister von 2014. „Letztendlich sage ich immer, dass die Menschen, die da sind, den Sinn und Zweck der Sache verstanden haben“, rechnet Organisator Daniel Ritzel das den noch so bekannten Gästen hoch an. „Es geht nicht um mich und um meinen Stolz, sondern es geht um die Kinder.“
Ab 11 Uhr spielten fünf Teams im Modus jeder gegen jeden. Ein Spiel dauerte 25 Minuten. Beim Auftaktspiel trafen gleich zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite das Team „Eckerlin & Friends“ von MMA-Kämpfer Christian Eckerlin bestückt mit Lukas Podolski, den Eintracht Legenden Marco Russ, Alex Meier und Sonny Kittel. Auf der anderen Seite die „Kreisliga Allstars“ mit vielen bekannten Fußballern aus der Region. Kurios, dass sich beide Teams später auch im Finale gegenüberstanden.
Zwischen den Spielen nahmen sich die prominenten Gäste Zeit für Fotos, Gespräche und Autogramme. Besonders groß war der Andrang bei GZUZ und Maxwell von der „187 Strassenbande“. Aber auch Christian Eckerlin, Kontra K, Mo Douzi, Timothy Chandler und Comedian Faissal Kawusi gehörten zu den Publikumslieblingen. Kawusi, der für das Team „Prime Time United“ das Tor hütete, sei durch Marco Russ auf den Langholz-Cup aufmerksam geworden. „Jeder, der nur einen Funken Menschlichkeit in sich besitzt, liegen auch Kinder am Herzen. Deswegen bin ich heute hier“, sagt Kawusi und scherzte: „Als gut vorbereiteter Comedian habe ich Boxhandschuhe mitgenommen. Wir haben so viele Kampfsportler hier, also mal gucken, was passiert, wenn einer in den Fünfmeterraum kommt.“
Im Tor wechselte sich Kawusi mit Patrick Fritzsche ab, der den „Tag der Legenden“ 2025 für diese Zeitung kommentierte. Nun sei der Fußballkommentator, dem auf Instagram mehr als 80000 Menschen folgen, gefragt worden, ob er denn selbst mitspielen wolle. „Als ich in der Kabine saß, habe ich mich wie ein kleines Kind gefühlt. Wenn du mit Leuten in einem Raum sitzt, die du vor zehn, zwölf Jahren angebrüllt hast, dann ist das völlig irre“, strahlt Fritzsche.
Auch Influencer Daniel Schmidt, im Netz bekannt unter dem Namen „Toxy. Die Pöhlerz“, kam nach Wiesbaden. „Wenn es um die gute Sache geht, dann musst du hier dabei sein. Egal aus welcher Branche du kommst“, sagt der eingefleischte Dortmund-Fan, der Kevin Großkreutz, Erik Durm, Sebastian Rode und Lukas Podolski bewunderte. Apropos Rode: Der freute sich über den Austausch mit alten Weggefährten. „Mit Richard Sukuta Paso habe ich zuletzt in der deutschen U-Nationalmannschaft zusammengespielt, dann macht es schon Spaß sich über den Werdegang auszutauschen“, erzählt der ehemalige Eintracht-, Bayern- und Dortmund-Profi.
Sportlich ging es nach der Gruppenphase in die heiße Phase. Die „Equipe Special“ des SVWW schied aus, während sich die „Kreisliga Allstars“ im Halbfinale mit 4:2 gegen „Prime Time United“ durchsetzten. „Eckerlin & Friends“ zog durch ein 2:0 gegen die „DFL Legenden“ ins Endspiel ein. Gegen die „DFL Legenden“ sorgte allen voran Lukas Podolski als kompromissloser Libero immer wieder für Szenenapplaus. Später checkte „Poldi“ Oliver Pocher weg, der den folgenden Elfmeter über das Tor setzte. Zum Matchwinner wurde aber Rapper Maxwell, der selbst traf und einmal vorlegte. „Es sieht immer leichter aus als es ist vom Fernseher aus“, gab er zu. Für Kinder komme er immer gerne, für kranke Kinder umso mehr und für den Fußball sowieso.
Im Finale behielten schließlich die „Kreisliga Allstars“ im Elfmeterschießen die Oberhand. Nils Fischer verwandelte den entscheidenden Strafstoß und machte den Turniersieg perfekt. Für Trainer Yildirim Sari war das allerdings nur ein schöner Nebeneffekt. Viel wichtiger blieb die Botschaft des Tages, passend zu den Worten von Christian Eckerlin: „Es muss immer größer werden, es müssen immer mehr Leute dazukommen. Speziell natürlich geht es darum, krebskranken Kindern zu helfen.“