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Kurdistan Düren zwischen Anspruch und Realität

Nach schwacher Hinrunde soll in der Rückserie der Weg zurück ins Mittelfeld führen

von Tim Zimmer · 07.01.2026, 12:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Andre Peters

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Der SV Kurdistan Düren überwintert nur auf Platz elf der Landesliga Staffel 2. Verantwortlicher Ayhan Gündogdu analysiert eine enttäuschende Hinrunde, benennt klare Ursachen und formuliert für die Rückrunde ein ambitioniertes, aber realistisches Ziel.

Der Blick auf die Tabelle der Landesliga Staffel 2 zur Winterpause ist für den SV Kurdistan Düren ernüchternd. Nach 14 absolvierten Spielen steht die Mannschaft mit vier Siegen, drei Unentschieden und sieben Niederlagen lediglich auf Rang elf. 15 Punkte und ein Torverhältnis von 23:38 entsprechen nicht den eigenen Ansprüchen eines Vereins, der in den vergangenen Spielzeiten zur Spitzengruppe der Liga gehörte. Verantwortlicher Ayhan Gündogdu spricht offen von einer Hinrunde, die den Erwartungen klar widersprochen hat.

Die Vorbereitung auf die Rückrunde beginnt am 13. Januar 2026. Eine lange Pause gab es nicht, vielmehr soll die Winterphase genutzt werden, um die zahlreichen Defizite gezielt aufzuarbeiten. Besondere Highlights stehen dabei nicht im Vordergrund, vielmehr geht es um Stabilität, Disziplin und Konstanz – alles Faktoren, die in der Hinserie zu häufig gefehlt haben.

Die sportliche Bilanz fällt aus Sicht der Verantwortlichen eindeutig aus: Die Mannschaft hat nicht gut abgeschnitten. Aus Gündogdus Sicht lief in der Hinrunde wenig so, wie man es sich vor der Saison erhofft hatte. Dabei zeigt ein genauerer Blick auf einzelne Spiele, wie schmal der Grat zwischen guter Ausgangslage und Punktverlusten war. Besonders schmerzhaft war das Heimspiel gegen den TuS Chlodwig Zülpich. Kurdistan führte dort in der 66. Minute mit 3:0, hatte schon zur Halbzeit klar in Führung liegen können und ließ selbst nach dem dritten Treffer zahlreiche Chancen liegen. In der Nachspielzeit kassierte die Mannschaft zunächst den Ausgleich und schließlich mit dem Schlusspfiff sogar noch das 3:4. Ein weiteres Beispiel ist die Partie gegen den SV Breinig: Zur Pause führte Kurdistan mit 1:0, spielte sogar in Unterzahl, gab das Spiel aber unmittelbar nach Wiederanpfiff innerhalb weniger Minuten aus der Hand.

Diese Spiele stehen sinnbildlich für die Hinrunde. Nach Einschätzung Gündogdus war Kurdistan nur in zwei Partien klar unterlegen – gegen Germania Teveren und Sportfreunde Uevekoven. In vielen anderen Begegnungen verhinderten jedoch individuelle Fehler, mangelnde Cleverness und vor allem Disziplinlosigkeiten ein besseres Abschneiden. Ein zentrales Problem waren die zahlreichen Feldverweise, die die Mannschaft immer wieder schwächten und Spiele kippen ließen.

Für die Rückrunde ist der Weg klar definiert. Kurdistan Düren will von Woche zu Woche in der Tabelle nach oben klettern. Ziel ist ein sicherer einstelliger Tabellenplatz, im Idealfall Rang acht oder besser. Damit wäre das Mindestziel eines stabilen Mittelfeldplatzes erreicht – ein Anspruch, der angesichts des Kaderpotenzials weiterhin als realistisch gilt.

Personell hat sich im Winter etwas getan. Neu zur Mannschaft stoßen Bryant Baidoo vom 1. FC Düren, Nurullah Yasar vom SV Rhenania Bessenich sowie Xhenis Mislimi von den Sportfreunden Düren. Demgegenüber stehen mehrere Abgänge: Deniz Can Isitmen (SV Rhenania Bessenich), Ayoub Zaanani (Hilal-Maroc Bergheim), Tarik Talbioui (Viktoria Arnoldsweiler) und Yevhenii Bohdan, dessen neuer Verein am Niederrhein liegt, haben den Klub verlassen. Die Veränderungen sollen neue Impulse setzen und die Konkurrenzsituation im Kader erhöhen.

Im Titelrennen sieht Gündogdu keine Überraschungen. Für ihn ist der FC Hürth der klare Meisterfavorit, der SV Breinig der logische Anwärter auf Platz zwei. Beide Mannschaften stehen zur Winterpause folgerichtig an der Tabellenspitze. Im Tabellenkeller erwartet er dagegen einen intensiven Kampf. Der Rückzug von 1. FC Düren II steht bereits fest, die weiteren Abstiegsplätze werden seiner Einschätzung nach zwischen den Teams ab Rang zwölf ausgespielt.

Für Kurdistan Düren geht es in der Rückrunde somit weniger um große Schlagzeilen als um Bodenhaftung. Die Hinrunde hat gezeigt, wie schnell Spiele kippen können – und wie teuer kleine Fehler werden. Nun soll aus den Erfahrungen gelernt werden, um den eigenen Anspruch wieder mit der Tabellenrealität in Einklang zu bringen.