
Rheingau-Taunus. Wenn eine Mannschaft für jede Menge Spannung sorgt und damit den Fans beste Unterhaltung bietet, dann sind das aktuell vornehmlich die Kreisoberligisten der SG Bad Schwalbach/Langenseifen. Oder anders ausgedrückt: "Die wohl besten Umbieger aus dem Untertaunus" sorgen mit ihren nervenaufreibenden Spielverläufen – und da gab es bereits so einige in der zehn Spieltage alten Meisterschaftsrunde – für Furore.
Was ist geschehen? Bei der Hälfte ihrer bisher acht Punktspielen lag das Team um Coach Ronny Richter und seinen spielenden Co-Trainer Dominik Smrz stets zurück – und verlor schließlich kein einziges Mal. 2:4 hieß es zunächst bei der SG Schlangenbad, am Ende rettete das Team noch ein 4:4-Remis. Auch gegen den ebenfalls favorisierte SV Walsdorf, nur denkbar knapp am Gruppenliga-Aufstieg gescheitert, lag die SG zurück, um ein 0:1 noch zu einem 2:1-Sieg zu drehen. Im nächsten Match gegen den FC Waldems vollbrachten die Blau-Weißen dasselbe Kunststück. Schließlich sicherte man sich gegen Gruppenliga-Absteiger SG Rauenthal/Martinsthal nach einem 1:3-Rückstand noch einen 3:3-Teilerfolg. Die größte Euphorie brach aber im Kreispokal aus: Dort kegelten die Blau-Weißen den zwei Klassen höher angesiedelten Verbandsligisten SG Walluf aus dem Cup – wieder nach einem Rückstand: Ein 0:2 bog die Spielgemeinschaft noch in einen 3:2-Coup um und steht damit am 27. Oktober (19.30 Uhr) beim A-Ligisten TuS Kemel im Achtelfinale.
"Wie kriegt man es hin, 90 Minuten stark zu performen und nicht nur Rückständen hinterherzurennen?", fragt sich zuallererst Dominik Smrz, der sich, wie sein Cheftrainer, gerne die wenig nervenschonenden, aber kraftraubenden Aufholjagden erspart hätte. Doch der Stolz schwingt mit: "Wir haben einen großen Kader mit einer starken Kollektivleistung", weiß der 25 Jahre alte Abwehrspieler, der sich als "Ur-Bad Schwalbacher" bezeichnet, da er dort auch das Fußballspielen gelernt hat. Nach den Rückständen hätten er und Ronny Richter der Mannschaft in der Pause ihre Meinung gesagt und die Jungs hätten es dann kollektiv umgesetzt, loben beide Übungsleiter unisono. "Wir haben bis zum Ende gespürt, dass die Mannschaft den Glauben hatte", sagt Smrz. "Die Jungs stecken einfach nicht auf, der Wille ist da", ergänzt Richter. Eigentlich müsse sich die Mannschaft zu Saisonbeginn mit einigen Neuen erst finden, erklärt wiederum Smrz. "Aber das Walluf-Spiel hat zusätzlich mehr Teamgefühl gebracht", freut er sich.
"In den Jungs steckt noch viel Potenzial", weiß auch Richter zu schätzen. "Sie wachsen zunehmend als Team zusammen." Diese Tugenden kämen bislang vor allem in der Offensive zum Tragen, erklärt der 46-Jährige. "Aber sie sind eben noch etwas zu lax in der Defensive." Doch die Entwicklung schreite voran: So trainierten die A-Jugendlichen Niklas Wölfel von der JFV Heidenroth und Lio Jourdan vom VfR Wiesbaden, zu denen er regelmäßig Kontakt halte, bereits einmal pro Woche in der ersten Mannschaft mit, schildert Ronny Richter. An diesem Sonntag (15 Uhr) dürfen sich alle erneut beweisen: Dann geht es für die Bad-Schwalbach-SG gegen die SG Meilingen.