
Mike Echter trainiert die Zweite des TSV Landsberg in der Kreisliga. Und hat jetzt als "Plattler" seinen ersten eigenen Song herausgebracht.
Landsberg - Ein Fußball-Trainer des TSV Landsberg mit bis zu einer halben Million Aufrufen für seine Social Media-Videos? Gibt’s tatsächlich, auch wenn seine Beiträge auf Instagram und Tiktok mit Fußball nichts zu tun haben. Mike Echter (37), seit dem Sommer 2025 Coach der zweiten Mannschaft des TSV in der Kreisliga, hat’s geschafft.
Sogar das Bayerische Fernsehen hat in der Abendschau über den Plattler aus Hofstetten (dort lebt er, dort hat er selbst gespielt und war sieben Jahre Trainer der Ersten) berichtet. „Schuhplattler erobert Instagram“, hieß der TV-Beitrag - aufgenommen vor der malerischen Kulisse des Egelsees - über den Musiker, der als „Plattel Freestyler“ im Netz für Furore sorgt. Und bei Instagramm bereits weit über 10.000 Follower hat.
Mike Echter verbindet bayerische Tradition mit moderner Musik und ist damit offenbar in eine Marktlücke gestoßen. Er plattelt (in Lederhose, Haferlschuhen und Hoodie) zu bekannten Songs aus den Charts – wie der Disturbed-Version von „The Sound of Silence“ oder „Stumblin‘ In“, aber auch zu „Jingle Bells“. Sein Weihnachts-Medley, aufgenommen mit Papa Wilhelm (Ex-Vorstandsmitglied des Trachtenvereins D’Windachtaler Hofstetten) am Akkordeon, wurde über 200.000 Mal aufgerufen. Mike geht einen ganz neuen Weg: „Zuvor gab es ja nur das traditionelle Platteln.“
Rund 120 Videos vom „plattelnden Fußball-Trainer“ gibt’s mittlerweile, alle seit eineinhalb Jahren aufgenommen und bearbeitet von Freundin Sandra, der „Frau im Hintergrund“, wie sie sich selbst bezeichnet. Aber nicht nur das. Sie ist letztlich am Riesen-Erfolg Echters („damit hätte ich nie gerechnet“, gibt er zu) schuld.
Alles begann vor drei Jahren mit „Flowers“ von Miley Cyrus – der erste moderne Song, zu dem Mike seine traditionellen „Schläge“ (so heißen die charakteristischen Hand- und Fußbewegungen der Schuhplattler ganz offiziell) setzte: „Mit Fußballspielen wars nach drei Kreuzbandrissen ohnehin vorbei. Da wollte einfach mal zu Liedern platteln, die normalerweise nicht dafür geschrieben sind.“ Klappte prima: „Es wurden immer mehr.“
Sandra hatte dann im September 2024 die Idee, einen Song mit ihrem plattelnden Mike ins Internet zu stellen. „Das war ,Achterbahn‘ von Helene Fischer“, erinnert sich Echter. Damit begann der sensationelle Erfolg: Hunderttausende „Klicks“ im Internet, Live-Auftritte, z.B. auf der Wiesn oder beim „Almrausch“ am Chiemsee, TV-Drehs, jede Menge Anfragen und jetzt sogar das erste eigene Lied. „I plattl“ mit der Band „Ludwig 3“, das gerade auf den Markt kam – incl. mehrerer „Lernvideos“ zum Üben auf den Streaming-Portalen.
„So kann ich meine Reichweite im Netz dazu nutzen, um jedem, der sich dafür interessierte, das Platteln beizubringen“, erklärt der dreifache „Patchwork-Vater“ (sein eigener Sohn Nico, der in Hofstetten und im Kauferinger Förderkader Fußball spielt, sowie Sandras Jungs Lias und Noah), der Beruf (im Getränkevertrieb für die Gastronomie), Familie, Fußball und Platteln unter einen Hut bringen muss.
„Mit drei Kindern ist man den ganzen Tag gut beschäftigt“, sagt Echter, der einmal „in einem größeren Zelt“ auf dem Oktoberfest auftreten will und zusammen mit seiner Freundin immer auf der Suche nach „coolen Locations“ für seine Videos ist. Da hat er noch einen ganz großen Traum: „Ich will unbedingt auf der Zugspitze platteln. Sobald ich die Zeit habe, hochzulaufen, mache ich das.“ I plattl auf Deutschlands höchstem Berg – das wird bestimmt der nächste Instagram-Renner…