F: Martinschledde
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Nach Abtritt: Dräger ist wieder Chef!

Nach 40 Stunden im Amt tritt Schiri-Oberhaupt Ingo Engelstädter zurück. Damit ist der Weg für seinen Vorgänger frei, der kommissarisch übernimmt.

Was ist da los bei den Bielefelder Schiedsrichtern? Ein verspäteter Aprilscherz? Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die hiesigen Journalisten? Oder einfach eine – flapsig gesagt – Slapstickveranstaltung? Der am Dienstag neu gewählte Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses (VKSA), Ingo Engelstädter vom SC Halle, erklärte am Donnerstag schon wieder seinen Rücktritt vom Schiri-Chef-Posten. Sein Vorgänger Philip Dräger übernimmt kommissarisch und kehrt damit in sein altes Amt zurück.

Per E-Mail verkündete Engelstädter die Beweggründe seines plötzlichen Rücktrittes: „Aus gesundheitlichen Gründen würde ich bei der Ausübung des Amtes eher als Verlierer vom Platz gehen.“ Diesen Grund hält Kreisvorstand Markus Baumann für schwerwiegend. „Wir machen diese Aufgaben alle ehrenamtlich, viele glauben gar nicht, was für ein Zeitaufwand das ist. Die Gesundheit geht immer vor, insofern ist die Entscheidung nachvollziehbar und überraschend zugleich.“

„Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass es sich bei der Wahl meiner Person um eine Intrige gegen Philip Dräger handelt, so kann ich nur sagen, dass das an den Haaren herbeigezogen ist“, stellt Engelstädter klar.

„Ich war sehr überrascht, als ich plötzlich den Anruf von Markus Baumann bekam, denn nach meinem Wissen gab es eine solche Wende noch nie“, sagt der alte und nun wieder neue VKSA Philip Dräger. Mindestens genauso perplex war auch Markus Baumann beim Kreistag: „Ich habe ehrlich gesagt nicht mal mit einem Gegenkandidaten gerechnet, aber so ist das in der Demokratie und ich finde es auch überhaupt nicht schlimm, wenn jemand anderes kandidiert. Irritiert war ich aber schon.“

Das Gerücht, dass Engelstädter sich zur Wahl stellen (lassen) könnte, hatte sich im Fußballkreis Bielefeld seit geraumer Zeit hartnäckig gehalten. Baumann bestätigt: „Ja, ich habe da auch im Vorfeld schon so etwas gehört.“

Für Philip Dräger, der seine Bereitschaft zur Weiterführung des Amtes bereits signalisiert hatte, war die Zusage gegenüber Baumann eine Formsache. Überwältigt war Dräger von dem großen Zuspruch vor allem von Schiedsrichterkollegen, der ihm aus ganz Westfalen entgegengebracht worden ist. „Dazu fehlen mir die Worte, und damit hätte ich auch nie gerechnet. Emotional habe ich mit diesen Geschehnissen nach wie vor sehr zu kämpfen“, sagt Dräger gerührt, der natürlich auch den berühmten Hallo-Wach-Effekt erhalten hat.

„Über die hohe Anzahl an Gegenstimmen sind mein KSA und ich schwer enttäuscht, das haben wir nicht für möglich gehalten. Wir werden auf die Vereine zugehen, um die tatsächlichen Beweggründe zu erfahren. Schließlich wollen wir möglichst Vertreter aller Interessen darstellen – so war unser Anspruch, und so wird er auch immer sein“, macht Dräger klar.

An der Arbeitsweise seines Teams und von sich selbst möchte Dräger festhalten: „Wir arbeiten transparent und sind an klare Richtlinien gebunden.“ So gebe es einen öffentlich einsehbaren Verhaltenskodex, klare Aufstiegskriterien und immer ansprechbare KSA-Mitglieder. Dräger wird übrigens mit seinem alten Team weiterarbeiten. Klaus Münstermann bleibt sein Stellvertreter. Neu im KSA werden lediglich Luca Maurer und Niklas Pankoke sein, die sich als Beisitzer um Nachwuchsthemen kümmern werden.

Aufrufe: 012.4.2019, 14:30 Uhr
FuPa / Nicole BentrupAutor

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