
Rheingau-Taunus . Die zwei abgeschlagenen Kreisoberliga-Letzten sorgten für positive Schlagzeilen: Der FSV Winkel hielt gegen Klassenprimus SG Orlen bis in die zweite Halbzeit ein 0:0, musste sich dann mit 0:3 geschlagen geben. Die SG Heftrich/Niederseelbach rang den TuS Beuerbach mit 3:2 nieder, könnte jetzt weiter Boden gut machen. Der FC Waldems fing sich gegen die SG Bad Schwalbach/Langenseifen erst in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer zum 3:3 ein, konnte sich damit in der Tabelle nicht verbessern. Den höchsten Tagessieg landete der Tabellendritte TV Idstein, der die SG Meilingen mit 7:0 abwatschte.
Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt vom Wiesbadener Kurier.
Kiedrichs Keeper Marcel Morr glänzt mit tollen Paraden
Die Heimelf zeigte zunächst, wer Herr im Haus ist, legte durch den Doppelpack von Paul Petzold schon entscheidend vor. Als Alf Mintzel dann mit dem Anschlusstreffer überraschte, war Kiedrich eine Viertelstunde nicht mehr präsent. „In dieser Phase können wir uns bei unserem Keeper Marcel Morr bedanken, der mit mehreren tollen Paraden den Gegner auf Distanz hielt“, musste Laurenz Rheingans in dieser Phase tief durchatmen. Nach der Pause konnte sein Team jedoch die zeitweise Unsicherheit abstreifen, dominierte wieder und hätte leicht noch ein paar Treffer draufpacken können.
Gästetrainer Mike Baier war baff ob der kläglichen Vorstellung seines Teams: „Gegen diese Truppe mussten wir gewinnen. Die SG hat uns aber vorgemacht, wie man im Fußball für einen Sieg arbeitet. Wir waren zu passiv und ohne Siegeswillen.“ Seine Jungens haderten zudem mit dem Schiedsrichter, verloren im zweiten Durchgang völlig den Faden. Spielertrainer Marco Wagner, der zwei Treffer zum Dreier beisteuerte, war dagegen happy: „Wenn wir immer so gespielt hätten, würden wir besser stehen. Unabhängig von der Tabelle entschied heute die Einstellung.“ Marco Wagener steuerte den dritten Treffer bei, Nick Erwe traf doppelt für die Verlierer.
Fabian Abt weckte die Gastgeber mit dem 0:1, Christian Haddo und Davide Frusteri schafften kurzzeitig die Wende. „Der FSV hatte mehr Zug und gewann daher verdient“, sprach Schahin Samadi seinem Wörsdorfer Team nur Sommerfußball zu. Bei der TSG gibt es im Sommer einen Neustart unter Trainer Almir Calakovic. Nick Brox, Rene Fleck und Fabian Lipp trafen zum Dreier.
„Beide Teams waren am Ende nicht zufrieden, hätten eigentlich drei Punkte einfahren müssen“, war Jonas Walloch nach der spannenden Partie nicht zufrieden. Sein Team führte durch Jonas Spreitzer und Dominik Pruha mit 2:0, hätte durch Spreitzer und Malik Ramadani deutlich erhöhen müssen. Nach dem Wechsel waren die Gäste dann besser im Spiel, standen nach der Wende durch Nico Melzer, Jona Schön und Tobias Günthert vor dem Sieg. Erst in der Nachspielzeit schaffte Pruha dann mit seinem zweiten Tor noch das Remis. Ersatzkeeper Niels Daniel überzeugte bei Schlangenbad.
Die Hausherren machten es gut, während die zunächst abwehrstarken Gäste nach dem 0:3 die Flinte ins Korn warfen. „Manuel Maxeiner war unser Dreh- und Angelpunkt“, freute sich TV-Trainer Christian Freyer über seinen Dreifachschützen. Luis Cortijo-Lange, Sebastian Berberich, Mats Neuhaus und Sohail Azizi trugen sich außerdem in die Schützenliste ein.
Frust beim Gastgeber nach dem späten Ausgleich in der sechsten Minute der Nachspielzeit: „In unserer Tabellensituation ist das zu wenig, zumal wir nach der 2:0-Führung und dem 3:2 fünf Minuten vor dem Abpfiff den Sieg vor Augen hatten“, resümierte Markus Beck beim FC. Der Ärger entlud sich zudem noch bei Basit Nayabyar, der nach einer Tätlichkeit Rot sah, 3:2-Schütze Dominik Eder folgte spät mit Gelb-Rot. Finn Schäfer sowie Sören Hofmann per Elfmeter hatten das 2:0 vorgelegt, der starke Quentin Waldhauser (2) und Dominik Smrz trafen für die Gäste. „Solange die Spielklasse noch nicht klar ist, kommen wir auch bei der Personalplanung nicht so richtig voran“, führt Beck an.
„Es war für uns nicht überraschend, dass Winkel mit dem ganzen Team hinten drin stand, sehr wohl aber, dass der Tabellenletzte das im ersten Abschnitt wirklich gut machte“, bilanzierte Alexander Stieg aus Orlens Trainerteam. Das 0:1 von Jan Löber (54.) war dann der Dosenöffner, erneut Löber und Leon Radanovic in der Nachspielzeit legten nach. In der zweiten Hälfte ließ der Spitzenreiter noch einige gute Gelegenheiten liegen.