
Höchst. Eigentlich ist die Kreisoberliga Dieburg/Odenwald eine ausgeglichene Liga – so sagt man. Doch wer einen Blick auf die Tabelle wirft, sieht schnell, dass hoch oben am Gipfel eine Mannschaft alleine ihre Kreise zieht. Der TSV Höchst überragt mit 39 Punkten nach 14 Spielen. Und doch wagt hin und wieder ein Team vom Fuße des Berges den schweren Aufstieg in der Hoffnung, dem Primus erfolgreich entgegenzutreten. So auch die SSV Brensbach (am Sonntag, 14.30 Uhr/live im Echo-Stream). Die Chancen auf einen Sieg? „50:50“, sagt Michele Rodemer. Er und sein Team kommen mit Selbstvertrauen im Rucksack.
Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von Echo Online.
Eine Herausforderung also. Und der TSV Höchst in Person von Trainer Christian Stapp freut sich darüber. „Eine gut besetzte Mannschaft mit erfahrenen Spielern“, analysiert Stapp den Gegner. Deshalb schwindender Optimismus? Fehlanzeige. „Ich bin sehr zuversichtlich, weil wir einfach gefestigt sind. Wir können Widerstände überstehen.“ Gegen Georgenhausen bewies der Absteiger seine Comeback-Qualitäten: 0:1-Rückstand nach 15 Minuten, 3:1-Sieg nach 90. „Man merkt, dass sie einfach noch dieses Gruppenliga-Niveau drin haben“, sagt SSV-Coach Rodemer. „Und das macht den Unterschied aus.“
Aber auch gegen seine Mannschaft? Stichwort Selbstvertrauen. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen“, sagt Rodemer. Wieso also auch nicht die SSV Brensbach den TSV Höchst. Der Aufsteiger war in dieser Saison ordentlich verletzungsgebeutelt, performt aber trotzdem innerhalb des eigenen Zielkorridors. „Wir wollen am Ende zwischen Platz vier und acht rauskommen“. Sieht derzeit gut aus. Alles darüber hinaus wirkt, angesichts der aktuell starken Konkurrenz, illusorisch. Doch ein Erfolg am Wochenende würde die SSV dem eigenen Bestreben etwas näherbringen.
Und könnte im Meisterschaftskampf das Zünglein an der Waage sein. Denn wer einen zweiten Blick auf den Tabellengipfel der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald wagt, dem fällt noch etwas auf: Steinbach kann mit zwei Dreiern in den Nachholpartien zum TSV aufrücken – punktgenau. Es winkt also ein Zweikampf um die Spitze. Ohne Brensbacher Beteiligung zwar. Aber am Ende vielleicht mit dem Wissen auf Seiten der SSV, meisterschaftsentscheidend gewesen zu sein. Ein erstes Indiz wird der Sonntag liefern.