Jörg Witwity, Chefarzt und Geschäftsführer
Jörg Witwity, Chefarzt und Geschäftsführer

Knie abrupt verdreht: Wenn der stechende Schmerz plötzlich einschießt

Gesundheit im Fußball

Der Meniskusriss ist ein Klassiker unter den Fußballverletzungen. Betroffene Kicker berichten von einem stechenden Schmerz, der plötzlich einschießt, nachdem das Knie abrupt verdreht wurde. „In meiner Sprechstunde klagen die Spieler später über ein unrundes Gefühl im Kniegelenk“, sagt Jörg Witwity, der sich als Chefarzt der chirurgischen und orthopädischen Klinik Witwity in Stade mit Meniskusschäden bestens auskennt und vielen Fußballspielern zu einem erfolgreichen Comeback verholfen hat.
In jedem Knie befinden sich zwei Menisken: der Innen- und der Außenmeniskus. Dabei handelt es sich um Knorpelscheiben, die wie Stoßdämpfer funktionieren. Ein Meniskusschaden äußert sich typischerweise durch Knieschmerzen. Sie treten plötzlich infolge eines Unfalls auf dem Fußballplatz auf oder stellen sich bei degenerativen Meniskusschäden schleichend ein.

Sportunfall oder verschleißbedingte Knieschmerzen?
Ein Meniskusschaden kann verschiedene Ursachen haben. Häufig verdrehen sich Fußballspieler das Knie während des Spiels. Dabei kann nicht nur der Meniskus (ein-)reißen, auch Bänder im Knie werden bei solchen Manövern nicht selten in Mitleidenschaft gezogen. Fußballer verletzten sich fast immer am inneren Meniskus. Eine akute Knieverletzung sollte immer rasch nach dem gängigen Schema versorgt werden: Kühlung, Druckverband, Hochlagerung. Witwity: „Bei starken Schmerzen hilft ein entzündungshemmendes Schmerzmittel wie Ibuprofen.“ Und auch bei Knieproblemen, die über einen längeren Zeitraum nur bei Belastung auftreten, gilt: Knie ruhig stellen und schonen, bis Schmerzen und Schwellung zurückgegangen sind. Bei Verdacht auf einen Meniskusschaden sollten in jedem Fall alle Aktivitäten vermieden werden, bei denen das Knie gedreht oder gebeugt wird.

Übrigens: Meniskusschmerzen gibt es im Grunde gar nicht, da das Knorpelgewebe keine Nerven enthält. Meniskusrisse sorgen für Knieschmerzen, weil sich kleinste Stücke des Knorpelgewebes lösen und die Beweglichkeit des Gelenks schmerzhaft einschränken. Oder aber weil der verletzte Meniskus Unebenheiten im Gelenk nicht mehr ausgleichen und seiner Stoßdämpferfunktion nicht mehr nachkommen kann.

Diagnose Meniskusschaden – und jetzt?
Wenn sich das Knie einige Tage nach der Verletzung beruhigt und Jörg Witwity den Meniskusschaden in seiner Praxis diagnostiziert hat, kann die Behandlung beginnen. Bei einem akuten Meniskusriss ist der Knorpel entweder an einer Stelle eingerissen oder aber komplett durchtrennt. Je größer der Riss, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich Teile des Meniskus lösen und das betroffene Knie so blockieren, dass es sich nicht mehr strecken lässt. „Ob und wie ich operiere, entscheiden wir im Einzelfall“, sagt Witwity. Üblicherweise rät er bei einem frischen Meniskusriss, der auf einen Sportunfall zurückgeht und zu akuten Beschwerden führt, zu einer Operation.

