Bei seiner letzten Rückkehr mit dem SC Ichenhausen hatte Kevin Lohr (links) das bessere Ende für sich, als er den 4:3-Siegtreffer bei seinem Ex-Klub FC Gundelfingen (rechts Tarik Öz) erzielte. Jetzt kommt es zur Neuauflage des Derbys.   F.: Walter Brugger
Bei seiner letzten Rückkehr mit dem SC Ichenhausen hatte Kevin Lohr (links) das bessere Ende für sich, als er den 4:3-Siegtreffer bei seinem Ex-Klub FC Gundelfingen (rechts Tarik Öz) erzielte. Jetzt kommt es zur Neuauflage des Derbys. F.: Walter Brugger

(K)ein Spiel wie jedes andere

Gundelfingen erwartet den SC Ichenhausen zum Derby +++ Dayat feiert Premiere auf der Türkspor-Bank +++ VfR Neuburg setzt auf viele Stärken

In der Landesliga Südwest steht bereits der fünfte Spieltag auf dem Programm. Dabei kommt es an der Donau zum reizvollen Derby zwischen dem FC Gundelfingen und dem SC Ichenhausen, im Allgäu treffen die Lokalrivalen SpVgg Kaufbeuren und FC Memmingen II aufeinander. Spitzenreiter TSV Landsberg will seinen Lauf nutzen und gegen den FC Kempten den nächsten Dreier nachlegen, der VfR Neuburg seine offene Rechnung mit dem SC Oberweikertshofen begleichen. Mit einem neuen Coach reist Türkspor Augsburg nach Garmisch. Auch die zweite englische Woche der jungen Saison wird nicht komplett absolviert, die Partie des SV Cosmos Aystetten beim TuS Geretsried wurde auf kommende Woche verlegt.

FC Gundelfingen - SC Ichenhausen (Mi 18:30)
Viel Zeit, den ersten Saisonsieg beim BCF Wolfratshausen (1:0) auszukosten, bleibt den Fußballern des FC Gundelfingen nicht, denn schon steht das Derby gegen den SC Ichenhausen ins Haus.
„Es ist schon zu spüren, dass es für die Spieler ebenso wie das Umfeld kein ganz normales Spiel ist. Selbst die Fans haben mich auf der Rückfahrt aus Wolfratshausen im Bus darauf angesprochen“, hat FCG-Coach Martin Weng ausgemacht, andererseits will er die Partie nicht zu hoch hängen: „Es geht – wie in jeder Partie – um drei Punkte.“ Dass auf der Gegenseite mit Kevin Lohr, Liridon Rrecaj, Patrick Wild, Nico Breskott, Denis Nickel oder Tobias Pillmeier eine ganze Reihe ehemaliger FCG-Kicker im Kader stehen, mache die Sache ein Stück weit interessant – mehr aber eben nicht.
Weng ist ohnehin damit beschäftigt, wie er seine Schützlinge weiterbringen kann. „In Wolfratshausen war es schon einmal gut, dass wir auf eine eingespielte Abwehr bauen konnten. Die Jungs kannten sich lange, wussten, wie sich der Nebenmann verhält“, so Weng, der Tiemo Reutter und den lange verletzten Elias Weichler brachte. Gerade Weichler wurde zum stabilisierenden Faktor auf der linken Abwehrseite – und auf ihn wartet gegen Ichenhausen ebenfalls eine knifflige Aufgabe. „Beide Außenpositionen sind beim SCI mit schnellen Leuten besetzt, da sind wir ordentlich gefordert“, weiß Weng.
Welche Lösungen er für die Gundelfinger Offensive angesichts der Ausfälle von Johannes Hauf (verletzt), Jasjot Padda und Oguz Yasar (verhindert) parat hat, darüber war sich der Trainer im Vorfeld noch nicht ganz schlüssig. „Wir haben im Montagstraining ein paar Varianten ausprobiert. Ich weiß allerdings noch nicht, ob wir mit ein oder zwei Stürmern anfangen werden“, so der Coach. Ziemlich sicher ist er, dass der angeschlagene Manuel Müller kein Thema ist: „Da ist mir das Risiko zu groß, dass er längerfristig ausfällt.“
Schiedsrichter: Anes Hadziabdic (Wörnsmühl)

