2026-04-16T10:11:10.190Z

Allgemeines

KV Plieningen II: "Im Schwäbischen loben wir ja nicht so viel"

Abteilungsleiter Martin Schmid blickt kritisch zurück und optimistisch auf die neue Saison.

von Nicolas Bläse · 24.07.2025, 09:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: TSV Jahn Büsnau

Nach einer schwierigen Saison 2024/25 setzt die zweite Mannschaft des KV Plieningen in der Kreisliga B1 auf frische Kräfte, Kontinuität auf der Trainerbank und eine gezielte Weiterentwicklung des Kaders.

Unzufriedenheit mit Platz zehn – aber mit Perspektive

Mit dem zehnten Tabellenplatz konnte man beim KV Plieningen II nicht zufrieden sein. Das stellt Abteilungsleiter Martin Schmid gleich zu Beginn klar: „Rein von der Platzierung können wir nicht zufrieden sein. Platz zehn ist sicher nicht unser Anspruch.“ Verletzungspech und ein zu dünn besetzter Kader machten der Mannschaft zu schaffen. Dennoch zieht Schmid ein differenziertes Fazit: „Wir können das einordnen und haben daraus unsere Schlüsse gezogen.“

Neben der sportlichen Bilanz rückt Schmid aber vor allem die individuelle Entwicklung der Spieler in den Vordergrund – insbesondere mit Blick auf die erste Mannschaft: „Da haben wir durchaus Fortschritte gemacht. Das werden wir in den kommenden Wochen dann auch sehen.“

Neuzugänge und Teambuilding prägen die Vorbereitung

Die Vorbereitung auf die Saison 2025/26 ist von einer hohen Fluktuation im Kader geprägt – aber auch von gezielter Integration und mannschaftsbildenden Maßnahmen. „Wir haben eine Vielzahl von neuen Spielern, die wir integrieren wollen und werden“, so Schmid. Dazu zählen nicht nur zahlreiche Trainingseinheiten, sondern auch „viele interessante Testspielgegner und die ein oder andere mannschaftsbildende Aktion“. Diese Mischung soll helfen, ein eingespieltes Team zu formen – die Voraussetzung für eine bessere Saison.

Keine Einzelspieler im Fokus – sondern das Kollektiv

Auf die Frage nach herausragenden Spielern in der vergangenen Spielzeit bleibt Schmid zurückhaltend – ganz bewusst: „Im Schwäbischen loben wir ja nicht so viel.“ Dennoch erkennt er die Fortschritte an, die innerhalb der Mannschaft gemacht wurden: „Einige Spieler haben sich super entwickelt, jüngere sind in größere Aufgaben gewachsen. Das wollen wir sehen.“ Einzelne Spieler hervorzuheben, liege ihm aber nicht – das Team stehe im Vordergrund.

Ziel: Einstellig – und Talente für die Erste entwickeln

Mit Blick auf die neue Saison gibt sich der Abteilungsleiter realistisch und zugleich ambitioniert. „Eine bessere Platzierung, irgendwo im Bereich 5–8, wäre gut, gerne auch etwas höher“, nennt Schmid als Ziel. Voraussetzung sei jedoch, „dass wir erst einmal alle Spieler integrieren und ein eingespieltes Team werden.“

Langfristig bleibt die Philosophie des Vereins klar: Die zweite Mannschaft soll ein Sprungbrett sein. „Wir wollen Spieler entwickeln, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Da sehe ich den ein oder anderen, der das packen kann.“

Sillenbuch II und Waldebene II als Topfavoriten

Auf die Favoritenrolle in der Kreisliga B1 angesprochen, sieht Schmid vor allem zwei Teams vorne: „Der SV Sillenbuch II gehört sicher als Absteiger dazu und Waldebene II auf jeden Fall auch.“ Letztere hätten sportlich sogar den Aufstieg geschafft, aber darauf verzichtet. „An den beiden dürfte diese Saison kein Vorbeikommen sein.“

Acht Zugänge – und noch Bewegung möglich

Die personellen Veränderungen im Kader fallen deutlich aus. „Wir haben bisher acht Zugänge vermeldet“, berichtet Schmid. Alle Neuen hinterließen im Training einen „engagierten und motivierten Eindruck“. Weitere Verstärkungen seien nicht ausgeschlossen: „Ich rechne noch mit ein bis zwei weiteren Neuen, da warten wir mal ab.“

Auf der Abgangsseite ist die Lage übersichtlich: „Zumeist sind die Spieler weggezogen oder haben ihre Karriere beendet.“ In der Summe sieht Schmid sein Team gut gerüstet: „Mit den Neuzugängen haben wir sie mehr als nur kompensiert und aus der knappen Kadergröße der Vorsaison gelernt.“

Relegation? „Da ist immer viel los“

Im Gegensatz zu manch anderem Funktionär spricht sich Schmid klar für den Erhalt der Relegationsspiele aus. „Ich habe mir einige Spiele angesehen und weiß auch als mehrfacher Ausrichter in den Vorjahren, dass da immer viel los ist und es spannend zugeht.“ Zwar sei der Modus nicht ideal, doch angesichts der bestehenden Ligastruktur sieht Schmid keine bessere Alternative: „Von daher: beibehalten!“

Für Beständigkeit sorgt beim KV Plieningen II vor allem Tarek Novak, der in seine neunte Saison als Cheftrainer geht. „Das gibt es sicher nicht häufig“, betont Schmid – und unterstreicht damit, wie sehr der Verein auf Kontinuität und Vertrauen in der sportlichen Leitung setzt. Mit neuem Schwung, breiterem Kader und klarer Struktur will der KV Plieningen II in der Saison 2025/26 wieder ein anderes Gesicht zeigen.