
Wenn die TuS Leider am 32. Spieltag der Landesliga Nordwest die DJK Hain empfängt, treffen zwei befreit aufspielende Teams aufeinander, die längst ihre Saisonziele erreicht haben – doch kampflos will keiner die Punkte herschenken.
Aschaffenburg – Nach dem souveränen 2:0-Auswärtssieg beim TSV Schammelsdorf hat TuS Leider seinen Platz im oberen Tabellendrittel gefestigt. Als Fünfter mit 51 Punkten geht die Mannschaft von Steffen Bolze nun mit Rückenwind in das Heimspiel gegen Aufsteiger DJK Hain. Die Gäste reisen mit einem 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Fuchsstadt im Gepäck an und zeigen sich ebenfalls gelöst und spielfreudig.
„Wir sind natürlich mit dem fünften Tabellenplatz aktuell hoch zufrieden. Das ist ja die zweite Saison in der Landesliga, nachdem wir letztes Jahr den Umweg Relegation mit eigentlich guten 40 Punkten und einem positiven Torverlust nehmen mussten“, sagt Steffen Bolze. In der laufenden Runde sei es gelungen, „sich in der Liga zu etablieren“ und sich als Mannschaft weiterzuentwickeln. Sein Ziel sei klar: „Platz fünf verteidigen – das wäre für uns eine Riesensache.“
Dabei kommt es mit Hain zu einem Gegner, der dem TuS auch spielerisch liegt. „Das Spiel gegen Hain sind immer coole Spiele. Beide Mannschaften spielen nach vorne. Von daher freue ich mich auf das Spiel, ohne dass man jetzt den großen Druck hat.“ Personell kehrte zuletzt Marvin Sauerwein in den Kader zurück – womöglich ein weiterer Impuls für das offensive Spiel der Hausherren.
Auf der anderen Seite reist die DJK Hain mit 44 Punkten und einer stabilen Saisonleistung nach Leider. Als Aufsteiger hat man sich früh vom Abstiegskampf distanziert – und das spiegelt sich auch in der internen Atmosphäre wider. Trainer Markus Horr betont: „Wir sind natürlich mit der Saison letztendlich hoch zufrieden. Ja, als Aufsteiger ist es immer schön, wenn man mit dem Abstieg nichts zu tun hat.“
Zwar musste Hain zuletzt eine längere Durststrecke überstehen, aber das trübt das Gesamtbild nicht. „Ich glaube, es sind fünf oder sechs Spiele ohne Sieg (8 Spiele ohne Sieg, anm. der Redaktion). Aber das tut der Stimmung letztendlich keinen Abbruch, weil wir im Dezember oder um Weihnachten rum schon so viele Punkte hatten, dass wir einfach wussten, dass wir die Liga halten.“
Nun stehen die letzten drei Saisonspiele an – mit einem emotionalen Unterton. Einige Spieler verlassen den Verein, darunter langjährige Weggefährten von Horr: „Mit dem einen oder anderen habe ich ja auch fünf, sechs, sieben, teilweise auch zehn Jahre zusammengespielt. Da sind die Trainingseinheiten und die Spiele immer schön, dass wir uns jetzt noch verabschieden zusammen und noch eine schöne Zeit haben.“
Für die Partie in Leider gibt es trotz entspannter Lage eine klare Zielvorgabe: „Wir wollen schon immer auf Sieg spielen. Wir wissen, was für eine Qualität wir haben. Wir können alle drei Mannschaften schlagen – wir können aber auch alle drei Spiele verlieren. Aber nichtsdestotrotz sind wir natürlich immer auf Sieg getrimmt.“
So verspricht das Aufeinandertreffen zwischen dem etablierten TuS Leider und dem befreit aufspielenden Aufsteiger aus Hain ein Duell auf Augenhöhe – mit offenem Visier, aber ohne Tabellenstress.