Wie läuft eine Meniskus-Operation ab?
Manche Meniskusrisse kann Jörg Witwity reparieren, in anderen Fällen ist eine Entfernung des betroffenen Meniskusgewebes erforderlich. So oder so: Der Chirurg operiert Meniskusschäden immer im Rahmen einer Kniespiegelung (Arthroskopie). Bei diesem Operationsverfahren sind nur kleine Schnitte nötig, durch die eine Kamera sowie Operationsinstrumente zum Greifen, Schneiden und Nähen eingeführt werden. So kann der Operateur das Innere des Kniegelenks samt Meniskus betrachten und den beschädigten Meniskusteil entfernen oder nähen. „Entweder ich entferne die durch den Riss ausgefransten Knorpelteile und glätte damit die Oberfläche oder ich nähe den Meniskusriss wieder zusammen.“ Die Vorteile einer Naht liegen auf der Hand: Zum einen bleibt die Funktion des Meniskus besser erhalten, zum anderen ist das Arthrose-Risiko geringer als nach einer Teilentfernung.

Welches Verfahren der Chirurg wählt, hängt von der Position des Risses und dem Alter des Patienten ab. Grundsätzlich gilt: Je weiter außen der Riss im Knorpelgewebe liegt, desto größer die Chance, die Verletzung durch eine Naht zu beheben, weil die Menisken in den äußeren Zonen besser durchblutet sind, vor allem bei Patienten unter 40. „Oft entscheide ich darüber erst während des Eingriffs“, sagt Witwity.

Wie geht es nach der Knie-OP weiter?
Wie lange es dauert, sich von einer Meniskus-Operation zu erholen, hängt davon ab, ob der Meniskus genäht oder geglättet wurde. Generell gilt: Eine gut trainierte Muskulatur schützt das Knie. Eine gute Physiotherapie nach einer Meniskusoperation umfasst Übungen zur Stärkung der Muskulatur, zur Verbesserung der Beweglichkeit, Stabilität und Koordination. „Wie schnell es vorangeht, hängt sehr von den individuellen körperlichen Voraussetzungen ab“, sagt Witwity. Schmerzen sollten in jedem Fall vermieden werden. „Sie signalisieren genau wie Schwellungen, dass dem Knie zu viel zugemutet wird.“

In den ersten Stunden und Tagen nach der Operation ist es in jedem Fall sinnvoll, das operierte Knie zu schonen und zu kühlen, um Schwellungen und Schmerzen zu lindern. Nach einer Teilentfernung des Meniskus kann das operierte Bein theoretisch direkt voll belastet werden. Wegen der Schmerzen empfiehlt Jörg Witwity aber für die ersten Tage eine Gehhilfe. Physiotherapie hilft, die Beweglichkeit zurückzugewinnen, die Muskulatur zu stärken und die Stabilität des Knies zu verbessern. Nach vier Wochen ist leichtes Training auf dem Fahrrad drin, normales Treppensteigen ist möglich, sobald die Muskulatur kräftig und das Knie stabil ist. Nach etwa sechs Wochen können die meisten Sportarten wieder ausgeführt werden. Die Rückkehr auf den Fußballplatz erfolgt nach Rücksprache mit dem Arzt oder Physiotherapeuten.

Wird der Meniskus genäht, dauert die Reha länger. In den ersten sechs Wochen wird das Bein entlastet und das Knie nur passiv bewegt, um zu verhindern, dass die Meniskusnaht reißt. Im Anschluss kann das Knie in der Regel wieder mit dem vollen Körpergewicht belastet werden. Nun geht es darum, das Gelenk beweglich zu machen und normales Gehen zu ermöglichen. Nach drei bis vier Monaten ist gezieltes Training sinnvoll, um das operierte Bein zu kräftigen und den Bewegungsumfang zu erhöhen. Leichter Sport wie Radfahren ist erlaubt, nach vier Monaten auch Joggen. Fußballspielen ist nach etwa sechs Monaten wieder möglich.


Kontakt zum Experten:
Klinik Dr. Witwity - Fachklinik | Meniskus | Kreuzbandriss | Arthrose
Neubourgstraße 4
21682 Stade
04141 9590
info@arthroclinic-witwity.de
https://www.arthrose-klinik-witwity.de/

Praxis Jörg Witwity
Neubourgstraße 4
21682 Stade
04141 7891191
info@chirurgische-ambulanz-stade.de
https://chirurgische-ambulanz-stade.de/

Aufrufe: 012.11.2020, 15:15 Uhr
Klinik Dr. WitwityAutor

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