SV Mering - BCF Wolfratshausen (Mi 18:30)
Null Punkte zu Hause, drei Niederlagen nacheinander – es läuft nicht beim SV Mering. Jedenfalls hatten sich alle Verantwortlichen das Ganze trotz des durchaus schweren Auftaktprogramms anders vorgestellt. Zu viele Fehler attestierte Trainer Christian Cappek seinem Team beim 1:3 gegen den Aufsteiger Kempten – und die gelte es nun dringend abzustellen. „Wir müssen uns aus diesem Schlamassel befreien“, forderte Cappek, der seiner Truppe in Sachen Einsatz und Kampfgeist keinen Vorwurf machen konnte. Und noch eines sei tunlichst zu vermeiden: ein Rückstand. In allen vier Saisonspielen lagen die Meringer jeweils zurück. „Und einem Rückstand nachzulaufen, ist nie einfach – und gegen uns stellen sich die Teams dann auch hinten rein“, so Cappek.
Nun kommt mit dem BCF Wolfratshausen der nächte unangenehmen Gegner. Die Obverbayern sind aus der Bayernliga abgestiegen und haben in der Landesliga noch überhaupt nicht Fuß fassen können. Nur ein Pünktchen haben die isarstädter bislang eingefahren und ganze zwei Tore geschossen. Das Team von Trainer Philipp Bönig steht also auch unter gewaltigem Zugzwang. Auch der MSV braucht dringend Punkte, so kann vieles in diesem Duell einen Nervensache sein.
Schiedsrichter: Benedikt Öllinger (Riedlhütte)


TSV Landsberg - FC Kempten (Mi 18:30)
Gegen den Aufsteiger FC Kempten muss Landsbergs Trainer Muriz Salemovic auf Philipp Siegwart verzichten, der mit einem Unterarmbruch länger ausfallen wird. Aber auch Kevin Gutia kann aus beruflichen Gründen erst ab der zweiten Halbzeit zum Team stoßen – in der Startelf des Tabellenführers wird es also einige Änderungen geben.
Wie genau diese aussehen werden, wollte Salemovic aber erst nach dem Abschlusstraining entscheiden. „Einige Spieler haben jetzt auch schon vier Partien durchgespielt“, sagt der Trainer. Angesichts der Temperaturen sei dies doch eine sehr hohe Belastung und „wir müssen mal schauen, wie weit die Beine noch tragen“.
Problematisch sieht Salemovic die „Zwangsumstellung“ nicht: „Wir haben verschiedene Systeme trainiert.“ Damit kann er die elf Spieler, die im Training den besten Eindruck hinterlassen, in die Startelf nehmen und „das System entsprechend anpassen“. Schade sei es aber schon, dass er mit Philipp Siegwart einen Arbeiter auf der Außenbahn vorerst nicht zur Verfügung hat. „Ich habe ihn nach außen gestellt und Manuel Detmar ins Zentrum“, sagt Salemovic und freut sich, dass dies prima funktioniert habe.
Mit Kempten bekommen es die Landsberger erneut mit einer Mannschaft aus dem oberen Tabellenbereich zu tun. Nach drei Spielen noch ungeschlagen belegt der Aufsteiger den fünften Platz. „Das wird also schon wieder ein Spitzenspiel“, freut sich der Landsberger Trainer. Seine Informationen über die Allgäuer fallen eher spärlich aus, doch „es ist für uns wieder ein Heimspiel, und da wollen wir unser Spiel durchziehen“, betont er. Bislang ist es beeindruckend gelungen, denn nicht nur die vier Siege sprechen für die Landsberger, auch die Art und Weise, wie sie erzielt worden waren.
In absehbarer Zeit könnte es auch eine Lösung für das Torhüter-Problem geben, momentan stehen den Landsbergern für beide Mannschaften nur zwei Schlussmänner zur Verfügung. Das könnte sich im Laufe der Saison als fatal erweisen. Da stehe der Verein aber mit Kandidaten in Gespräch, sagt Salemovic.
Schiedsrichter: Yannick Eberhardt (Burgberg)


