
Die WDR-Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" hat unter eingefleischten Fans Kultstatus. Vor allem die Rubrik "Kacktor des Monats" sorgt seit Jahrzehnten für Schmunzler vor den Bildschirmen. Nun wurde unter anderem ein skurriler Treffer aus der Westfalenliga Staffel 2 für das "Kacktor des Monats Februar" nominiert.
Dabei geht es um die Begegnung zwischen der SpVgg Horsthausen und dem RSV Meinerzhagen vom 22. Februar, genauer gesagt um den Anschlusstreffer der Gäste zum zwischenzeitlichen 1:2. Von zwei gegnerischen Angreifern unter Druck gesetzt prügelte Meinerzhagens Abwehrchef Simon Weber den Ball am Mittelkreis ohne klar abzusehende Absicht im hohen Bogen nach vorne in Richtung des Tores der Herner.
Aus einem für den Torhüter eigentlich ungefährlichen Ball, "einer zum Herunterpflücken" könnte man meinen, wurde für Horsthausens Schlussmann Benjamin Carpentier eine höchst unangenehme Herausforderung. Der hohe Ball aus gut 40 Metern fiel zwar genau in die Arme des auf der Torlinie postierten 34-Jährigen, doch der flutschte ihm aus den Handschuhen, prallte gegen die Unterkante der Latte und fiel kurioserweise hinter die Linie.
"Zunächst dachte ich, der Ball kommt am Fünfmeterraum runter. Er wurde aber immer länger und die Gefahr ist es dann, die Orientierung zur Linie zu verlieren. Dennoch war ich mir bis zur letzten Sekunde sicher, den Ball abzufangen", erklärt der erfahrene Torwartroutinier seinen Fauxpas in der "WAZ". "Er ist dann aber aus meinen Händen gegen die Unterkante der Latte gesprungen und von dort ins Tor. An meiner Reaktion hat man aber auch gesehen, dass ich selbst sehr überrascht war und es selbst auch gar nicht so richtig realisierte, was da in diesen Sekunden passierte."
Carpentier, früherer U19-Torwart von Bayer Leverkusen und VfL Bochum, nimmt dieses Gegentor aber mit Humor: "Eigentlich würde ich gerne sagen: Was man nicht sieht, kann man nicht halten. Aber in diesem Fall ist das wahrscheinlich eher schwierig." Er habe über einige Ausreden nachgedacht, eingefallen sei ihm aber keine.
Für das "Kacktor" offiziell nominiert wurde aber schließlich Torschütze Simon Weber. Auch ein zweiter westfälischer Vertreter hat es in die Rubrik geschafft: Noah Spangemacher vom Recklinghäuser B-Ligisten TSV Raesfeld II, der ein Luftloch des gegnerischen Torhüters vom SV Dorsten-Hardt II (6:1) ausnutzte. Dies sind auch die einzigen Amateure, die es in diesem Monat in die Sendung geschafft haben. Nominiert sind des Weiteren die Profis Tristan Zobel von Erzgebirge Aue, Eric Hottmann von Jahn Regensburg und Atakan Karazor vom VfB Stuttgart.