
Rosenheim setzt sich im Top-Spiel gegen Wasserburg durch, Hallbergmoos und Grünwald feiern ebenfalls wichtige Heimsiege. Kastl und dem Kirchheimer SC gelingen deutliche Siege, während Murnau die starke Form der vergangenen Wochen bestätigt. Die Stimmen zum 11. Spieltag.
Gökhan San, Trainer des SVN München: »Ohne stabile Abwehr, mit wöchentlichen Änderungen aus diversen Gründen und zum Großteil Spielern in diesem Mannschaftsteil, die extreme Luft nach oben haben, gibt es schlicht nichts zu holen. Hinzu kam ein Kollektivausfall gestern der Offensive. Die Niederlage war verdient. Erneut haben wir den Beginn der Partie verschlafen und das Spiel praktisch nach zehn Minuten selbst entschieden. Ich möchte trotzdem niemandem einen Vorwurf machen. Jeder, der auf dem Platz stand, hat im Rahmen seiner Möglichkeiten/Kapazität alles gegeben.
Ohne fitte Spieler in der Landesliga können wir „Einsatzzeiten“ vergeben, oft an Spieler, die selbst wissen, dass diese Minuten Geschenke sind, die allein der aktuellen Situation geschuldet sind. Normalerweise, und wir reden hier von der Landesliga, ist es alles andere als einfach, Spielzeiten zu bekommen. Nur bei uns ist es aktuell so „leicht“ und das zeigt, wie außergewöhnlich unsere Situation ist.
Von drei Torhütern war gegen Kastl keiner verfügbar: zwei verletzt, einer kurzfristig im Urlaub, sodass unser Torwarttrainer selbst ins Tor musste. Das ist sinnbildlich für die widrigen Umstände, die uns Woche für Woche, Training für Training, Spiel für Spiel begleiten.
Die Aufgabe, die wir als Mannschaft aktuell zu stemmen haben, ist enorm. Es ist, es war und es wird eine massive, knallharte Herausforderung bleiben, nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch und menschlich. Wir stehen vor einer echten Mammutaufgabe, deren Auswirkungen man auf dem Platz spürt.«
Harald Mayer, Trainer des TSV Kastl: »Wir sind sehr gut gestartet und konnten direkt mit 2:0 in Führung gehen. Anschließend musste uns Peller ein, zweimal retten, bevor wir noch vor der Pause das 3:0 erzielen konnten – das war eigentlich schon fast die Vorentscheidung. Mit dem Elfmeter zum 4:0 nach der Pause war das Spiel dann endgültig entschieden. Das Gegentor haben wir noch bekommen, weil wir einfach nie zu null spielen – nein, Spaß beiseite. Am Ende haben wir noch das 5:1 gemacht. Aus meiner Sicht war das ein verdienter Sieg, die Mannschaft hat eine starke Reaktion auf die Niederlage der vergangenen Woche gezeigt. Jetzt steht die Englische Woche an, wir fahren nach Rosenheim und schauen, ob wir sie vielleicht ein bisschen ärgern können.«
Steven Zepeda, Trainer des FC Schwabing: »Die ersten 20 Minuten war es ein munteres hin und her. Dann haben wir die größte Chance des Spiels und verpassen das 1:0. Die Minuten bis zur Halbzeit gehörten dann Murnau, die das Ganze auch in zählbares ummünzten. In der zweiten Halbzeit wird uns dann das 1:2: aberkannt. Sehr umstritten mal wieder, weil auch die Entscheidung vor dem 0:2 fälschlicherweise eine Ecke anstelle eines Abstoßes ergab. Der dann gültige Anschlusstreffer hat das Spiel wieder geöffnet, aber wir haben es leider nicht mehr geschafft, den Punkt mitzunehmen. Am Ende wäre ein Unentschieden vielleicht in Ordnung gewesen, da fragt morgen aber keiner mehr danach. Gratulation an Murnau.«
Martin Wagner, Trainer des TSV Murnau: »Die erste Halbzeit war mit das Beste, was wir in dieser Saison gezeigt haben. Ballsicher, mit viel Energie und guten Lösungen im Spiel nach vorne. Beide Tore waren sehenswert: Das 1:0 entstand nach einer tollen Ballstafette und starker Vorarbeit von Dacic, das 2:0 war ein feines Hackentor von Nebl. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Schwabing bei einer 100-prozentigen Chance früh in Führung hätte gehen können – da hatten wir Glück.
