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Landesliga-Coach Rascher sucht neue Herausforderung

Der SV Unterreichenbach und sein Trainer gehen am Saisonende getrennte Wege

von Florian Würthele · 28.11.2024, 09:16 Uhr · 0 Leser
Matthias Rascher steht nur noch bis zum Saisonende an der Seitenlinie des SV Unterreichenbach.
Matthias Rascher steht nur noch bis zum Saisonende an der Seitenlinie des SV Unterreichenbach. – Foto: Sportfoto Zink / D. Marr

Die Erfolge des SV Unterreichenbach in der jüngeren Vergangenheit sind eng mit dem Namen Matthias Rascher verknüpft. Rascher übernahm die „Urus“ im Oktober 2022 neuer Cheftrainer. Unter seiner Fuchtel schaffte die Aufsteigermannschaft, die zuvor im Eiltempo von der A-Klasse in die Landesliga durchmarschiert war, zweimal den Klassenerhalt in der Landesliga Nordost. Dieser steht auch heuer über allem. Doch egal wie die Spielzeit für Unterreichenbach endet: Am Saisonende zieht Rascher einen Schlussstrich und sucht eine neue Herausforderung. Die Hintergründe hat der 38-Jährige FuPa verraten.

„Natürlich war es für mich keine leichte Entscheidung, den Verein zu verlassen. Ich habe mir persönlich immer ein Limit von etwa drei Jahre Amtszeit gesetzt. Diese Zeit wäre ja dann nächste Saison erreicht. Außerdem war es bis jetzt schon eine sehr intensive Zeit in Untereichenbach, die wir gut gemeistert haben und auch noch meistern werden. Außerdem würde ich gern den nächsten Schritt in meiner Trainerkarriere gehen. Ich möchte mich auf den Level weiterentwickeln und schauen, was noch so passiert beziehungsweise geht“, schildert Matthias Rascher die Beweggründe für seine Entscheidung, den Vertrag beim SVU nicht zu verlängern. Was nächste Saison kommen wird, das lässt der 38-Jährige auf sich zukommen. In jedem Fall sei er, wie er sagt, bereit für eine neue Herausforderung und freue sich auf Angebote. „Auf diesem Level macht es total Spaß zu arbeiten, was ich auch gerne weiterhin machen würde.“

Schon jetzt kann Rascher auf eine sehr intensive Zeit als Trainer in Unterreichenbach zurückblicken: „Bei meinem Amtsantritt stand die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand und wenige haben uns noch etwas zugetraut. Trotzdem habe ich das Vertrauen unseres ehemaligen Vorstands Erwin Söhlmann und des sportlichen Leiters Alex Kalkmann bekommen. Dafür bin ich ihnen heute noch sehr dankbar. Was wir dann bis heute geleistet haben, davor kann man nur den Hut ziehen. Ich glaube, der SVU wurde immer als graue Maus in der Landesliga gesehen. Das hat sich jetzt aber deutlich gedreht und wir haben uns den Respekt hart erarbeitet. Auch das Drumherum ist deutlich professioneller geworden, was ohne Alex Kalkmann nie so möglich gewesen wäre.“ Und weiter: „Ich bin stolz, wie sich die Jungs Jahr für Jahr entwickelt haben. Ich bin überzeugt, dass ich meinem Nachfolger eine richtig geile Mannschaft übergeben werde, die in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten wird. Letztlich kann ich am Ende der Saison mit Stolz gehen, weil die Mannschaft weitergekommen ist und sich jeder Einzelne verbessert hat. Auch muss ich den Fans des SV danken: Solch eine Unterstützung, ob in guten oder in schlechten Zeiten, habe ich selten erlebt.“

Noch aber hat Matthias Rascher ein halbes Trainer-Jahr beim SV Unterreichenbach vor sich. Aktuell rangiert das Team um Wortführer Lukas Frauenknecht auf einem Abstiegs-Relegationsplatz. Das rettende Ufer ist fünf Punkte entfernt. Am kommenden Sonntag steht zum Jahresabschluss das Stadt-Derby daheim gegen den SC Schwabach an. „Ich habe noch ein großes Ziel mit dem SVU und das heißt Klassenerhalt. Diesen werden wir zusammen schaffen, davon bin ich fest überzeugt. Und dann war es, glaube ich, eine super Amtszeit für mich in Unterreichenbach“, schließt der 38-Jährige.

Sportlicher Leiter Alexander Kalkmann berichtet: „Matthias hatte mich und unseren Abteilungsleiter schon vor einigen Wochen eingeladen, sich in der Winterpause zusammenzusetzen und über die Zukunft zu sprechen. Dass die Möglichkeit besteht, Matthias im Sommer verlieren zu können, war denke ich bereits allen klar. Nun wurde dieses Gespräch einfach etwas vorgezogen. Die allgemeine Reaktion über Matthias' Entscheidung war erwartungsgemäß von Bedauern, aber auch von Verständnis geprägt.“

Kalkmann blickt wie folgt auf Raschers bisherige Amtszeit beim SVU zurück: „Matthias hat unsere Mannschaft im Oktober 2022 in einer sehr schwierigen Situation übernommen. Die gesamte Liga hatte uns bereits abgeschrieben. Er hat sofort neue Strukturen geschaffen und ein neues System eingeführt. Er als Trainer hat unserem kleinen und auf diesem Niveau völlig unerfahrenen Verein gezeigt, wie der höherklassigere Amateurfußball funktioniert bzw. funktionieren kann und was dazu nötig ist. Im Rahmen unserer bescheidenen Mittel hat es Matthias zusammen mit unseren unglaublich charakterstarken Fußballern geschafft, dass der SV Unterreichenbach nun die dritte Saison in der Landesliga bestreiten darf.“ Das auserkorene gemeinsame Ziel sei klar: Der Klassenerhalt, egal ob direkt oder über die Relegation. „Dass das nicht einfach wird, ist allen Beteiligten bewusst. Aber ich bin überzeugt, dass jeder Einzelne seinen Teil dazu beitragen wird – ob Spieler, Betreuer, Vereinsverantwortlicher oder Fan.“