
Im Meisterschaftsrennen führt derzeit kein Weg an Rot-Weiss Essen II vorbei. Verlustpunktfrei überrollte die Profi-Reserve in allen zehn Rückrundenspielen das Feld. Dabei spielte gerade das Thema Effektivität eine entscheidende Rolle, um auch den SV Burgaltendorf weiter auf Distanz zu halten. Innerhalb der ersten Halbzeit führten die Gastgeber bereits mit 4:0.
"Wir haben das dankend angenommen“, ordnete RWE-Coach Stefan Lorenz die Anfangsphase ein. Gemeint war vor allem die Konsequenz, mit der seine Mannschaft die sich bietenden Möglichkeiten nutzte. Burgaltendorf leistete sich nur wenige Fehler, die allesamt gnadenlos bestraft wurden.
Dass die Gäste nach dem Seitenwechsel deutlich besser ins Spiel fanden, kam für den Übungsleiter dagegen nicht überraschend: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Burgaltendorf Dritter war. Dass sie ein anderes Gesicht zeigen, hat man in der zweiten Halbzeit gesehen.“ Am Gesamtbild änderte das aus seiner Sicht jedoch wenig: "Unterm Strich steht ein klar verdienter Sieg aufgrund der ersten Halbzeit.“

Auf der Gegenseite setzte Andreas Krippel mit seiner Analyse genau dort an, weswegen das Spiel aus seiner Sicht schon früh kippte. "Wir hauen uns natürlich viele Dinger selbst rein“, erklärte der Trainer des SV Burgaltendorf. Vor allem die Fehler in Tornähe hätten den Unterschied gemacht: "Genau da, wo man weiß, die Qualität von Rot-Weiss bestraft das.“
Mit dem Rücken zur Wand bäumte sich sein Team nach dem Seitenwechsel gegen die drohende Niederlage auf. Auch wenn die Gäste eher als Außenseiter in die Partie gegangen sind, durfte der Zwischenstand nach 45 Minuten schon ernüchtern.
"In der Halbzeit hat es ein bisschen geknallt“, verriet Krippel. Die Umstellung auf eine Dreierkette brachte mehr Zugriff, vor allem im Pressing. "Wir hatten viel mehr Druck. Dadurch bist du automatisch besser im Spiel.“
RWE II zog sich in dieser Phase etwas zurück und kam offensiv vergleichsweise nur noch selten zur Entfaltung. Dennoch blieb der entscheidende Unterschied bestehen. Während Burgaltendorf nämlich lange auf den Anschlusstreffer von Kai Nakowitsch warten musste (76.), antwortete RWE keine zehn Minuten später trocken mit der ersten richtig großen Chance im zweiten Durchgang durch Joel Bema (85.). Auch wenn die Gäste sich weiterhin nicht aufgaben, war nun der Sack zu. "Im Moment haben wir das Glück, dass wir brutal effektiv sind“, so Lorenz, dessen Team diese Qualität in der ersten Saisonhälfte nicht immer an den Tag gelegt hat. "Das kommt nicht von ungefähr, sondern weil wir uns das auch im Training arbeiten und eine gewisse Stabilität im Konstrukt bekommen haben.“
Während RWE die Meisterschaft vor dem Gipfeltreffen mit der DJK Arminia Klosterhardt (26. April) fest im Blick hat, möchte Krippel bis auf Weiteres kleinere Brötchen backen: "Das Wort Aufstieg fiel von außen sehr oft. Das war vielleicht nicht ganz so fördernd für meine junge Truppe", überlegte er. Der bisherige Saisonverlauf gibt aber auch gleichzeitig das Anrecht, im kommenden Jahr gereifter durchzustarten. "Vor der Saison wollten wir Platz drei bis sieben erreichen, dann sagen wir fürs nächste Jahr vielleicht Platz zwei bis fünf."