
Nach 14 absolvierten Partien steht der FV Bad Honnef mit 23 Zählern auf dem fünften Rang der Landesliga, Staffel 1. Dabei startete die Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Krayer mit einem 4:0-Erfolg gegen den Herbstmeister FSV SW Neunkirchen-Seelscheid in die Spielzeit, musste am darauffolgenden Spieltag jedoch eine herbe 1:4-Heimpleite hinnehmen. Der Übungsleiter des FV blickt noch einmal auf die Hinrunde zurück.
"Wir waren natürlich sehr zufrieden mit der Entwicklung und mit dem Ausgang der Hinrunde- sowohl punktetechnisch als auch tabellenplatztechnisch. Es ist über unseren Erwartungen gewesen", sagte Krayer mit Blick auf die Hinserie seiner Mannschaft.
In der vergangenen Spielzeit stand sein Team nach 15 Partien mit nur 16 Punkten auf einem direkten Abstiegsplatz. In der aktuellen Saison hat der FV sieben Zähler mehr auf dem Konto und reiht sich somit in die Spitzengruppe der Liga ein. Auf die Frage was seine Truppe so stark machte, antwortete der Übungsleiter: "Nach Rückschlägen, die dann meist mit Niederlagen verbunden sind, sind wir noch stärker zurück gekommen. Das hatten wir uns auch auf die Fahne geschrieben, weil es oftmals in der letzten Saison dann direkt Niederlagenserien waren und es gedauert hat bis wir diesen Negativtrend gestoppt haben." Weiter führte er aus: "Jetzt waren wir nach Niederlagen sehr sensibilisiert und mit zunehmender Dauer der Hinrunde kam natürlich noch das Selbstvertrauen hinzu, wo durch sich einfach gewisse Dinge verfestigt und automatisiert haben."
Die stetige Entwicklung in Bad Honnef zeigte sich zudem auch durch die ungeschlagene Serie von acht Spielen zum Ende der Hinserie. "Wir ernten die Früchte, die wir in den letzten Jahren gesät haben, mit kontinuierlicher Entwicklung von jungen Spielern, aber auch mit Leuten, die einfach Erfahrung in die Truppe mit rein bringen und somit haben wir für uns die perfekte Mischung aktuell", erklärte Krayer.
Doch trotz dieser starken Hinrunde und der positiven Entwicklung im Vergleich zur vergangenen Spielzeit, gibt es weiterhin Aspekte, die der Cheftrainer verbessern möchte. "Verbesserungspotenzial sehe ich trotz Philip Miermann, trotz Timo Balte noch im Offensivspiel. Es gab Spiele, wo wir uns schwer getan haben Torchancen zu kreieren. Was uns immer stark gemacht hat war das Umschaltspiel. Aber aus den eigenen Ballbesitzphasen den Gegner dann nochmal klarer zu bespielen im letzten Drittel - das wird ganz klar ein Schwerpunkt sein in der Vorbereitung", betonte der Chefcoach.
Doch nicht nur im Bereich der Ballbesitzphasen möchte der Übungsleiter eine Entwicklung hervorrufen. "Standards defensiv wie auch offensiv. Da haben wir auf der einen Seite zu viel zugelassen und haben auf der anderen Seite viel zu wenig aus unseren eigenen Standardsituationen gemacht", verriet der 34-Jährige.
Neben der taktischen Aspekte war der FV auch auf dem Spielermarkt aktiv. Zum einen verlies Sidar-Ali Simsik, der in der aktuellen Saison auf zwei Kurzeinsätze kam, den Verein und schloss sich dem Ligakonkurrenten FV Bonn-Endenich an. Ein neuer Spieler kam allerdings auch nach Bad Honnef. Nicholas Caspar, der schon viel Landesliga-Erfahrung sammelte in seiner Karriere, wechselte zum Fünftplatzierten. "Erfahrener Innenverteidiger, der uns sowohl sportlich als auch charakterlich sehr gut zu Gesicht stehen wird", äußerte der Übungsleiter zur Verpflichtung. Hinzu kam ein Abgang von Amadou Diane, der sich aus persönlichen Gründen für einen Wechsel entschied. Eine ungeklärte Personalie ist hingegen Lukas Drößler - dort steht noch eine Einigung mit einem weiteren Verein im Raum. "Ihn würden wir gerne behalten. Wir wissen noch nicht in welche Richtung es geht", erklärte Krayer.
Mit 28 Treffern erzielte der FV gleich zwölf Tore mehr als nach der Hinrunde der vergangenen Spielzeit. Ein großer Faktor dafür ist Top-Torjäger Balte, der in 13 Partien schon zehn Mal einnetzte. "Er ist einer der wichtigen Spieler bei uns - nicht nur durch seine Torausbeute, sondern auch dadurch, dass er als vorderste Spitze oftmals gleich mehrere Verteidiger bindet. Somit entstehen neue Räume für beispielsweise Miermann, der auch mit zehn Toren da steht, oder auch Ilias Lelo oder ein Jan-Carl Schmitz profitieren davon", betonte Krayer. Er fügte noch hinzu: "Timo ist zudem extrem fleißig und hat bei uns trotz seiner Erfahrung nochmal einen persönlichen Schritt gemacht. Er ist unheimlich mannschaftsdienlich, von daher ist er nicht nur aufgrund der Tore ein wichtiger Spieler für uns."
Nach der Entwicklung und der starken Hinrunde sind die Ziele klar im Verein, wie Krayer verriet: "Es ist unser Ziel, die gute Hinrunde zu bestätigen, sowohl leistungstechnisch als auch punktetechnisch und im Optimalfall auch tabellentechnisch. Wir sind mal so selbstbewusst, dass wir sagen, dass wir mit dem Abstieg voraussichtlich nichts mehr zu tun haben werden. Wir wollen aber trotzdem so lange wie möglich versuchen auf dem Gaspedal zu bleiben."
Durch die enge Tabellensituation ist weiterhin vieles möglich für Bad Honnef in der Rückrunde. Nur zwei Punkte trennen den FV von rang Drei - zeitgleich sind es nur vier Zähler Vorsprung auf Platz Acht. Ob die Mannschaft von Krayer das Niveau halten kann und wo sie landen wird am Ende der Saison, wird die Zeit zeigen.