
In der Branche eilt Kristopher Fetz ein exzellenter Ruf voraus. Dabei bezeichnet sich der 30-Jährige selbst als nicht den „ganz großen Fußballer“. Ein Experte auf diesem Gebiet ist der gebürtige Aachener aber allemal. Als Trainer hat Fetz in jungen Jahren nicht nur schon einiges gesehen, sondern auch schon eine ganze Menge erreicht.
Bei Alemannia Aachen, Dynamo Dresden und dem VfL Osnabrück war der „Öcher Jong“ bereits als Nachwuchstrainer aktiv. Zudem analysierte Fetz eine Zeit lange Spiele und Gegner für den Deutschen Fußball-Bund.
Aktuell ist der A-Lizenzinhaber der jüngste Cheftrainer in der Regionalliga West und hat damit auch sein Hobby zum Beruf gemacht. Denn beim 1. FC Düren arbeitet Fetz unter professionellen Bedingungen.
Genau diese ermöglichen es ihm auch, parallel zu seinem Job noch etwas selbst zu kicken. Seit wenigen Monaten zählt Fetz zum Kader des A-Kreisligisten Schwarz-Weiß 06 Düsseldorf. Das geht auch nur, weil in Düren bereits am Vormittag trainiert wird.
Doch wie kam es überhaupt zum Zusammenschluss des Wahl-Düsseldorfers mit dem Verein aus Oberbilk? Wer hier an das Prinzip Zufall glaubt, der irrt gewaltig. Denn dem Zufall überlässt Kristopher Fetz nichts. Schon die Entscheidung, sich privat in der Landeshauptstadt niederzulassen, hatte strategische Gründe. „Düsseldorf ist gut gelegen für jemanden, der flexibel sein möchte. Von hier aus kann man einfach sehr gut pendeln“, verrät der Coach. Dass ihm kurz nach seinem Umzug ein Angebot aus Düren ins Haus flattern würde, ahnte dieser zu diesem Zeitpunkt nicht. Doch anstatt sich nach Annahme der Offerte Gedanken darüber zu machen, den Wohnort erneut zu wechseln, beschäftigte sich Fetz vielmehr mit dem Gedanken, wie er in Düsseldorf auch privat Fuß fassen könnte. „Ich kannte hier niemanden. Da lag es nahe, sich einem Fußballverein anzuschließen, um mit Leuten in Kontakt zu kommen“, sagt Fetz.
Nach einer intensiven Internetrecherche fiel letztlich die Wahl auf Schwarz-Weiß 06 und David Breitmar. „Ich habe gesehen, dass sie einen jungen, engagierten Trainer haben und sich sportlich in einer eher schwierigen Situation befanden, in der man vielleicht etwas offener für Neuzugänge ist“, erklärt Fetz. Und tatsächlich wurde er Am Stoffeler Kapellenweg nach einem kurzen Gespräch mit David Breitmar mit offenen Armen empfangen.
„Er ist ein richtig guter Typ, der eine Siegermentalität mitbringt. Kristopher kommt in der Mannschaft sehr gut an“, schwärmt David Breitmar. Mit Fetz hat der 38-Jährige nun einen verlängerten Arm auf dem Feld, der „mir helfen kann, die jungen Nebenleute zu coachen.“ Und diese Aufgabe nimmt der Profi gerne an.
Zwar fällt es Fetz manchmal schwer, die hohen Ansprüche, die er bei Training und Spiel als Trainer an seine eigene Mannschaft stellt, im Kreisliga-Alltag entsprechend herunterzuschrauben. „Aber ich merke, dass meine Mitspieler und Trainer die Dinge verstehen, die ich versuche mit auf den Weg zu geben“, sagt der Mittelfeldspieler.
Mit Schwarz-Weiß 06 strebt Fetz in dieser Saison den Klassenerhalt an. Und was die berufliche Laufbahn als Trainer angeht, soll die Regionalliga West noch nicht Endstation sein. „Ein Ziel ist es, irgendwann auch einmal im Ausland als Trainer zu arbeiten“, sagt Fetz. Dafür paukt der Hochgelobte sogar Fremdsprachen. „Ich will einfach gut vorbereitet und breit aufgestellt sein“, sagt der Mann, der wirklich nichts dem Zufall überlässt.