
Nach Jahren der Zugehörigkeit zum überregionalen Fußball beendet der BC Viktoria Glesch-Paffendorf zum Saisonende seine Ära in der Landes- und Bezirksliga. Der Verein zieht die Konsequenzen aus einer sportlichen wie strukturellen Entfremdung und plant einen Neuanfang in der Kreisliga.
Seit dem Aufstieg im Jahr 2012 in die Bezirksliga spielte der BCV überregional. Von 2020 bis 2024 war er sogar Bestandteil der Mittelrheinliga. Dieses Kapitel ist nun Geschichte.
Die sportliche Bilanz des BC Viktoria Glesch-Paffendorf in der laufenden Landesliga-Saison lieferte zuletzt ohnehin wenig Anlass zur Hoffnung. Auf dem 15. Tabellenplatz rangierend und mit einem Rückstand von sieben Punkten auf die Nichtabstiegsplätze behaftet, deutete vieles auf einen Abstieg in die Bezirksliga hin. Doch der Verein hat nun Fakten geschaffen, die über den rein sportlichen Misserfolg hinausgehen: Unabhängig vom endgültigen Ausgang der Spielzeit wird die erste Mannschaft für die kommende Saison weder für die Landesliga noch für die Bezirksliga melden.

Dieser Schritt markiert das vorläufige Ende einer Entwicklung, die den Club vor zwei Jahren noch in der Mittelrheinliga sah. „Wie bisher wollen wir nicht weitermachen. Wir suchen jetzt Spieler, denen der Verein mehr bedeutet als das Habenwollen und versuchen in erster Linie, ein schlagkräftiges Kreisliga-A-Team auf die Beine zu stellen", teilte der 1. Vorsitzende Alfons Dux dem Kölner Stadt-Anzeiger mit.
Der geplante Neuanfang soll in der Kreisliga A erfolgen, wobei die Verantwortlichen sogar einen Start in der Kreisliga C nicht ausschließen, sollte sich die zweite Mannschaft ebenfalls für einen Rückzug entscheiden. Damit einher geht eine vollständige personelle Zäsur: Das aktuelle Spielertrainer-Duo, bestehend aus Timo Titze und Damiano Pellegrino, wird seine Tätigkeit zum Saisonende beenden. Zahlreiche Akteure haben bereits signalisiert, den Verein zu verlassen oder haben sich bereits neuen Clubs angeschlossen.
Für den BCV geht es in den verbleibenden Partien nur noch um einen würdigen Abschied aus dem überregionalen Spielbetrieb. Die Suche nach einem neuen Trainer und einem Kader, der die neuen ideellen Werte des Vereins verkörpert, hat im Hintergrund bereits begonnen.
Die Entscheidung aus Glesch-Paffendorf löst eine Kettenreaktion innerhalb der Ligenstruktur des Fußball-Verbandes Mittelrhein aus. Da durch den Verzicht auf das Bezirksliga-Ticket ein zusätzlicher Platz vakant wird, verschieben sich die Aufstiegskontingente in den unteren Spielklassen.
Nach derzeitigem Stand profitieren insbesondere die Vizemeister der Kreisliga A von dieser Entwicklung. War die Konstellation bisher so, dass die vier besten Tabellenzweiten den Sprung in die Bezirksliga schaffen, erhöht sich dieses Kontingent durch den Glescher Rückzug voraussichtlich auf fünf Aufstiegsplätze.