2026-05-29T11:52:36.002Z

Allgemeines

Kujat warnt vor Endspurt: „Es wird ein sauwichtiges Spiel“

Weichenstellung im Tabellenkeller: Markranstädt fordert kriselnde Thalheimer

von red · Heute, 13:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Jakob Reiche

Verlinkte Inhalte

präsentiert von
ZF BKK

Nach der Pfingstpause biegt die Sachsenliga auf die Zielgerade ein, und für den SSV Markranstädt spitzt sich die kalkulatorische Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt merklich zu. Am kommenden Samstag um 14:00 Uhr gastiert die Elf von Cheftrainer Ronny Kujat beim Tabellendreizehnten, dem SV Tanne Thalheim. Nach dem befreienden 5:0-Heimerfolg gegen den VfB Fortuna Chemnitz unmittelbar vor der Pause scheint der SSV stabilisiert, doch der neue Übungsleiter warnt eindringlich davor, die Situation zu unterschätzen.

Das mathematische Dilemma vor dem Hammer-Restprogramm

Die Tabellenkonstellation verleiht der Begegnung im Erzgebirge eine immense Brisanz. Derzeit rangiert Markranstädt mit 30 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz, sieben Zähler vor dem kommenden Gegner, der den ersten potenziellen Abstiegsrang belegt. Ein scheinbar komfortables Polster, das sich jedoch bei einer Niederlage rasant in Luft auflösen könnte.

Ronny Kujat blickt nüchtern auf die Zahlen: „Es wird ein sauwichtiges Spiel in Thalheim. Bei der Tabellensituation ist es ja nur so, dass wir sieben Punkte vor denen sind. Verlieren wir das Spiel, sind es bloß noch vier Punkte. Bei ausstehenden drei Spielen kann sich jeder ausrechnen, dass es da nochmal eng wird.“

Der Grund für Kujats Mahnungen liegt im brutalen Restprogramm des SSV. In den verbleibenden Partien warten ausnahmslos die Schwergewichte der Liga. „Weil wir dann wirklich auch noch die Mannschaften von oben haben. Dynamo, Laubegast und Riesa“, rechnet der Coach vor. Ein Punktgewinn in der Fremde ist daher fast schon Pflicht, um nicht am Ende der Saison in existenzielle Not zu geraten: „Also wir müssen in Thalheim punkten. Die sind sau heimstark und da müssen wir echt Vollgas geben, dass wir dort was mitnehmen können. Wie gesagt, wenn wir nicht verlieren, dann sieht es gut aus. Verlieren wir dort, wird es nochmal richtig eng.“

Thalheims Trainer stellt die Charakterfrage

Während Markranstädt nach einer „super Trainingsarbeit“ laut Kujat („Wenn wir das auf den Platz bringen, was wir da im Training schon veranstaltet haben, da wird mir nicht bange“) optimistisch anreist, hängen die Trauben beim Gastgeber tief. Nach dem enttäuschenden 0:3 gegen Tapfer Leipzig schlug Thalheims Trainer René Wendler Alarm und ging mit den eigenen Akteuren hart ins Gericht. „Wenn man die letzten fünf Spiele betrachtet, mit einen Punkt und 1:13 Tore sieht man, wo anzusetzen ist“, bilanziert Wendler die jüngste Misere.

Für den thalheimischen Übungsleiter, für den der Klassenerhalt ohnehin einer „Sensation“ gleichkäme, geht es im Heimspiel um fundamentale Tugenden. Er fordert einen „aufopferungsvollen Kampf, um Gegentore zu verhindern“, wird aber insbesondere bei der mentalen Einstellung deutlich: „Für mich stellt sich jetzt die Charakterfrage, ob jeder alles dafür tut, dieses Ziel Klassenerhalt am Leben zu halten oder ob in so einer Situation Urlaub oder sonstiges Fehlen wichtiger ist.“

Revanche für das Hinspiel gesucht

Zusätzliche Motivation dürfte dem SSV der Blick auf die Statistik liefern. Das Hinspiel im heimischen Stadion am Bad ging im Herbst trotz eines Treffers von Moritz Griesbach unglücklich mit 1:2 verloren. Um dieses Resultat zu korrigieren und den entscheidenden Schritt in Richtung Ligaverbleib zu machen, muss Markranstädt die thalheimische Kampfkraft brechen. Die Marschroute von Ronny Kujat steht jedenfalls fest: Mit voller Intensität die Trainingsleistung bestätigen und mindestens einen Zähler aus dem Erzgebirge entführen, um den Konkurrenten auf Distanz zu halten.