
Sollten die Fußballer des SV Planegg-Krailling die Relegation schlussendlich tatsächlich erfolgreich gestalten und in der kommenden Saison in der Landesliga an den Start gehen, wissen sie, was sie dort für ein Niveau erwartet. Spätestens seit Mittwochabend. Da zeigte der SV Dornach den Schwarz-Blauen im Hinspiel der ersten Relegationsrunde in Planegg nämlich in den ersten 45 Minuten den Unterschied zwischen Landes- und Bezirksliga.
Anschließend stellten aber auch die Würmtaler ihre Tauglichkeit für die sechsthöchste deutsche Spielklasse eindrucksvoll unter Beweis. Sie steckten nie auf, und nach 90 Minuten hatten sie 4:2 gewonnen.
Zwar gaben die Gastgeber aus dem Würmtal auch vor der Pause schon den Ton an und die Geschwindigkeit vor, Dornach aber präsentierte sich wahnsinnig effizient vor dem Tor. Und vor allem zeigten die Gäste, dass in der Landesliga selbst der Tabellen-15. sehr guten Fußball spielt, wenn man ihm denn den Raum lässt. Auch aus dem engen Pressing des SVP konnten sich die Dornacher immer mal wieder spielerisch befreien, wodurch sich im Mittelfeldzentrum große Räume auftaten.
Diese Situationen bekamen die Hausherren zwar stets noch bereinigt, trotzdem sahen sie sich nach einer guten halben Stunde plötzlich mit 0:1 im Hintertreffen. Leon Rexhaj hatte in einer eigentlich ungefährlich erscheinenden Situation aus 20 Metern zentraler Position abgezogen, der Ball wurde abgefälscht und senkte sich unhaltbar hinter Marijan Krasnic ins Netz.
Das ist die Sachlichkeit der Landesliga.
SVP-Trainer Pero Vidak über die Effizienz des SV Dornach
Planegg antwortete mit vielen Angriffen über die Flügel, insbesondere Linksverteidiger Andrej Skoro brach immer wieder durch und flankte in den Strafraum. Die Hereingaben fanden aber meist keinen Abnehmer, oder die Abschlüsse verfehlten das Tor. Und so jubelte nach 43 Minuten erneut der Landesligist, als Hugo Heise den ersten echten gefährlichen Abschluss aufs Tor aus ähnlicher Position wie Rexhaj beim 1:0 verwandelte – diesmal ganz ohne Bogenlampe. „Das ist die Sachlichkeit der Landesliga“, sagte Planegg-Trainer Pero Vidak über die Effizienz des Gegners.
Kurz merkte man dem SVP auf dem Platz und auch auf der Tribüne die Ratlosigkeit an. Stoßstürmer Valentino Gavric aber gestikulierte am Anstoßpunkt unmissverständlich: Nicht aufgeben, weiter geht’s. Also machten die Schwarz-Blauen weiter und belohnten sich noch in der Nachspielzeit, als Innenverteidiger Mirza Zahirovic eine Ecke von Fabijan Podunavac wuchtig einköpfte. „Das war ein Zeichen, ein Hallo-wach-Effekt“, befand Vidak.
Den zweiten Aufwärtshaken setzte der Bezirksligist zwei Minuten nach Wiederanpfiff. Martin Bauer, in der Pause von der Innenverteidigung auf die Sechs beordert, versuchte es in bedrängter Lage aus 20 Metern. Den eigentlich harmlosen Schuss ließ SVD-Keeper Leon Cuni nach außen abklatschen, wo Aldin Ahmetovic den Nachschuss einnetzte. Planegg hielt in der Folge das Tempo hoch, und gut zehn Minuten später verwandelte Mario Simic einen berechtigten Strafstoß nach Foul an Aleksandar Demonjic zur 3:2-Führung.
Den negativen Höhepunkt erlebte das Relegationsduell nach 68 Minuten, als der Linienrichter nach einem Zusammenstoß mit einem Spieler zu Boden ging und mit dem RTW abtransportiert werden musste. Ein auf der Tribüne anwesender Schiedsrichter sprang als Ersatzmann ein, als die Partie nach einer 15-minütigen Unterbrechung fortgesetzt werden konnte.
Sie haben Qualität, das haben sie immer wieder gezeigt.
Planegg-Trainer Pero Vidak über den SV Dornach
Die Pause schien den Gästen gutgetan zu haben, die anschließend ihre beste Ballbesitzphase hatten und dem Planegger Tor mehrfach gefährlich nahe kamen. „Sie haben Qualität, das haben sie immer wieder gezeigt“, sagte Vidak.
In der Schlussphase wurde es hektisch und hitzig. Dann brandete noch mal Jubel im Georg-Heide-Stadion auf, als die eingewechselten Noah Hoeglauer als Vorlagengeber und Antonio Matic als Torschütze einen letzten Konter mit dem 4:2 veredelten. mg
SV Planegg-Krailling – SV Dornach 4:2 (1:2) SV Planegg-Krailling: Krasnic (C) – Zahirovic, Skoro, Gavric (90.+8 Matic), Demonjic, Podunavac (90.+8 Barella), Ahmetovic (90.+16 Hoeglauer), Lajqi (46. Ko㈠jic), Mbaraka, Simic (90.+1 Bonic), Bauer SV Dornach: Cuni – Reiter, Partenfelder, Mrowczynski, Heise (90.+18 Geodakyan), Aicher (90.+5 Soheili), Rexhaj (89. Scholz), Hamdard, Kampmann (C), Bozoglu, Todorovic Tore: 0:1 Rexhaj (32.), 0:2 Heise (43.), 1:2 Zahirovic (45.+1), 2:2 Ahmetovic (47.), 3:2 Simic (59./FE), 4:2 Matic (90.+22) Bes. Vorkommnis: 15-minütige Unterbrechung und RTW-Einsatz wegen Verletzung des Linienrichters. (68.)