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FuPa-Medizincheck: Der Mittelfußbruch

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport

Im FuPa-Medizincheck berichtet Dr. Simeon Geronikolakis über Verletzungen im Sport und wie diese behandelt werden können. In dieser Ausgabe geht es um den Mittelfußbruch.

Anatomie

Der Mittelfuß befindet sich zwischen der Fußwurzel und den Zehen und besteht aus fünf einzelnen Knochen (Os metatarsale 1-5), die sich geringfügig gegeneinander bewegen können und so die Anpassung des Fußes an Unebenheiten ermöglichen.

Entstehung

Auf den Ermüdungsbruch, eine Sonderform des Mittelfußbruches, der durch eine Überlastung des Knochens entsteht, soll hier erstmal nicht näher eingegangen werden. Diesbezüglich wird auf den gesonderten Beitrag in unserem FuPa Medizincheck „Der Ermüdungsbruch am Fuß“ verwiesen.

Zu einem traumatischen Mittelfußbruch kann es durch direkte Gewalteinwirkung, wie zum Beispiel einem Schlag oder einem Tritt, kommen. Häufig resultiert er aber auch aus einem Umknicken des Sprunggelenkes nach außen. In diesem Fall ist meistens die Basis des fünften Mittelfußknochens betroffen, da der abrupte Zug einer hier ansetzenden Sehne zu einer Art knöchernem Ausriss dieser führen kann. Eine besondere Form des basisnahen Bruches des fünften Mittelfußknochens ist die sogenannte Jones-Fraktur, die durch ihre Lokalisation kurz vor dem Übergang zum Schaftbereich charakterisiert ist.

Symptome und Diagnostik

Die Hauptsymptome eines Mittelfußbruches sind der Belastungsschmerz sowie die lokale Druckschmerzhaftigkeit, oft begleitet von einer Schwellung und einem äußerlich sichtbaren Hämatom. Die Diagnose wird durch eine Röntgenuntersuchung gesichert, die später dann auch zur Kontrolle des Heilverlaufes und zum Ausschluss von möglichen Komplikationen erforderlich ist. Eine kernspintomographische Untersuchung (MRT) ist nicht notwendig.

Therapie

Abhängig der erhobenen, vor allem radiologischen, Befunde und somit vorwiegend der Lokalisation, Art und Form des Bruches, ist die Therapie entsprechend zu wählen. Bei nicht oder nur gering verschobenen Brüchen ist eine konservative (nicht operative) Therapie möglich, die neben initial abschwellenden Maßnahmen unter anderem auch die Entlastung und Ruhigstellung des Fußes in einem Gips oder Spezialschuh über ca. 6-8 Wochen und unter Thromboseprophylaxe beinhaltet.

Ist die Fraktur verschoben (disloziert) und besteht die Notwendigkeit einer Operation, so werden über einen Hautschnitt die Knochenfragmente reponiert, also wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgebracht, und dort mittels Schrauben, Platten und/oder Drähten fixiert. Eine mehrwöchige Entlastung des Fußes ist auch nach einem operativen Eingriff erforderlich.

Komplikationen und Prognose

Mögliche Komplikationen nach einem Mittelfußbruch sind neben den allgemeinen Operationsrisiken (im Falle einer operativen Versorgung) auch in der konservativen Behandlung vor allem die sekundäre Verschiebung der Fragmente und die verzögerte bzw. ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose genannt), die bei der Jones-Fraktur aufgrund der kritischen Blutversorgung häufiger vorkommt. Darüber hinaus können sich ungünstige Veränderungen des Quer- und/oder des Längsgewölbes des Fußes ausbilden, wie zum Beispiel ein Platt- oder Spreizfuß. In der Regel heilt ein Mittelfußbruch jedoch folgenlos aus und es sind dann sportliche Maximalbelastungen uneingeschränkt wieder möglich.

Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in der Privatpraxis Dr. Geronikolakis in Ludwigsburg praktizierende und nicht nur in Fußballerkreisen bekannte Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie kümmert sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten und Klassen.

Große Erfahrung und spezielle Kenntnisse beruhen bei Dr. Geronikolakis auch auf seine langjährige und sehr intensive sowie umfangreiche Tätigkeiten im Fußball, zum Beispiel als Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart und Nationalmannschaftsarzt der DFB Junioren (u.a. Team-Arzt der deutschen U15-, U18-, U19- und U20-Nationalmannschaft).

Über Jahre wirkte Dr. Geronikolakis auch als betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Welt- und Europameisterschaften in vielen unterschiedlichen Sportarten) und ist als Universitätsdozent und Referent in der Ausbildung von Sportphysiotherapeuten tätig sowie als ärztlicher Leiter beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de

Hierüber oder unter mail@dr-geronikolakis.de ist für unsere FuPa-Leser auch eine Terminvereinbarung möglich.

Aufrufe: 030.6.2022, 15:00 Uhr
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