
War es die Verkettung unglücklicher Umstände, oder doch ein provozierter Abbruch? Mit den Folgen des vorzeitig abgebrochenen Verfolgerduells der Kreisliga A zwischen dem Tabellenfünften VfL Benrath und den zweitplatzierten Sportfreunden Gerresheim wird sich nun das Kreissportgericht und dessen Vorsitzender Eckhard Bernd beschäftigen müssen.
Wie schon eine Woche zuvor im ebenfalls abgebrochenen Spiel zwischen dem FC Bosporus und Schwarz-Weiß 06 musste der Schiedsrichter in der zweiten Hälfte das Stopp-Konzept anwenden, um erhitzte Gemüter zu beruhigen. Doch was danach folgte, ähnelte schon einem Kuriositätenkabinett, so schilderten es Augenzeugen.
Die Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit noch einen etwas überraschenden Spielverlauf. Denn es waren nicht etwa die zweitplatzierten Gäste aus Gerresheim, die den Ton angaben. Stattdessen gingen die Verfolger aus Benrath mit 3:0 in Führung. Dass danach überhaupt noch einmal Spannung aufkam, hatten sich die Platzherren selbst zuzuschreiben. Mit zweimal Gelb-Rot und einmal Rot dezimierte sich die Elf von Ali Gürcali selbst.
Gerresheim schöpfte nach zwei von Faouzi El Makadmi verwandelten Freistößen neuen Mut und war drauf und dran, das Spiel im Elf-gegen-acht zu drehen, zumal nach dem dritten Platzverweis für den VfL erneut ein Freistoß in aussichtsreicher Position verhängt wurde. Doch dieser sollte gar nicht mehr ausgeführt werden. Nachdem es aus Richtung der Benrather Trainerbank nach der erneuten Hinausstellung laute Proteste gegen eine Spielfortsetzung gab, bemühte Schiedsrichter Sam Zergan zunächst das Stopp-Konzept und beorderte beide Teams in ihre Spielhälften.
Für Außenstehende schien es nach einer mehrminütigen Pause danach nur eine Frage der Zeit, bis es weiterging. Doch sie rieben sich wenig später verwundert die Augen, als vor Ausführung des Freistoßes zunächst der VfL-Keeper und dann auch ein weiterer Feldspieler plötzlich verletzt zu Boden gingen.
Da der VfL-Coach sein Wechselkontingent gerade erst ausgeschöpft hatte, stellte sich kurz die Frage, wie es überhaupt weitergehen sollte. Die Antwort darauf erübrigte sich, als dann auch noch plötzlich das Flutlicht ausging. Der Ausfall der Lichtanlage war nach Aussage von Benraths zweitem Vorsitzenden schlussendlich auch der Grund dafür, warum die Partie nicht mehr angepfiffen wurde.
„Wir hatten leider schon ein paar Mal Probleme mit dem Flutlicht. Auch das Spiel unserer dritten Mannschaft musste im Anschluss unterbrochen werden, weil das Licht ausging“, bemerkte Sebastian Linden. Vor Anpfiff der Partie der Benrather „Dritten“ hätte Sam Zergan gerne noch das Kreisliga A-Spiel regulär über die Bühne gebracht. Er holte daher beide Trainer zu sich in die Kabine, als das Flutlicht wieder brannte. Dort signalisierte der Gäste-Coach seine Bereitschaft, weiterzuspielen. Doch sein Benrather Gegenüber lehnte ab und verwies dabei auf den Umstand, dass einige seiner Spieler inzwischen schon geduscht hätten. So steht es im Sonderbericht des Unparteiischen, der nun Grundlage für das Urteil des Sportgerichtes sein dürfte.
