2024-07-12T13:30:11.727Z

Allgemeines
Der Fußballplatz des SV Weichs steht unter Wasser.
Der Fußballplatz des SV Weichs steht unter Wasser. – Foto: Privat

Kreis München: Relegation setzt wegen Hochwasser aus

Fußball nur mehr Nebensache

Drei Relegationsspiele im Kreis München sind vorerst aufgrund des Hochwassers abgesetzt. In der kommenden Woche berät der BFV mit Vereinsvertretern über das weitere Vorgehen.

Update vom 5. Juni, 16:15 Uhr:

Der BFV hat am Dienstagabend, dem 4. Juni, den Vereinen in einem Brief das weitere Vorgehen in der Relegation mitgeteilt. Der Verband habe „sehr wohl großes Verständnis“ dafür, dass „auf Grund der Hochwasserkatastrophe in einzelnen Regionen unseres Bezirkes keine Fußballspiele stattfinden können.“

Wegen Hochwasser: Drei Spiele vorerst abgesetzt

„Wir wissen um die schwierige Situation vieler Spieler, Trainer und Mitarbeiter der Vereine, die entweder selbst von dem Hochwasser betroffen sind oder in Not geratenen Mitmenschen großartige Hilfe leisten! Das kostet jeden sehr viel Kraft und geht weit über das hinaus, was alle im normalen Alltag zu leisten in der Lage sind“, hieß es in dem Schreiben weiter.

Wegen des Ausnahmezustands sind die Relegationsspiele zwischen dem FSV Harthof und dem SV Weichs, sowie die Duelle zwischen dem SC Inhauser Moos und dem SV Günding und der SG Altomünster/Pipinsried II gegen den SV Petershausen vorerst abgesetzt.

BFV-Präsident Kern will mit Vereinen über Lösungen sprechen

Für die nächste Woche ist ein Treffen zwischen den Vereinsvertretern, Kreisspielleiter Frank Ludewig und BFV-Präsident Christoph Kern geplant, in dem das weitere Vorgehen besprochen wird.

Zudem könnten die Vereine in Absprache mit dem Spielleiter „mit einem Vorlauf von drei Tagen“ das Spiel neu ansetzen.

Update vom 4. Juni, 20:00 Uhr:
Das nächste Relegationsspiel im Landkreis Dachau wird aufgrund des Hochwassers abgesagt. Der SG Altomünster/Pipinsried und der SV Petershausen haben sich darauf geeinigt, bei der Partie am Mittwochabend nicht anzutreten.

„Dort herrscht eine absolute Ausnahmesituation. Wir hatten größtenteils Glück“, sagt Florian Mederer, 2. Abteilungsleiter und Spieler von Altomünster, der selbst in der Nähe von Petershausen wohnt. „Bei uns haben alle Verständnis für die Situation.“

„Ich werde mich sicher nicht hinstellen und die Jungs zum Fußballspielen auffordern.“

Stefan Loibl, erster Abteilungsleiter der SG, schlägt sogar einen Relegationsabbruch vor: „Ich werde mich sicher nicht hinstellen und die Jungs zum Fußballspielen auffordern.“ Die sportliche Fairness sei ohne Training und ohne den Großteil der Spieler ohnehin nicht gegeben. Stattdessen sollten beide Releganten für die höhere Spielklasse zugelassen werden. „Dann haben wir im nächsten Jahr halt eine Mannschaft mehr. Das ist jetzt zweitrangig“, so Loibl.

Am Mittwochabend sprechen Verbandsvertreter über mögliche Lösungen. „Besondere Gegebenheiten erfordern besondere Lösungen. Wir haben das Thema im Verband jetzt angestoßen. Es hat Priorität, dass die Menschen ihr Hab und Gut und das ihrer Familie bewahren“, erklärte der Kreisvorsitzende Frank Ludewig am Montagabend.


SV Weichs tritt nicht an – Droht wegen des Hochwassers der Abstieg?

Erstmeldung vom 4. Juni, 15:00 Uhr:
München - Im Landkreis Dachau herrscht weiter der Ausnahmezustand. Um heute Abend die Schäden des Hochwassers einzudämmen, tritt der SV Weichs nicht im Relegationsrückspiel gegen den FSV Harthof an. Bereits seit gestern erwog Abteilungsleiter Stefan Langer den Schritt. (Zu den Hintergründen)

Günding, Petershausen und Altomünster/Pipinsried ebenfalls von Hochwasser betroffen


Nach einem Gespräch mit Vertretern des BFV und der anderen betroffenen Relegationsteilnehmer entschied der Verein, dass es aktuell wichtigeres gebe, als die Relegation zur Kreisliga. Der SV Günding, Petershausen und die SG Altomünster/Pipinsried, die ebenfalls bei den Gesprächen anwesend waren, erwägen, Weichs Beispiel zu folgen.

Paragraph 94 könnte greifen, der bei „Einschränkungen des Spielbetriebs durch Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen (z. B. Hochwasser oder
flächendeckende Überschwemmungen)“ gilt.

Darin heißt es: „Tritt eine Mannschaft in Folge von Auswirkungen durch eine Naturkatastrophe oder außergewöhnliche Notsituation nicht an, so kann
das Sportgericht von einer Spielwertung absehen und das Spiel neu ansetzen.“

Weiter heißt es: „Kann das Spiel nicht bis zum Spieljahresende bzw. im Verbands-Pokalwettbewerb bis zur nächsten Runde durchgeführt werden, wird das Spiel mit drei Punkten und 2:0 Toren für den Gegner gewertet.“ (Zur Spielordnung)

Relegation: Verband berät über Hochwasserlage

Heute Abend besprechen Verbandsvertreter das weitere Vorgehen. Klar ist aber, der SV Weichs riskiert durch den Nichtantritt in die Kreisklasse abzusteigen.

Die Entscheidung könnte richtungsweisend für zukünftig von Naturkatastrophen betroffenen Vereinen sein. (btfm)

Aufrufe: 05.6.2024, 16:30 Uhr
Boris ManzAutor