
Am 30. Spieltag der Landesliga Nordost wurde kräftig durchgemischt: Während die SpVgg Jahn Forchheim mit einem historischen 8:1-Auswärtssieg ein Ausrufezeichen setzte, festigten Großschwarzenlohe und Buckenhofen ihre Topplätze. Im Tabellenkeller schöpfen Baiersdorf und Unterreichenbach neue Hoffnung, während Schwaig und Trogen immer tiefer in den Abgrund rutschen.
Der Aufsteiger SV Gutenstetten-Steinachgrund hatte lange gut mitgehalten, doch am Ende belohnten sich die Gäste aus Feucht für ihre Geduld. Samuel Lexen brachte Feucht kurz vor der Pause in Führung (43.), ehe der eingewechselte Finn Körger per Foulelfmeter (69.) ausglich. Doch die Schlussoffensive der Gäste war zu stark: Erst traf Visar Sokoli (83.), dann legte Sadri Pacolli nach (89.). Feucht wechselte früh und taktisch geschickt: Berkan Wild und Emil Petersson brachten frischen Wind, Cedric Drewanz überzeugte als Antreiber. Gutenstetten (9., 44 Punkte) verliert an Boden, während Feucht (10., 38 Punkte) wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangt.
Die Gäste aus Unterreichenbach lieferten einen disziplinierten Auftritt ab und setzten Weisendorf mit hoher Laufbereitschaft unter Druck. Nach der Pause nutzte Joshua Kurz einen Abwehrfehler zur Führung (49.), später machte Lukas Frauenknecht alles klar (84.). Besonders überzeugend: Unterreichenbachs Mittelfeldachse um Malek, Schallmayer und Bub, die das Zentrum beherrschte. Weisendorf fand nie wirklich in die Partie, auch die Einwechslungen von Wild, Hendel und Bretting verpufften. Mit dem Dreier klettert Unterreichenbach (15., 31 Punkte) wieder auf Tuchfühlung zum rettenden Ufer, Weisendorf (6., 48 Punkte) hat Rang 5 vorerst aus den Augen verloren.
Ein Geduldsspiel, das sich am Ende für den Tabellenzweiten lohnte. Julian Friedhelm erzielte in der 80. Minute den goldenen Treffer für die Gäste, die in einem intensiven, aber chancenarmen Spiel defensiv kaum etwas zuließen. Buckenhofen brachte insgesamt fünf frische Kräfte ins Spiel, darunter der zweikampfstarke Henrik Schwinn und der quirlige Timo Gittel. Mitterteich (14., 32 Punkte) enttäuschte vor eigenem Publikum erneut offensiv und bleibt damit tief im Abstiegskampf verstrickt.
Es war das erwartete Topspiel – und Stadeln setzte sich verdient durch. In einer furiosen ersten halben Stunde trafen Weber (13.), Ahmed (25.) und Köstler nach einer kuriosen Szene zum 3:1 (31.). Zwar verkürzte Kobrowski vom Punkt (66.), doch Stadeln verteidigte den Vorsprung clever. Trainer Dedaj wechselte taktisch klug: Schnierstein und Hahn stabilisierten die Defensive. Schwabach musste zur Pause dreimal wechseln, wirkte nach dem Doppelschlag jedoch angeknockt. Stadeln (3., 57 Punkte) wahrt eine kleine Relegationschance, Schwabach (5., 53 Punkte) bleibt trotz starker Offensive zurück.
Ein verdienter Heimsieg für Erlangen-Bruck, das einen frühen Rückstand durch Schmied (21.) mit Spielkontrolle und ruhigem Aufbau in den Griff bekam. Philip Messingschlager glich schnell aus (25.) und Umut Doğan drehte die Partie (61.). Joker Fabian Männlein sorgte mit seinem Treffer (71.) für die Entscheidung. Bruck überzeugte vor allem durch die agilen Flügelspieler Nyary und Arles, sowie die stabile Doppelsechs Visnjic/Wolf. Weißenburg (11., 34 Punkte) konnte nur zu Beginn mithalten, Bruck (4., 54 Punkte) bleibt oben dran.
Was für ein Debakel für die Gastgeber: Die Quelle ging gegen bärenstarke Forchheimer regelrecht unter. Bereits zur Pause stand es nach Treffern von Held (22., 43.), Benes (37.) und Hoffmann (45.) 0:4. Nach dem Wechsel erhöhte Hoffmann mit einem lupenreinen Hattrick (50., 63./FE, 77.), bevor Nico Geyer in der Nachspielzeit das 1:8 markierte. Justin Duensing traf zwischenzeitlich zum Ehrentor (73.). Quelle (12., 34 Punkte) zeigt Auflösungserscheinungen, Forchheim (7., 47 Punkte) mit Galaform und einem überragenden Hoffmann, der viermal traf.
Der Tabellenführer siegte knapp, aber verdient. Timo Kräftner erzielte den Treffer des Tages (38.), musste später aber mit Gelb-Rot vom Platz (77.). Großschwarzenlohe brachte den Vorsprung trotz Unterzahl souverän über die Zeit, auch dank starker Innenverteidiger und einer disziplinierten Teamleistung. Die Gastgeber fanden kaum ins Spiel, weder Stumf noch Brehm oder Winterhalter konnten für echte Gefahr sorgen. Buch (8., 46 Punkte) rutscht im Tableau leicht ab, Großschwarzenlohe (1., 66 Punkte) bleibt vorn.
Ein klassischer Sechs-Punkte-Sieg für Lauterhofen: Daniel Geitner (34.) und Andreas Wastl (48.) trafen früh und brachten ihr Team auf Kurs. Der Anschluss durch Lukas Wülfert (56.) sorgte noch mal für Spannung, doch die Heimelf brachte das Ergebnis über die Zeit. Coach Brunner setzte auf defensive Stabilität mit Christian Meyer und Michael Geitner, die auch im Aufbau klug agierten. Trogen (18., 16 Punkte) ist so gut wie abgestiegen, Lauterhofen (13., 34 Punkte) schöpft neue Hoffnung.
Baiersdorf meldet sich im Abstiegskampf eindrucksvoll zurück. Nach einer torlosen ersten Hälfte traf zunächst Spielertrainer Hannes Decher selbst (70.), ehe Vierengel (74.), Mehic (82.) und Söllmann (90.+1) den Sack zu machten. Vor allem die rechte Seite um Gonnert und Pierer von Esch bereitete Schwaig große Probleme. Die Gastgeber konnten offensiv kaum Akzente setzen, Wechsel wie von Lorenz, Ölcer oder Klug brachten keine Wende. Schwaig (17., 24 Punkte) bleibt Vorletzter, Baiersdorf (16., 28 Punkte) klopft an die Tür zur Rettung.
