Kreis Ost: Klare Meinungsbilder - Vier Vereinsanträge wurden behandelt
Der Bogener Ignaz Hiendl steht auch für die nächsten vier Jahre an der Spitze des Fußballkreises
Im KulturForum Oberalteich haben 194 Delegierte die Weichen für die Zukunft im Fußball-Kreis Niederbayern Ost gestellt, die Führungsriege um den Vorsitzenden Ignaz Hiendl gewählt und dabei auch ihre Meinung zu spieltechnischen Themen kundgetan: Insgesamt stehen im Wahljahr des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm.
Im Kreis Niederbayern Ost war es jetzt zweifelsfrei ein großer Bahnhof für die Fußballerinnen und Fußballer: Mit Alois Rainer war der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Bogener Ortsteil ebenso zu Gast wie Landrat Josef Laumer und Bogens Erste Bürgermeisterin Andrea Probst. Sie allesamt unterstrichen in der von TV-Kommentator Tobias Welck moderierten Talkrunde den großen Stellenwert und die enorme Strahlkraft des Amateurfußballs – auf und neben dem Platz.
Diese Geschicke wird in den kommenden Jahren weiter Ignaz Hiendl leiten, die Delegierten sprachen sich am Kreistag im KulturForum ohne Gegenstimme für eine weitere Amtszeit des bisherigen Kreis-Vorsitzenden aus. Ebenso gehen auch Andreas Kriegner als Kreis-Spielleiter, Tobias Nöbauer als Kreis-Jugendleiter und Rebekka Götz als Kreis-Beauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball in eine weitere Periode.
Matthias Braun wurde von den Schiedsrichtergruppen erneut als Kreis-Schiedsrichterobmann vorgeschlagen und jetzt auch von den Delegierten des Kreistags bestätigt. Walter Stadler als Kreis-Sportgerichtsvorsitzender und Gerhard Jende als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter sollen den Kreis-Ausschuss erneut komplettieren. Entsprechende Berufungsvorschläge gehen im Nachgang des Kreistags an das BFV-Präsidium.
Meinungsbilder zu möglichen Reformen im Spielbetrieb
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kreistags waren wie auch schon in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es um drei Themenkomplexe:
- So konnten die Vereine darüber abstimmen, ob die Verlängerung bei Entscheidungs- oder Relegationsspielen beibehalten werden soll oder aber analog zu den Toto-Pokal-Partien (bei Unentschieden nach 90 Minuten entscheidet sofort das Elfmeterschießen) vorgegangen werden soll. Das Ergebnis war eindeutig: 97,7 Prozent stimmten für die Beibehaltung (2,1 Prozent dagegen).
- Zudem ist abgefragt worden, inwieweit eine Gelb-Rote Karte im Erwachsenenbereich automatisch eine Sperre von einem Spiel für den betroffenen Spieler oder die betroffene Spielerin nach sich ziehen soll. Aktuell hat eine Gelb-Rote Karte keine Folge für das darauffolgende Spiel. Hier votierten die Delegierten mit 84,5 Prozent gegen eine Einführung der Sperre, nur 15,5 der Stimmberechtigten waren für die Neuerung.
- Schließlich ist ein Stimmungsbild zum weiteren Vorgehen bei Zeitstrafen eingeholt worden – die Kriterien für das Verhängen von Zeitstrafen hatte der DFB modifiziert. Diese dürfen fortan nur bei bestimmten Vergehen (Simulieren, absichtliches Verzögern, Protestieren, Verhindern eines aussichtsreichen Angriffs durch Halten, Ziehen, absichtliches Handspiel oder unzulässiges Antäuschen bei der Strafstoßausführung) verhängt werden. Demnach lautet die Frage: „Soll der BFV die Zeitstrafe im Erwachsenen- und Jugendbereich trotz der Änderungen und der erklärungsbedürftigen Handhabung beibehalten?“ Hier sprachen sich 64,0 Prozent dagegen aus, 36,0 Prozent votierten dafür.
Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Einer von vier Vereinsanträgen angenommen
Darüber hinaus hatten die Delegierten in Oberalteich auch über vier Vereinsanträge abzustimmen:
- Dem Antrag auf modifizierte Änderung des §34 der Spielordnung (Einsatz in verschiedenen Mannschaften) wurde von den Delegierten mit 114 Stimmen positiv beschieden.
- Der Änderungsantrag zum DFB-Bundestag, §6 der Jugendordnung (Einsatz von U18- und U17-Spielern in Herren-Mannschaften unterhalb der vierten Spielklassenebene) zu öffnen, wurde mit 105:70 Stimmen (7 Enthaltungen) abgelehnt.
- Dass fortan im Bereich von den U19- bis zu den U13-Junioren Jugend-Fördergemeinschaften (JFG) und BFV-Nachwuchsleistungszentren pro Altersklasse nur maximal zwei Mannschaften für den Spielbetrieb melden können, wurde von den Delegierten ebenfalls abgelehnt (69 Ja-Stimmen, 74 Nein-Stimmen, 30 Enthaltungen).
- Der Antrag auf Erlangen eines Zweitspielrechts für BFV-NLZ-Spieler (C- und D-Junioren) in ihren Heimatvereinen oder in einer JFG und der dafür notwendigen Änderung von §53 der Jugendordnung wurde abgelehnt (58 Ja-Stimmen, 69 Nein-Stimmen, 38 Enthaltungen).
Der in Oberalteich angenommene Antrag haben nun die Delegierten beim niederbayerischen Bezirkstag am 20. März 2026 in Plattling zu behandeln.