VfR Neuburg - SC Oberweikertshofen (Mi 18:30)
Es gibt wahrlich schlechtere Saisonstarts, als ihn der VfR Neuburg hingelegt hat. Oder ist die Überraschung gar nicht einmal so groß? Dass der VfR Neuburg einige richtig gute Fußballer in seinen Reihen hat, die zum Teil über Regional- und Bayernligaerfahrung verfügen, ist kein Geheimnis. Dazu kommen weitere Faktoren, die der Mannschaft derzeit in die Karten spielen. „Die Aufstiegseuphorie im Team und im Umfeld ist deutlich zu spüren“, sagt Kapitän Sebastian Habermeyer, „sie beflügelt uns durchaus“. Außerdem komme die Landesliga dem VfR entgegen. Stellten sich in der Bezirksliga die Kontrahenten meist hinten rein und setzten gegen die favorisierten Neuburger auf die Defensive, „wollen unsere Gegner nun selbst Fußball zu spielen“, was seiner Mannschaft entgegenkomme, wie Habermeyer sagt.
Eine weitere Stärke der Lilaweißen ist zweifelsohne die Fitness. In der Vorbereitung wurde intensiv gearbeitet, die Spieler erhielten individuelle Pläne. Sowohl beim FC Memmingen II (2:1) als auch in Olching (3:1) schlug der VfR in der Schlussphase zu und entschied die Partien somit zu seinen Gunsten. Wobei Habermeyer einschränkt: „In der Bezirksliga hatten wir deutlichere Vorteile. Die jetzigen Gegner wirken ähnlich fit wie wir.“ Der 23-Jährige verweist da schon lieber auf die Breite des Neuburger Kaders. „Wir haben viel Qualität auf der Bank und können jederzeit nachlegen.“ Einwechselspieler wie zuletzt Alexander Müller, Florian Ihring oder Ray Bishop hat wohl in der Tat nicht jeder Ligakonkurrent zu bieten.
Lediglich Rang 17 belegt derzeit der SC Oberweikertshofen, der eigentlich oben mitspielen wollte. „Sie haben ein Spiel weniger absolviert, wir wissen um ihre Qualität“, sagt Habermeyer. Einige in der VfR-Mannschaft hätten dies selbst zu spüren bekommen, als vor etwas mehr als einem Jahr die Aufstiegsrelegation gegen den SCO verloren ging (1:3, 2:3). Daher werde man die Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber, so Habermeyer, „jeder Gegner ist schlagbar“.
Schiedsrichter: Maximilian Alkofer (Siegenburg)


SV Egg an der Günz - SC Olching (Mi 18:30)
Zu Beginn der englischen Woche unterlag der SV Egg auswärts bei Türkspor Augsburg mit 1:3, ging damit zum zweiten Mal in Folge leer aus und erwartet nun den SC Olching, der nach seinem gelungenen Auftakt (1:0 im Eröffnungsspiel gegen den TSV Gilching) ebenfalls nicht mehr punkten konnte. Für beide Mannschaften geht es nun darum, die jüngsten Niederlagen vergessen zu machen. Insbesondere die Egger werden alles daran setzen, das Spiel erfolgreich zu gestalten.
Schiedsrichter: Maximilian Riedel (FC Horgau)

FC Garmisch-Partenkirchen - Türkspor Augsburg (Mi 18:30)
Das ging ruck, zuck. Am Sonntag bat Herbert Wiest, der bisherige Türkspor-Trainer, um seine Freistellung und schon 24 Stunden später hatte der Verein zumindest vorerst einen Nachfolger gefunden. Ob es ein längerfristiges Engagement wird, sei noch nicht entschieden.
Serdar Dayat wird auf jeden Fall in Garmisch auf der Bank sitzen. Der 49-jährige Türke, der drei Sprachen spricht, hat durchaus Referenzen. Zuletzt arbeitete Dayat beim schwedischen Drittligisten Kristianstad sowohl als Co- wie auch als hauptamtlicher Trainer. Übrigens spielt Vlado Papic, der ehemalige FCA-Profi, bei Türkspor keine Rolle mehr. Als Co-Trainer wird Servet Bozdag an der Seite von Dayat fungieren.
Schiedsrichter: Thomas Wagner (Freyung)


SpVgg Kaufbeuren - FC Memmingen II (Mi 19:00)
Für die Memminger U21 steht das nächste Allgäuer Duell an. Mit den Siegen gegen Illertissen und Egg haben die jungen Memminger in den Derbys bislang gute Erfahrungen gemacht. Trainer Candy Decker wurmt aber immer noch etwas das 2:2 gegen den 1. FC Garmisch-Partenkirchen, weil hier die Vorgaben nicht umgesetzt wurden: „Zudem müssen wir schleunigst unsere Fehler abstellen. Wir haben den Gegner in der Defensive zu oft eingeladen“. Was sich bei einer erfahrenen Mannschaft wie Kaufbeuren erneut rächen könnte. Aufgrund der Urlaubszeit wird es personell knapper, zudem gibt es nach dem überraschenden Wechsel von Achim Speiser zum TSV Kottern eine Offensivkraft weniger.
Die Kaufbeurer konnten sich nach ihrem Auftritt beim SV Cosmos Aystetten einen Tag weniger erholen, was in der kräftezehrenden englischen Woche durchaus nicht unerheblich ist. Andererseits macht der Auftritt in Aystetten, verbunden mit dem Punktgewinn beim 1:1, durchaus Mut, dass der SVK der erste Heimsieg dieser Saison gelingt.
Schiedsrichter: Alexander Schkarlat (Weidenbach)

1280 Aufrufe1.8.2018, 05:16 Uhr
Augsburger Allgemeine / wabAutor

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