
Das waren wahre Finalwochen im Amateurfußball. Teilweise über eintausend Zuschauer pilgerten auf Sportplätze der Region, um in den entscheidenden Duellen um den Aufstieg oder gegen den Abstieg mitzufiebern. In nur zwei oder im Bedarfsfall dreimal 90 Minuten kamen so teilweise mehr Fans als in einer kompletten Halbrunde zusammen. Bestes Beispiel war der Relegationswahnsinn zwischen dem FSV Bretzenheim und TuS Roxheim mit 2000 Fans in drei Partien. Die beiden B-Klassen-Vizemeister betrieben beste Werbung für den Fußball in seiner ursprünglichen Form. „Es-kann-nur-einen-geben“-Feuer statt lahme Liga-Taktik. Die Chance für die Klassenzweiten im Anschluss an die reguläre Meisterschaft sorgt seit der Liga-Reform 1995 für Lust und Leid, für Prickeln allemal.
Warum also dieses sich bewährte Szenario nicht weiterdenken? Mehr K.o.-Charakter in die Ligen bringen! Etwa durch kleinere Parallelklassen mit anschließendem Playoff-Spielbetrieb. Oder über ein Gruppensystem mit folgenden Finalrunden nach oben und unten – vergleichbar mit dem Format der Uefa-Nations-League.
Klar, jetzt gilt es erst einmal, die neue Reform im SWFV umzusetzen. Die Vereine im regionalen Amateurlager wurden im Vorfeld befragt und halten es zu 80 Prozent mit der Tradition, möchten ihren geregelten Spielbetrieb zu den festen Anstoßzeiten beibehalten. Und auch, wenn in dieser Saison die Neuerung mit Qualifikation im Bezirksliga-Abstieg in Teilen überflüssig war: Den speziellen Charme solcher Duelle kann kein Fußballfan ignorieren. Vielleicht als Denkanstoß für später.