
Der TSV Erbendorf, aktuell Tabellenzweiter der Kreisliga Nord und damit ein heißer Anwärter auf einen der beiden Aufstiegsplätze, musste sich auf die Suche nach einem neuen Trainer für die kommende Spielzeit machen. Wie die Verantwortlichen der Steinwaldelf in einer Pressemitteilung bekanntgeben, wird der langjährige Coach Roland Lang (55) seine Zelte zum Saisonende abbauen und seine „alte Liebe“ verlassen. Sein Nachfolger steht bereits fest und der Verein wird den Namen zu gegebener Zeit verkünden.
Die Steinwaldelf ohne Roland Lang, aktuell kaum vorstellbar. Fußball-Abteilungsleiter Stefan Klamt erklärt die Hintergründe, die zur Entscheidung, die Zusammenarbeit mit dem 55-Jährigen zu beenden, geführt haben: „Nachdem Roland im September 2021 eigentlich als Feuerwehrmann für die Restrunde geholt worden war, sind es am Saisonende auch schon wieder fast vier Jahre, in denen er als Chefcoach bei uns ist. Somit war er von den letzten 17 Jahren insgesamt sage und schreibe 12 Jahre unser Trainer. Die Mannschaft in der heutigen Zusammensetzung trägt zu 99 Prozent seine Handschrift und er hat maßgeblichen Anteil an den sportlichen Erfolgen der letzten Jahre. Wir rangierten mit ihm eigentlich immer im vorderen Mittelfeld der Tabelle, phasenweise auch in der Spitzengruppe und schnupperten am Aufstieg. Dass wir ihm gegenüber zu großem Dank verpflichtet sind, steht außer Frage“, beginnt der Erbendorfer Spartenleiter seine Ausführungen.
Dennoch sei klar, dass sich nach so einer langen Zeit gewisse Dinge abschleifen, einschleichen, abnutzen würden, „wie immer man das auch bezeichnen möchte“, fährt Klamt fort. „Die Tabellensituation spiegelt das im Moment nicht wider, wir sind ja unter Rolands Leitung nach wie vor sportlich sehr erfolgreich. Aber man muss auch nicht zwangsläufig so lange warten, bis sich gewisse Sachen offen zeigen. Sondern es ist sicher die bessere Lösung, Dinge frühzeitig zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. So sind wir zu der Erkenntnis gelangt, es wäre wohl angebracht, dass nächste Saison neue Reizpunkte gesetzt werden und sich die Spieler wieder neu beweisen müssen. Roland sieht das übrigens genauso. Die Entscheidung erfolgte in gemeinsamer Absprache und völlig geräuschfrei“, so der Fußballboss.
Die Erbendorfer Spieler wurde beim Trainingsauftakt am Sonntag entsprechend informiert – auch darüber, dass ein Nachfolger bereits feststeht, dessen Name zeitgerecht bekanntgegeben wird. „Es wäre natürlich eine Riesensache, wenn wir gemeinsam die langjährige Zusammenarbeit mit dem Aufstieg krönen könnten. So gäbe es einen würdigen Abschluss der überragenden Arbeit, die Roland in all den Jahren geleistet hat. Wir würden unserem Coach den perfekten Abschied bescheren. Das ist das große Ziel und darauf arbeiten Trainer, Mannschaft und Vorstandschaft in den nächsten Wochen geschlossen und mit vollem Einsatz hin“, schließt Stefan Klamt.
Mit dem Bezirksliga-Aufstieg verabschieden, das würde auch den Vorstellungen von Roland Lang entsprechen: „Nach insgesamt zwölf Jahren – wir hatten jetzt drei Mal vier Jahre – endet meine Zeit beim TSV mal wieder. Ich glaube das reicht jetzt, es wird Zeit für etwas Neues auf beiden Seiten. Wir hoffen natürlich, dass wir die Saison noch gut und erfolgreich beenden können und danach geht der Blick bei der Mannschaft und auch bei mir nach vorne. Ob ich nun eine neue Herausforderung annehme, kommt darauf an, ob mir Interessantes angeboten wird. Wenn nicht, setze ich mich aufs Altenteil und gehe in den Trainerruhestand“, schmunzelt Lang. Der 55-Jährige konnte sich dann voll und ganz seinem zweiten großen Hobby, der Pferdezucht, widmen, nachdem er im letzten Jahr auch seine berufliche Laufbahn als Berufssoldat beendet hat.
