– Foto: André Nückel

Quo vadis Amateurfußball?

Mit dem erneut einsetzenden Schneetreiben im Land dürften nun auch die letzten optimistischen Hoffnungen auf ein temperaturbedingtes Abflachen der Infektionszahlen und der damit verbundenen dauerhaften Rückkehr auf den Platz weiter schwinden. Eine Bestandsaufnahme zu den aktuellen Entwicklungen.

Erst "Osterruhe", jetzt "Brücken-Lockdown": Wenn der Spielbetrieb nicht bis zum 09. Mai wieder aufgenommen werden kann, will der wfv die Saison annulieren, was einem Abbruch ohne Auf- und Absteiger gleichkommt. Weitere Beratungen sind für diesen Freitag anberaumt, doch auch das nächste Bund-Länder-Treffen am kommenden Montag könnte entscheidenden Charakter für die Saison 2020/21 haben. Hier versuchen wir, euch über die aktuellsten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Nach der dann doch wieder gekippten "Osterruhe" geistert nun ein neues Unwort durch sämtliche Nachrichtensendungen und Zeitungen des Landes: Armin Laschet, Ministerpräsident aus NRW und CDU-Vorsitzender, sorgt derzeit mit seinem Vorschlag eines sogenannten "Brücken-Lockdowns" für Schlagzeilen. Bis etwa Ende April, wenn seiner Meinung nach ein signifikanter Bevölkerungsanteil geimpft sein dürfte, soll erstmal wieder alles heruntergefahren werden. Die konkreten Ausmaße seiner Pläne ließ Laschet aber ebenso sehr im Dunkeln wie die genaue zeitliche Dauer des neuen Konzepts.

Für den Fußball kommen derlei Überlegungen kaum überraschend. Nach der Vorstellung des Stufenplans zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs konnten vor einigen Wochen zumindest einige Juniorinnen und Junioren wieder zurück auf die nun mit Schnee bedeckten Fußballplätze Ostwürttembergs. Die 7-Tage-Inzidenz ist seither kontinuierlich gestiegen: In Baden-Württemberg liegt sie aktuell bei 116,8, die Landkreise Heidenheim und der Ostalbkreis liegen mit 132,6 und 147,6 sogar noch über diesem Durschnittswert (Zahlen jeweils Stand gestern, 05.04.2021).

– Foto: Diverse

Aufgrund dieser nackten Zahlen, der Prognosen der Wissenschaftler:innen und den voraussichtlich bald wieder diskutierten politischen Maßnahmen wird ein Saisonabbruch auch für den wfv naturgemäß wieder wahrscheinlicher. Andere Landesverbände wie der Hamburger, der Schleswig-Holsteinische und der Nierdersächsische Fußballverband haben die Saison bereits abgebrochen und/oder annuliert. Bereits im Februar hatte der wfv beschlossen, die Saison ohne Auf- und Absteiger abzubrechen, wenn der Spielbetrieb nicht bis spätestens zum 09. Mai wieder aufgenommen werden kann. An diesem Freitag, den 09. April will der Beirat des Fußballverbands über sein weiteres Vorgehen beraten. Auch im Freistaat Bayern hegt man ganz aktuell ähnliche Gedanken. Was derzeit noch erlaubt ist und was nicht, stellt der wfv hier mit einer Ampelgrafik zusammen.

Bis mindestens Freitag, wenn nicht gar bis zum nächsten Gipfel der Regierungschefs aus Bund und Ländern am kommenden Montag muss sich also auch der Fußball gedulden. Vereist sind durch den Schnee, der das Kicken auf vielen Plätzen Stand heute ohnehin erschweren würde, bis dahin auch die Hoffnungen auf ein Bier mit Freunden, eine leicht verkokelte Rote und die schönste Nebensache der Welt.

Aufrufe: 06.4.2021, 15:22 Uhr
Michael FeindertAutor

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