In der zweiten Halbzeit hatten wir das Spiel lange Zeit im Griff, ehe wir durch ein unnötiges Gegentor den Anschlusstreffer hinnehmen mussten. Dennoch haben wir die Partie am Ende relativ souverän nach Hause gebracht. Man of the Match war ganz klar Christoph Greinwald. Der Typ hat keinen Zweikampf verloren. Schwabing präsentierte sich als spielstarker und vor allem sehr fairer Gegner. Alles in allem war es ein richtig schönes Fußballspiel – Werbung für den Landesliga-Fußball in Murnau.«
Korbinian Vollmann, spielender Co-Trainer des Kirchheimer SC: »Die ersten zehn Minuten sind wir ein bisschen schwer reingekommen, aber dann haben wir uns gesteigert und haben mit Luca Mauerer gleich eine riesengroße Chance, die ungenutzt blieb. Das 1:0 durch Reilhac gab uns Sicherheit im eigenen Ball. Trotzdem muss man erwähnen, dass Garmisch immer wieder gefährliche Aktionen hatte und wir in paar Situation Glück hatten nicht den Ausgleich zu kassieren. Mit dem 2:0 sind wir dann in die Kabine gegangen. Nach der Halbzeit hatten wir am Anfang Probleme und haben unsere offensiven Szenen nicht gut ausgespielt. Das 3:0 war dann entscheidend, das Spiel wieder zu beruhigen und wir konnten mit dem vierten und fünften Tor auch noch einen drauf setzen. Letztlich haben wir ohne gelernten Stürmer fünf Tore geschossen und sind mit der spielerischen Art heute sehr zufrieden.«
Wolfgang Schellenberg, Trainer des TSV 1860 Rosenheim: »Wir haben heute gegen Wasserburg eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und konnten uns in den ersten 20 Minuten bereits zwei, dreimal gefährlich vor dem Wasserburger Tor zeigen. Nach einem schönen Freistoß von Eren Emirgan sind wir verdient mit 1:0 in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit hat Wasserburg viel Druck gemacht, vor allem um die 75. Minute herum mussten wir ein, zwei kritische Phasen überstehen, in denen unser Torwart herausragend gehalten hat. Insgesamt konnten wir aber die meisten Situationen vom eigenen Tor fernhalten. In der Nachspielzeit haben wir dann einen Konter erfolgreich ausgespielt und mit dem 2:0 das Spiel endgültig entschieden. Aufgrund der starken ersten Halbzeit geht der Sieg für mich in Ordnung. Es war das Spitzenspiel, das sich viele im Vorfeld erhofft hatten, und ich denke, die Zuschauer sind heute voll auf ihre Kosten gekommen.«
Andreas Giglberger, Trainer des VfB Hallbergmoos-Goldach: »Am Ende des Tages war es aus meiner Sicht ein verdienter Sieg gegen Freilassing. Wir haben in der ersten Halbzeit keine gute Leistung gezeigt, waren im Passspiel oft unsauber und haben die nötige Aggressivität gegen den Ball vermissen lassen, die uns eigentlich auszeichnet. Dennoch haben wir defensiv kaum etwas zugelassen und selbst allerdings auch keine klaren Torchancen herausgespielt, weshalb es insgesamt kein gutes Landesligaspiel war. In der Halbzeit haben wir die Schwächen klar angesprochen, und die Reaktion in der zweiten Hälfte war sehr positiv. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Wucht haben wir entwickelt und man hat gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Besonders hervorheben möchte ich heute wieder unsere Einwechselspieler – Thalmeier, Kurmehaj, Vukman, Kierdorf und Kristo – die mit ihrem Impact ein großes Plus für uns sind.
Auch unsere Standardstärke sticht aktuell heraus: Beide Tore fielen nach Standardsituationen – das erste durch einen Kopfball von Opitz, das zweite per Elfmeter, wie gewohnt sicher verwandelt von Mo Sassmann nach starker Einzelleistung von Emil Kierdorf, der kurz zuvor eingewechselt wurde. Natürlich hat uns auch die Gelb-Rote Karte für Freilassing in die Karten gespielt, sodass wir noch mehr Druck aufbauen und schließlich auf eine Doppelspitze umstellen konnten. Am Ende war es dann nur eine Frage der Zeit, bis wir den Siegtreffer nachlegen. Wir sind zufrieden, dass wir trotz einer schwächeren ersten Halbzeit am Ende verdient 2:0 gewinnen, zu null spielen und beide Treffer nach Standards erzielen konnten. So nehmen wir auch aus einem weniger guten Spiel verdient die drei Punkte mit.«
Sebastian Koch, Trainer des TSV Grünwald: »Wir wussten, dass das kein Spaziergang wird. Schon nach sechs Minuten bringt uns Daniel Leugner mit 1:0 in Führung – ein Start nach Maß, der uns eigentlich Sicherheit geben sollte. Trotzdem war die erste Halbzeit hart: Wir haben zu viele Standards zugelassen und ab der 30. Minute ein Stück weit die Kontrolle verloren. In der Kabine war es dann Zeit, alles klarzustellen. Ich wollte, dass sie spüren, dass wir dieses Spiel nicht herschenken, dass wir bereit sind, alles zu geben – egal wie hart es wird. Und genau diese Energie haben sie auf den Platz gebracht.
Nach dem Wiederanpfiff erhöhen wir auf 2:0. Dann kassieren wir durch einen Standard das 2:1 – ein Moment, in dem vieles hätte kippen können. Doch die Jungs reagieren sofort, zeigen Charakter und antworten prompt mit dem 3:1. Dann kommt in der 70. Minute die Gelb-Rote Karte gegen Nick Starke. Unterzahl, schwere Beine, ein dünner Kader – und trotzdem geben wir nicht auf, sondern setzen noch einen drauf. Wir laufen füreinander, werfen alles rein, was wir haben – und machen in Unterzahl sogar noch das 4:1.
Man spürt in jeder Minute, dass hier gerade etwas Besonderes entsteht. Trotz Verletzungen, trotz kleinem Kader, trotz aller Widerstände wächst ein Team zusammen, das bereit ist, sich für jeden Meter zu zerreißen. Diese Mentalität, dieser Glaube aneinander – das ist die Basis für alles, was wir erreichen wollen. Wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Aber wenn ich sehe, wie sich diese Jungs gegenseitig tragen, dann bin ich überzeugt: Mit diesem Charakter, mit diesem Herzblut können wir jede Herausforderung annehmen.«