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FuPa-Medizincheck: Der Meniskusriss

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport

Im FuPa-Medizincheck berichtet Dr. Simeon Geronikolakis über Verletzungen im Sport und wie diese behandelt werden können. In dieser Ausgabe geht es um den Meniskusriss.

Was ist der Meniskus und welche Funktion hat er?
In jedem Knie gibt es zwei Menisken, einen Innen- und einen Aussenmeniskus. Die elastischen, aus Faserknorpel bestehenden, halbmondförmigen Menisken liegen zwischen den Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkels und haben mehrere Funktionen. Hauptsächlich dienen sie als Lastverteiler und Stoßdämpfer. Zusätzlich haben sie zusammen mit dem Bandapparat die Aufgabe das Kniegelenk zu führen und zu stabilisieren.

Ist der Meniskusriss eine häufige Verletzung?
Bei Sportlern kommen Meniskusverletzungen relativ häufig vor und werden meistens durch ein Knieverdrehtrauma verursacht. Der Meniskus kann aber auch ohne vorausgegangenem Unfallereignis reißen. Eine chronische Überbelastung, zum Beispiel durch Achsfehlstellungen, Knorpelschäden oder regelmäßigem Arbeiten in der Hocke, ist dann als mögliche Ursache zu nennen. Darüber hinaus werden Meniskusläsionen bei älteren Patienten aufgrund der Degeneration des Meniskusgewebes häufiger vorgefunden.

Wie äußert sich ein Meniskusriss und wie wird er diagnostiziert?
Die Symptomatik kann stark variieren. Typischerweise jedoch treten bei einem Meniskusriss belastungsabhängige stechende Schmerzen auf, manchmal mit begleitender Schwellung und selten auch mit Blockaden. Letzteres kann auftreten, wenn sich Meniskusgewebe verlagert und zwischen Ober- und Unterschenkel einklemmt (zum Beispiel in Form eines sogenannten Korbhenkelrisses). In der körperlichen Untersuchung lässt sich eine Druckschmerzhaftigkeit über dem Gelenkspalt auslösen und spezielle Meniskus-Tests können weitere Hinweise geben. Letztendlich wird die Diagnose durch eine Kernspintomographie (MRT) gesichert.

Wie wird der Meniskusriss behandelt?
Bei diagnostiziertem Meniskusschaden ist prinzipiell sowohl eine konservative als auch eine operative Behandlung möglich. Bei der Entscheidung über die Therapieform sollten viele Faktoren berücksichtigt werden, so zum Beispiel die Form und Lokalisation des Risses, begleitende Veränderungen im Kniegelenk, die körperliche Untersuchung (v.a. mit den speziellen Meniskus-Tests sowie der Prüfung der Bandstabilität und der Gelenkachsen), das Alter des Patienten, die von ihm beschriebenen Symptome, seine Konstitution und seine sportlichen sowie beruflichen Ansprüche. Es sollten immer beide Therapieoptionen abgewogen werden, keineswegs bedeutet das alleinige Vorliegen eines Meniskusrisses, dass eine Operation notwendig ist.

Was wird genau bei der Operation gemacht?
Wird bei einem erstmaligen und isolierten Meniskusriss die Indikation zu einer Operation gestellt, so handelt es sich in der Regel um einen arthroskopischen Eingriff, also einer Gelenkspiegelung. Hierbei kann, abhängig des Befundes, der gerissene Meniskus entweder genäht werden oder es werden die eingerissenen instabilen Meniskusanteile entfernt, was man als Teilresektion bezeichnet.

Wie lange fällt ein Fußball-Profi nach einer Meniskus-Operation aus?
Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle und die Prognose sollte individuell gestellt werden. Gehen wir von einem regelrechten, komplikationslosen Heilverlauf und einer guten medizinischen Betreuung aus, so kann nach einer Teilresektion der Profi-Fußballer sogar schon nach 3-4 Wochen wieder auf dem Platz stehen. Nach einer Meniskusnaht ist diese Zeit deutlich länger und kann im günstigsten Fall 3-4 Monate betragen. Voraussetzungen für die Freigabe sind aber eine komplette Schmerzfreiheit ohne Schwellungen sowie die volle Beweglichkeit, Funktion und Kraft.

Was muss der operierte Sportler in der Nachbehandlung beachten?
Wie auch bei den meisten Verletzungen im Leistungssport, ist neben der Therapietreue des Patienten, eine gute medizinische Betreuung sehr wichtig. Bei stimmiger Zusammenarbeit zwischen Mannschaftsarzt, Physio- und Sporttherapeut sowie Athletiktrainer kann die Therapie und der Aufbau optimal gestaltet werden. Dadurch kann die Nachbehandlungszeit so kurz wie möglich und gleichzeitig das Risiko für eine erneute Verletzung oder Folgeschäden so gering wie möglich gehalten werden. Auch im Amateurbereich, wo die medizinische Betreuung nicht so umfassend sein kann wie bei den Profis, können ähnlich gute Ergebnisse und annähernd so kurze Rehabilitationszeiten erzielt werden. Hierzu müsste der verletzte Spieler jedoch in regelmäßiger Rücksprache mit seinem behandelnden Orthopäden ein individuelles Aufbauprogramm in Eigenregie absolvieren.


Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in der Privatpraxis Dr. Geronikolakis in Ludwigsburg praktizierende und nicht nur in Fußballerkreisen bekannte Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie kümmert sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten und Klassen.

Große Erfahrung und spezielle Kenntnisse beruhen bei Dr. Geronikolakis auch auf seine langjährige und sehr intensive sowie umfangreiche Tätigkeiten im Fußball, zum Beispiel als Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart und Nationalmannschaftsarzt der DFB Junioren (u.a. Team-Arzt der deutschen U15-, U18-, U19- und U20-Nationalmannschaft).

Über Jahre wirkte Dr. Geronikolakis auch als betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Welt- und Europameisterschaften in vielen unterschiedlichen Sportarten) und ist als Universitätsdozent und Referent in der Ausbildung von Sportphysiotherapeuten tätig sowie als ärztlicher Leiter beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de

Hierüber oder unter mail@dr-geronikolakis.de ist für unsere FuPa-Leser auch eine Terminvereinbarung möglich.

Aufrufe: 027.5.2021, 09:03 Uhr
FuPa / Heiko SchmidtAutor

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