Der einzige große Kunstrasenplatz der Stadt bei der FT Starnberg an der Ottostraße ist nach 19 Jahren faktisch kaputt. Noch heuer soll er erneuert werden – dabei verschwindet auch das Granulat (Vordergrund).
Der einzige große Kunstrasenplatz der Stadt bei der FT Starnberg an der Ottostraße ist nach 19 Jahren faktisch kaputt. Noch heuer soll er erneuert werden – dabei verschwindet auch das Granulat (Vordergrund). – Foto: Andrea Jaksch

Kunstrasen der FT Starnberg soll saniert werden

Schnelllösung für fast unbespielbaren Platz

Die Stadt investiert rund 400 000 Euro in die Sanierung des Kunstrasenplatzes auf dem Sportgelände der FT Starnberg, dem einzigen dieser Größe in der Stadt. Eine große Wahl hatte der Hauptausschuss auch nicht – das Gelände gehört der Stadt, der Verein ist nur Mieter.

Starnberg – Franz Holzinger, Vorsitzender der FT Starnberg 09, nervt die Stadt schon seit Jahren. Der Kunstrasenplatz an der Ottostraße ist nämlich 19 Jahre alt, normalerweise sind solche Plätze nach 15 Jahren durch. Heißt: Der Platz ist faktisch kaputt. „Für uns ist die schnellste Lösung die bevorzugte“, sagte er am Montagabend im Haupt- und Finanzausschuss, als es um die Entscheidung über die Erneuerung ging. Die Stadt als Eigentümerin der Sportanlage kommt damit nicht umhin zu investieren. Das wird sie auch.

Dass der Platz sanierungsbedürftig ist, steht außer Frage. Die Frage war eher, wie genau die Schäden behoben werden sollten. Die Stadtverwaltung legte zwei Vorschläge vor. Variante 1: Der Belag kommt raus, die Füllung auch, der Unterbau bleibt großteils unverändert. Dann wird mit einem Sand-Kork-Gemisch aufgefüllt, dann kommt der Kunstrasen drauf. Vorteil: Mit rund 400 000 Euro günstiger, die Planung kann die Stadt selbst machen, es sind keine Umbauten nötig. Da hatte Variante 2 schon wenig Chancen. Sie sah einen Austausch des Unterbaus vor und eine neue Belagsart, doch wäre das mit 516 000 Euro teuer – und man müsste einen externen Planer verpflichten. Beides wäre noch dieses Jahr realisierbar. Bei Variante 2 allerdings gibt es einen Haken: Die Technik ist so neu, dass es noch keine Erfahrungen über die Haltbarkeit bei mehr als fünf Jahren Betrieb gibt.

Einigkeit im Ausschuss

Im Ausschuss herrschte schnell Einigkeit, zumal Holzinger darauf verwies, dass alle Fußballmannschaften, beispielsweise die Kinder der Schlossbergschule und die Footballer der Argonauts den Platz nutzten, der ganzjährig zur Verfügung steht. „Es ist schwer, sich da noch eine Stunde zu buchen“, sagt der FT-Chef über die Belegung des Platzes. „Langsam wird er aber unbespielbar.“ Die Grünen machten sich Sorgen wegen Mikroplastik, was Holzinger nicht als Problem ansieht – der Abrieb sei minimal. Das Granulat, das derzeit noch als Unterbau dient und auch neben dem Platz liegt, wird beim Umbau entsorgt.

Der Ausschuss billigte die Variante 1, will aber eine erneute Prüfung der Förderung durch den Bayrischer Landes-Sportverband (BLSV). Weil die Stadt und nicht der Verein Bauherrin ist, gibt es wohl keine.

Ludwig Jägerhuber (CSU) spricht unangenehmes Thema an

Ludwig Jägerhuber (CSU) nutzte die Gelegenheit, ein für manche wohl eher unangenehmes Thema anzusprechen: die Konzentration der Sportflächen auf Gebiet der Stadt. Langfristig, appellierte er, müsse man sich überlegen, ob auf Dauer in jedem Ortsteil ein großer Sportplatz zu unterhalten sei. Daher müsse man sich Gedanken über eine Bündelung machen. Die Vereine, betonte er nachdrücklich, sollen natürlich bestehen bleiben.

Text: Michael Stürzer

Aufrufe: 023.6.2021, 05:02 Uhr
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