2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

Landesliga-Trainer geht zum Saisonende

Firma statt Fußball: Patrick Krätschmer hört beim TSGV Waldstetten und macht als Trainer erst einmal Pause

von tsgv · Heute, 19:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Für den TSGV Waldstetten läuft es in der Fußball-Landesliga recht ordentlich. Eng damit verknüpft ist Trainer Patrick Krätschmer, der in der zweiten Saison das Zepter beim TSGV führt. Dennoch wird er den Verein verlassen.



Nach dieser Saison ist Schluss für den 41-Jährigen. Sportliche Gründe hat es freilich keine, in der Mannschaft und im Verein stimmt aktuell alles, und auch Krätschmer fühlt sich pudelwohl. Es ist viel einfacher: Seit rund einem Dreivierteljahr ist Waldstettens Trainer selbstständig mit einer großen Versicherungsagentur der SV Sparkassen-Versicherung. Nach wie vor ist hier noch alles im Aufbau, vor allem beim Personal.

„Das ist aktuell mein größter Baustein. Es fehlt einfach die Zeit, um beidem so nachgehen zu können, wie ich es gerne hätte. Die Entscheidung, in Waldstetten aufzuhören, ist mir nicht leichtgefallen, aber ich musste sie treffen“, sagt Krätschmer selbst. Die Arbeit wurde immer mehr, so könne er seinen Mitarbeitern nicht gerecht werden, und auf der anderen Seite seinen Spielern ebenfalls nicht. Zwischen diesen Stühlen konnte und wollte er nicht mehr sitzen, es zerrte an ihm. „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es hundertprozentig – und das wird immer schwieriger“, sagt er.

Unabhängig davon gab es bereits Anfragen von anderen Vereinen, durchaus interessante, die Krätschmer aber zunächst ausschlug. Ob er sich gänzlich vom Fußball verabschiedet, ließ er offen, ausschließen kann er aber zumindest eine Trainertätigkeit in der kommenden Saison. Ihm sei es wichtig gewesen, die Entscheidung dem Verein möglichst früh mitzuteilen, damit man auf dieser nicht ganz unwichtigen Position viel Zeit hat, um entsprechend reagieren zu können. „Wir hatten sehr gute Gespräche mit Patrick. Natürlich lassen wir ihn nur schweren Herzens gehen, können ihn aber natürlich in seiner Situation verstehen“, sagt Lukas Hartmann, Sportlicher Leiter der Waldstetter.

Mit einem potenziellen Nachfolger sei man bereits in guten Gesprächen, transparent und in Absprache mit Krätschmer selbst. „Der Aufschwung bei uns in den vergangenen beiden Jahren ist ein sehr großer Verdienst von Patrick. Bei jedem Training und bei jeder Spielvorbereitung hat man gespürt, wie akribisch und mit wie viel Herzblut das Trainerteam gearbeitet hat. Jetzt gilt es, diese Erfolgsstory bis zum Juni fortzuschreiben“, befindet Mario Rosenfelder, ebenfalls Sportlicher Leiter beim TSGV, ausschließlich lobende Worte.

Neben der Arbeit wäre da noch Krätschmers Familie, seine Frau mit den beiden Jungs, auch hier möchte Krätschmer wieder häufiger zu Hause sein, was durch die Arbeit und die Trainertätigkeit häufig nicht möglich ist. „Vielleicht sieht die Sache in einem Jahr wieder ganz anders aus. Dann ist das Personal da, dann hat sich das Unternehmen weiterentwickelt. Ab dem Sommer aber muss ich den Fokus auf die Firma legen“, sagt Krätschmer.

Der Mannschaft hat er die Entscheidung am Mittwochabend mitgeteilt, keiner der Spieler begrüßte sie, jeder aber konnte sie verstehen. Ohnehin können sich die Waldstetter nicht lange in Trauer kleiden, da die Saison in vollem Gange ist, das verlangt auch Krätschmer. „Für mich ändert sich absolut nichts. Ich werde hier bis zur Sommerpause alles geben, da kann sich jeder darauf verlassen. Vielleicht genieße ich die Zeit jetzt aber intensiver mit der Mannschaft und im Verein“, sagt der scheidende Trainer. „Wir wollen jetzt bis zum Schluss so viele Siege holen, wie es geht und dann schauen wir, wozu es am Ende reichen wird“, sagt Waldstettens Übungsleiter.

„Wie sagte Jürgen Klopp einmal: Es ist nicht wichtig, wie mich die Menschen gesehen haben, als ich kam. Es ist wichtig, wie sie mich sehen, wenn ich wieder gehe. Ich kann über jeden einzelnen Waldstetter nur Positives sagen – und ich hoffe, dass es andersherum in eine ähnliche Richtung läuft“, sagt Krätschmer schmunzelnd. Jetzt möchte er aber, dass alle wieder den Fokus auf die Liga richten. Hier steht am kommenden Sonntag (15 Uhr) die schwierige Partie beim TV Echterdingen an.